Wann wissen Sie, dass es Zeit ist, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Ein eigenes Unternehmen zu gründen, stellt für viele eine Barriere dar: Sie stellen sich den Gründungsprozess schwieriger vor, als er eigentlich ist. Es sind vor allem psychologische Hemmnisse, weswegen die meisten mit dem Gedanken hadern, sich selbständig zu machen. Warum eigentlich?

Wann ist es Zeit, ein Unternehmen zu gründen?

Sichere Arbeitsplätze sind eine Illusion

Hand aufs Herz: Den sicheren Arbeitsplatz fürs Leben gibt es schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Und dennoch geben sich viele der Illusion hin, sie könnten durch überdurchschnittliches Engagement in einem Unternehmen eine sichere Karriere machen. Gewiss, einigen wenigen gelingt das, doch der Mehrzahl eben nicht. Für sie kommt irgendwann der Punkt, an dem es unumgänglich ist, sich neu zu orientieren. Entweder in einem anderen Geschäftsbereich desselben Konzerns oder eben in einem anderen Unternehmen. Dann beginnt das altbekannte Spiel von vorn: Mit Probezeiten, Beurteilungen, Assessment-Centern etc., die man über sich ergehen lassen muss. Irgendwo auf dieser Odyssee zwischen verschiedenen Abteilungen und Unternehmen bleiben die allermeisten hängen und treten dann mehr oder weniger auf der Stelle. Es ist sicher kein Zufall, dass Phänomene wie Burn-out heutzutage massenhaft auftreten. Ursache: Es gibt einfach zu wenig wirklich interessante Jobs mit Entwicklungspotenzial. Nie war die Quote der Unzufriedenen im Angestelltenverhältnis höher als heute.

Risiko des Scheiterns kann Angestellte genauso treffen

Wenn von Risiken des Scheiterns die Rede ist, bezieht sich das immer nur auf die Selbständigen und Existenzgründer – kaum einer beleuchtet, wie viele der ganz normalen Angestelltenkarrieren gemessen an den ursprünglichen Zielsetzungen und Erwartungen scheitern. Das Scheitern ist hier die Regel. In der Umgangssprache wird das mit „Abstriche machen“ bezeichnet. Ganz anders bei der Selbständigkeit. Nur wenn die Erwartungen zu hoch geschraubt sind, kann die Nichterreichung von Zielen als Scheitern empfunden werden, obwohl das Unternehmen nach objektiven Gesichtspunkten durchaus gut laufen kann.

Die Alternative zur Tretmühle

Sehr viele Angestellte befinden sich in einer Tretmühle. Sie entwickeln gute Ideen in ihrem Business, dringen damit aber nicht durch. Das kann unterschiedlichste Ursachen haben. Die schlimmste Erfahrung, die ein Angestellter dabei machen kann, ist, wenn die eigenen Ideen von anderen Kollegen „geklaut“ werden. Manche verstehen sich vortrefflich darauf, sich mit den Ideen anderer zu profilieren und kommen damit meistens auch weiter. Das frustriert. Spätestens dann, wenn sich solche Vorgänge wiederholen, ist der Zeitpunkt gekommen, über eine Existenzgründung nachzudenken. Haben Sie bereits eine interessante Geschäftsidee in der Schublade, bisher aber noch nicht den „Mut“ gefunden, den Schritt in die Selbständigkeit zu gehen? Wenn nicht jetzt, wann dann? Einen besseren Zeitpunkt als diesen kann es gar nicht geben. Erwägen Sie die Gründung eines Unternehmens aber niemals nur aus „Frust“ oder Enttäuschung, sondern aus einer positiven Motivation heraus. Selbst wenn Sie als Angestellter in Ihrem Unternehmen erfolgreich sein sollten und mit Ihren Ideen andere begeistern und Dinge bewegen können, kann für Sie die Gründung eines Unternehmens ebenfalls die bessere Alternative sein.

Das eigene Unternehmen – nichts motiviert mehr

Um sich selbständig zu machen und ein eigenes Unternehmen zu gründen, braucht man Eigenkapital und für einige mag es die Hürde sein, die einer Gründung im Wege steht. Abgesehen davon, dass es Geschäftsideen gibt, die sich mit sehr wenig Eigenkapital umsetzen lassen und haftungsbeschränkte Rechtsformen wie die UG existieren, die sich alternativ zur GmbH bereits mit einer Stammkapitaleinlage von einem Euro gründen lassen, ist es jedoch nicht der Hauptgrund, der die meisten von dem Schritt abhält. Es sind vielmehr psychologische Hemmnisse und Gewohnheiten, die das Verharren im abhängigen Beschäftigungsverhältnis begünstigen. Häufig ist das Argument zu hören, dass das eigene Unternehmen einen viel größeren Zeiteinsatz erfordert. Das ist zweifellos richtig. Insbesondere in den ersten Jahren nach einer Gründung ist es mit einer wöchentlichen Regelarbeitszeit nicht getan. Doch ist es nicht mittlerweile so, dass selbst abhängig Beschäftigte Arbeitszeiten erbringen, die weit über das vertraglich festgelegte Maß hinausgehen und diesen Erfordernissen vor allem aus Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes nachkommen? Und überhaupt: Ständig liest man von Erschöpfungszuständen und Stress von Angestellten, Zunahme von psychischen Krankheiten wie Burn-out & Co. Haben Sie jemals von Selbständigen, die regelmäßig mehr als abhängig Beschäftigte arbeiten, derartige Klagen gehört? Wohl kaum. Ganz einfach deshalb, weil die Motivation eine ganz andere ist. Wer ein eigenes Unternehmen gründet, fordert sich selbst und kann seine Arbeit viel freier steuern. Natürlich unterliegt man auch als Gründer einer Vielzahl von Sachzwängen. Sie zu erkennen, zu überwinden und Lösungen anhand eigener Möglichkeiten zu entwickeln, schafft die Voraussetzung für Erfolgserlebnisse, die sich dann wiederum motivationsfördernd auswirken.

Fazit

Wenn Sie sich dieser Zusammenhänge bewusst sind, eigene Ideen haben und den Ehrgeiz entwickeln können, ihre Ideen zum Erfolg zu verhelfen, bringen Sie die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Unternehmensgründung mit. Der beste Zeitpunkt, um damit zu beginnen, ist jetzt.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.