Shop-Software 2013: Die Unterschiede sind fein aber bedeutend

Ein Internetunternehmen ist heute schnell gegründet. Niedrige Einstiegsbarrieren, hohe Erfolgsaussichten und eine ausgezeichnete technische Infrastruktur ermöglichen es. Angesichts der stetig wachsenden Anzahl an günstigen oder sogar kostenlosen Shop-Systemen fällt die Entscheidung für die optimale Software vor allem Anfängern schwer. Schnell greift man hier zum falschen System und sieht sich in der Folge mit Umsatzausfällen und hohen Kosten konfrontiert. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Unterschiede zwischen den gängigen Programmen und geben Ihnen 5 Expertentipps, die Sie bei der Entscheidung für das optimale System unterstützen.

5 Expertentipps für die Auswahl der optimalen Shop-Software

Das Shop-System eines Online-Händlers entspricht in gewisser Weise dem Ladenlokal eines stationären Verkäufers. In beiden Fällen gilt: Die äußere Plattform, die für die Handelstätigkeit gewählt wird, muss zum inneren Konzept des Unternehmens passen und perfekt mit den jeweiligen Anforderungen, Aufgaben und Prozessen zusammenarbeiten. Erweisen sich Shop-System oder Ladengeschäft im Nachhinein als nicht optimal, dann muss zu einem späteren Zeitpunkt gewechselt werden, was immer mit einem hohen Aufwand, Verlusten und mit Kosten verbunden ist. Deutlich besser ist es daher, sich von Anfang an für die richtige Shop-Software zu entscheiden. Doch durch welche Faktoren unterscheiden sich die gängigen Systeme am Markt eigentlich?

  • Funktionsumfang, Design und Benutzerfreundlichkeit
  • Sicherheitskonzept, Schnittstellen und Bedienungsmöglichkeiten
  • Suchmaschinenoptimierung und Marketing-Funktionen
  • Skalierbarkeit und Kosten für die Nutzung

Die im Shop verfügbaren Funktionen, das äußere Erscheinungsbild und die Usability des Systems müssen optimal zum Produktbereich und zur Zielgruppe passen. Das Sicherheitskonzept entscheidet darüber, wie leicht der Aufbau von Vertrauen zwischen Verbrauchern und dem Shop-Betreiber fällt und die integrierten Schnittstellen und das Bedienungskonzept für die Mitarbeiter haben einen großen Einfluss auf den späteren Personalbedarf und den Arbeitsaufwand. Vorhandene Funktionen und Optionen in Sachen SEO und Online-Marketing sind für eine aktive Vermarktung der eigenen Angebote unverzichtbar. Die Skalierbarkeit gibt Auskunft darüber, ob das gewählte Programm in der Lage ist, angemessen mit dem Unternehmen zu wachsen und die anfallenden Kosten haben einen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit, mit der sich das Online-Unternehmen betreiben lässt.

Vorausschauendes Planen erspart den aufwendigen Umstieg

Wer vor der Frage steht, für welches Shop-System er sich entscheidet, der sollte nicht nur den aktuellen Status seines Online-Unternehmens betrachten, sondern einen Blick in die Zukunft werfen. Ein Funktionsumfang, der heute angemessen wirkt, kann sich schon morgen als nicht mehr ausreichend erweisen. Features und Optionen, die im Moment verzichtbar scheinen, können schon bald eine zentrale Bedeutung im Geschäftskonzept erlangen. Um das Risiko der Notwendigkeit eines späteren Systemwechsels möglichst gering zu halten, sollte man vor allem auf die folgenden Faktoren achten:

  • Können die Anzahl an Kategorien und Produkten künftig erweitert werden?
  • Hält das System auch einem hohen Besucherstrom in der Zukunft stand?
  • Sind wichtige Schnittstellen zu Partnern vorhanden oder können diese installiert werden?
  • Lassen sich Design und Benutzerführung verändern und anpassen?

Erst nach einer eingehenden Prüfung dieser Punkte sollten Sie sich für ein Shop-System entscheiden. Die folgenden 5 Expertentipps sollen dazu beitragen, dass Ihre Auswahl nicht zu einem Reinfall wird.

Tipp 1: Analyse, Vergleich, Entscheidung

Die qualifizierte Entscheidung für ein optimales Shop-System setzt eine eingehende und sorgfältige Analyse Ihrer konkreten Anforderungen, Bedürfnisse und Wünsche voraus. Beschäftigen Sie sich intensiv mit Ihrem Geschäftsmodell, Produktbereich und Ihren zentralen Zielgruppen und untersuchen Sie, über welche Funktionen und Eigenschaften Ihr künftiger Shop unbedingt verfügen muss und welche verzichtbar sind. Vergleichen Sie erst nach der Analyse die am Markt angebotenen Systeme und wählen Sie konsequent nach Ihrem Anforderungsprofil die bestmögliche Lösung aus.

Tipp 2: Ein Blick in die Zukunft vermeidet Enttäuschungen

Beschränken Sie Ihre Analyse nicht auf den Status Quo, sondern versuchen Sie künftige Entwicklungen unmittelbar mit einzubeziehen. Vielleicht halten Sie es heute noch für ausreichend, wenn ein Shop-System Ihnen die Einstellung von einigen hundert Produkten ermöglicht. Bedenken Sie aber, dass sich Ihr Geschäftsmodell verändern könnte und dass Sie Ihr Sortiment vielleicht schon in wenigen Monaten so stark erweitern, dass Ihnen das gewählte System deutlich zu klein wird. Denken Sie in diesem Zusammenhang auch über künftige Besucherströme nach und versuchen Sie zu prognostizieren, welche technischen Schnittstellen in der Zukunft wichtig für Ihr Unternehmen sein könnten.

Tipp 3: Kaufen, mieten oder kostenlos nutzen

Grundsätzlich gibt es drei gängige Möglichkeiten zur Nutzung von Shop-Software. Sie können ein Programm gegen die Zahlung eines einmaligen Preises erwerben. Sie können eine Shop-Lösung gegen monatliche Zahlungen auf Mietbasis nutzen oder Sie können sich für eines der kostenlosen Open-Source Modelle entscheiden. Bedenken Sie jedoch, dass es sich bei den reinen Nutzungskosten nur um einen Teil der finanziellen Belastungen handelt. Sie können zum Beispiel davon ausgehen, dass Open-Source-Systeme versierte Grafiker und Programmierer bedingen, um an Ihre Anforderungen angepasst zu werden. Dagegen sind Shop-Systeme auf Mietbasis in der Regel schlüsselfertig und lassen sich sofort einsetzen. Betrachten Sie also vor der Entscheidung immer die vollständigen Kosten des jeweiligen Modells.

Tipp 4: SEO- und Marketing-Funktionen bestimmen Ihren Erfolg

Neben dem Funktionsumfang, dem Design, der Benutzerfreundlichkeit und den Bedienungsmöglichkeiten vom Backoffice aus spielen die integrierten Funktionen und Möglichkeiten in Sachen SEO und Online-Marketing eine wichtige Rolle in Bezug auf den Erfolg Ihres Online-Shops. Viele Shop-Systeme unterstützen Sie als Betreiber aktiv bei der Suchmaschinenoptimierung und stellen Ihnen wirksame Marketing-Tools zur Verfügung, mit der Sie Ihre Kunden binden und Ihre Umsätze steigern können. Achten Sie bei der Auswahl für Ihre künftige Software darauf, ob solche Funktionen zur Verfügung stehen und  führen Sie sich vor Augen, dass Ihr geschäftlicher Erfolg entscheidend davon abhängt, wie gut Ihre Angebote bei den Suchmaschinen gefunden werden und wie intensiv Sie die Möglichkeiten des modernen Online-Marketings nutzen können.

Tipp 5: Im Zweifelsfall lieber rechtzeitig wechseln

Wenn Sie trotz aller Sorgfalt bei der Auswahl feststellen, dass Sie sich für das falsche System entschieden haben, dann sollten Sie einen Wechsel nicht auf die lange Bank schieben. Natürlich ist die Umstellung auf eine andere Software mit einem großen zeitlichen Aufwand und mit Kosten verbunden und gewiss werden Sie während der Zeit des Umstiegs Kunden und Umsätze verlieren. Bedenken Sie aber, dass Aufwand, Kosten und Verluste mit zunehmendem Geschäftsvolumen stetig steigen und führen Sie einen unangenehmen aber notwendigen Wechsel deshalb so früh wie möglich durch.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.