Team-Building für Gründer: In 7 Schritten zum optimalen Start-up-Team

Ein Unternehmen ist immer nur so gut wie die Summe seiner Mitarbeiter. Team-Building spielt deshalb vor allem für Gründer, Start-ups und junge Unternehmen eine besonders wichtige Rolle. Doch wie findet man die optimalen Team-Mitglieder und wie bindet man sie langfristig an das eigene Unternehmen? Wir erklären in 7 einfachen Schritten, wie man Mitarbeiter findet, motiviert und dauerhaft bindet.

Team-Building für Gründer

Ein qualifiziertes und engagiertes Team ist schon die halbe Miete

„Meine wichtigste Erfahrung als Manager ist die Erkenntnis, dass die Mitarbeiter das wertvollste Gut eines Unternehmens sind und damit auch das wichtigste Erfolgskapital. Es sind nie Computer, Roboter, technische Einrichtungen, die zu einem Ziel führen, sondern immer Menschen, die Konzepte zustande bringen.“ So definierte der bekannte deutsche Top-Manager Werner Niefer (1989 – 1993 Vorstandsvorsitzender der Mercedes Benz AG) einmal die Einstellung zu seinem Team und bis heute hat dieses Statement nichts an Aktualität verloren. Es sind die Menschen, die einem Unternehmen Leben einhauchen, ihm Kontur geben und es letztlich zum Erfolg führen.

Ein gut aufgebautes Team ist in der Lage, ein Start-up innerhalb von überschaubarer Zeit optimal am Markt zu positionieren. Andererseits kann ein schlecht definierter und ungeschickt strukturierter Mitarbeiterstab zum Gegenteil führen. Daher gehört es zu den wichtigsten Aufgaben jedes Gründers und jungen Unternehmers, ein Team zusammenzustellen, das perfekt auf die Anforderungen im Start-up ausgerichtet ist.

Erfolgsrezept Motivation: Mitarbeiter nicht nur finden, sondern auch behalten

Hat man es erst einmal geschafft, ein optimales Team aufzubauen, folgt direkt eine ebenso anspruchsvolle Aufgabe. Jetzt geht es darum, die gewonnenen Mitarbeiter möglichst dauerhaft an das eigene Unternehmen zu binden. Versäumt man es, den Team-Mitgliedern gute Gründe zum Bleiben zu liefern, werden sie sich schnell nach anderen Herausforderungen umschauen und das Unternehmen verlassen.

Wer als Unternehmer davon ausgeht, dass die Motivation von Mitarbeitern vor allem von der Bezahlung abhängt, der befindet sich im Irrtum. Zwar ist die konkrete Entlohnung eines Arbeitsverhältnisses kein ganz unwesentlicher Faktor. Deutlich wichtiger ist es für die meisten Menschen allerdings, dass sie innerhalb ihrer Arbeit anerkannt werden, dass sie mit interessanten und spannenden Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten konfrontiert sind und dass sie sich im sozialen Gefüge des Unternehmens wohl fühlen.

Die folgenden 7 Schritte erklären Ihnen, wie Sie für Ihr Start-up oder Ihr junges Unternehmen ein optimales Team aufbauen und wie Sie Ihre Mitarbeiter dauerhaft fordern, fördern und binden.

Schritt 1: Der richtige Geschäftspartner

Jeder Gründer steht vor dem eigentlichen Start seines Unternehmens vor der wichtigen Frage, ob er allein gründen oder sich einen gleichberechtigten Geschäftspartner suchen soll. Eine Patentlösung für diese Problematik gibt es nicht. Manche Unternehmer sind tatsächlich besser damit bedient, ihren Betrieb eigenständig zu führen und steuern. In der Regel gilt allerdings, dass viele Aufgaben, Herausforderungen, Konflikte und Probleme gemeinsam mit einem Mitgründer deutlich einfacher zu meistern sind.

Wenn man sich auf die Suche nach einem passenden Geschäftspartner begibt, dann sollte man einige Grundregeln befolgen. Zunächst einmal muss natürlich die Chemie stimmen. Bedenken Sie, dass Sie mit dem Mitgründer wahrscheinlich mehr Zeit verbringen werden als mit Ihrer Familie. Wenn Sie sich untereinander nicht besonders gut verstehen, sind Schwierigkeiten vorprogrammiert. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass sich die jeweils vorhandenen Fähigkeiten möglichst gut ergänzen. Auf diese Weise können Sie zusammen spezifische Fachbereiche abdecken, für die Sie ansonsten teures Personal einstellen müssten. Schließlich sollten Sie in Sachen Leidenschaft und Motivation Ähnlichkeiten aufweisen. Sie benötigen beide einen langen Atem, viel Disziplin und eine gute Portion Optimismus, um Ihr gemeinsames Unternehmen auf einen guten Weg zu bringen.

Schritt 2: Alleskönner für das Gründungsteam

Zu Beginn Ihrer Unternehmensgeschichte sollten Sie bei neuen Mitarbeitern vor allem Wert auf Vielseitigkeit und Flexibilität legen. Sie sind selber mit den detaillierten Anforderungen und Aufgabenbereichen noch nicht vollständig vertraut und Sie wissen noch nicht exakt, wohin die Reise eigentlich geht. Deshalb hat es wenig Zweck, schon in der frühen Phase nach der Gründung Spezialisten für bestimmte Teilbereiche einzustellen. Setzen Sie stattdessen lieber auf Team-Mitglieder, die sich in ganz unterschiedlichen Positionen einsetzen lassen und die Spaß daran haben, sich auf Neues und Ungewohntes einzulassen.

Schritt 3: Start-ups bieten Mitarbeitern interessante Optionen

Gerade zu Beginn Ihrer unternehmerischen Tätigkeit werden Sie nur bedingt in der Lage sein, Ihren Mitarbeitern großzügige Gehälter zu zahlen oder andere, kostspielige Annehmlichkeiten zu realisieren. Sie sollten sich Ihrem Team gegenüber stattdessen auf die spezifischen Vorteile konzentrieren, die nur Startups ihren Mitarbeitern bieten können. Und hiervon gibt es eine ganze Menge. Im Vordergrund stehen dabei die erheblichen Entwicklungschancen jedes einzelnen. Junge Unternehmen bewegen sich schnell und wachsen mit hoher Beschleunigung. Hieraus ergeben sich für Ihre Mitarbeiter interessante Karrieremöglichkeiten.

Gleichzeitig kommt dem einzelnen Team-Player im Start-up eine große Bedeutung für das gesamte Unternehmen zu. Jeder hat hier die Möglichkeit, sich mit voller Kraft einzubringen und einen deutlichen Einfluss darauf zu nehmen, in welche Richtung sich der Betrieb entwickelt. Diese gehobene Wichtigkeit der einzelnen Personen fördert die Motivation und den Arbeitseifer. Nicht zuletzt sorgen die großen Zuständigkeitsbereiche der Mitarbeiter dafür, dass sie auf den unterschiedlichsten Gebieten Erfahrungen sammeln und Neues erproben und erlernen können. Auch das bildet eine spannende Herausforderung, die von vielen Berufstätigen deutlich mehr geschätzt wird als ein besonders hohes Gehalt.

Schritt 4: Erst gründlich prüfen, dann einstellen

Zu den schwierigsten Aufgaben im Bereich Team-Building gehört die konkrete Auswahl der einzelnen Mitarbeiter. In Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgesprächen zeigen sich potenzielle Team-Mitglieder natürlich grundsätzlich von ihrer Schokoladenseite. Dadurch fällt es sehr schwer zu beurteilen, wie sich ein Mitarbeiter tatsächlich langfristig entwickelt, wie gut er es versteht, seine Qualifikation im Sinne des Unternehmens einzubringen, ob er Stresssituationen gewachsen ist und wie er mit seinen Kollegen und Vorgesetzten zurecht kommt. Versuchen Sie vor der Entscheidung für einen Bewerber nach Möglichkeit auch mit Personen zu sprechen, die den Mitarbeiter aus einem Arbeitsverhältnis kennen und die von ihm nicht aktiv als Referenzen angegeben wurden. Über die bekannten Business-Netzwerke im Internet erhalten Sie die Möglichkeit, solche Kontakte zu finden und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Schritt 5: Bindung von Spitzenkräften

Nachdem es Ihnen gelungen ist, Ihr Gründungsteam erfolgreich zusammenzustellen, sollten Sie sich darauf konzentrieren, Ihre neu gewonnenen Spitzenkräfte an das Unternehmen zu binden. Schließlich wollen Sie möglichst lange in den Genuss einer hochwertigen Arbeitsleistung kommen und Ihr Team nicht alle paar Wochen neu konstruieren. In Sachen Mitarbeiterbindung lohnt ein Blick auf die Faktoren, die für Arbeitnehmer in einem Unternehmen besonders wichtig sind:

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter einen deutlichen Einfluss auf die Entwicklung Ihres Unternehmens haben. Bieten Sie ihnen ausgeprägte Entwicklungsmöglichkeiten und immer neue Herausforderungen. Achten Sie darauf, dass Ihre Spitzenkräfte über ein ausreichendes Maß an Freizeit verfügen und sich an ihren Arbeitsplätzen möglichst wohl fühlen. Und legen Sie Wert auf eine angemessene und leistungsbezogene Entlohnung. Diese misst sich nicht ausschließlich am konkreten Gehalt, sondern erstreckt sich auch auf Leistungen wie Urlaub, ein Firmenfahrzeug, die Möglichkeit zum Erwerb von Anteilen oder bestimmte Sozialleistungen.

Schritt 6: Hohe Anforderungen klar definieren

Von Ihren Spitzenkräften sollten Sie hohe Leistungen fordern, diese aber auch klar und deutlich definieren. Jedem Mitarbeiter muss zu jeder Zeit bewusst sein, für welche Aufgaben er verantwortlich ist. Für Sie muss es wiederum ersichtlich sein, welche Team-Mitglieder Ihre Aufgaben überzeugend meistern und wer seinen Anforderungen dagegen nicht gewachsen ist. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern Anerkennung, wenn deren Leistungen Ihren Anforderungen entsprechen. Scheuen Sie aber auch nicht vor deutlicher Kritik zurück, wenn Sie mit der Performance nicht zufrieden sind.

Schritt 7: Erweitern Sie Ihren Horizont

Erweitern Sie in Bezug auf die Zusammensetzung Ihres Teams stetig Ihren Horizont. Beschränken Sie sich in Bezug auf die Besetzung offener Stellen nicht nur auf vorhandene Mitarbeiter und die üblichen Bewerbungswege, sondern sprechen Sie in dieser Situation auch mit anderen Unternehmern, Freunden, Familienmitgliedern oder Freiberuflern in Ihrer Umgebung. Viele Gründer neigen hier zur Zurückhaltung, weil sie von der ständigen Furcht getrieben sind, jemand könnte Ihr Geschäftsmodell kopieren, wenn er zu viele Informationen über Firmeninterna erhält. Diese Sorge ist meist unberechtigt. Bedenken Sie, dass es nicht hauptsächlich um die eigentliche Geschäftsidee geht, sondern vielmehr um die Art, wie diese in Ihrem Unternehmen konkret umgesetzt wird. Sprechen Sie also ruhig ganz offen mit externen Personen, wenn es um die Besetzung von Stellen in Ihrem Unternehmen geht.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.