Pressearbeit und Linkaufbau: 5 Profi-Tipps für Backlinks aus der Fachpresse

Die Anzahl und die Qualität der Backlinks einer Internetseite gehören zu den wichtigsten Kriterien, die über das Ranking bei den Suchmaschinen entscheiden. Doch wie gelangt man als E-Commerce-Unternehmen an wirklich hochwertige Verlinkungen? Ein häufig unterschätztes Potenzial ist die konzentrierte Pressearbeit im Hinblick auf anspruchsvolle Fachmedien. Wir erklären, wie Sie diese Strategie als Shop-Betreiber erfolgreich nutzen können.

Pressearbeit und Linkaufbau

Pressearbeit, Fachmedien und Linkaufbau

Wenn Ihr Online-Shop von anerkannten Fachzeitschriften erwähnt und verlinkt wird, dann signalisiert das den Suchmaschinen einen besonders hohen Grad an Authentizität und Qualität. Während viele Verlinkungen im Internet nämlich auf wirtschaftlichen Vereinbarungen, Tauschaktionen oder ähnlichen Methoden basieren, spricht die redaktionelle Berichterstattung über ein Internetunternehmen für dessen Seriosität, Professionalität und Kompetenz.

Entsprechende Erwähnungen wirken dabei gleich auf zweifache Weise. Zum einen wirken sie sich positiv auf Ihr Ranking bei Google & Co. aus und sind allein deshalb schon von unschätzbarem Wert. Zum anderen machen sie aber auch ein ausgewähltes Fach-Publikum unmittelbar auf Ihr Unternehmen aufmerksam und tragen so zu einem verbesserten Bekanntheitsgrad, einer steigenden Reputation und vor allem zu mehr Besuchern auf Ihren Shop-Seiten bei.

Ganz einfach ist es für Internetunternehmer dabei nicht, die Beachtung durch eine Fachredaktion zu erlangen. Gelingt es einem Shop-Betreiber, dass ein Artikel über ihn und seine Angebote erscheint, dann ist das meist das Ergebnis einer sehr langfristig ausgelegten und sorgfältigen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Einfach bei einem entsprechenden Redakteur anzurufen und ihm unverhohlen eine Story über das eigene Unternehmen vorzuschlagen, erfordert nicht nur einen gewissen Mut, sondern ist auch nur in den wenigsten Fällen von Erfolg gekrönt. Journalisten reagieren aus gutem Grund sehr empfindlich, wenn die Wirtschaft sich ihre Publikationen zu eigen machen will.

Es gibt viele gute Gelegenheiten für eine erfolgreiche Pressearbeit

Wir haben bereits festgestellt, dass ein allzu konfrontativer Umgang mit den Medien meist nicht zum Erfolg führt. Stattdessen ist Kontinuität, Hartnäckigkeit und Qualität gefragt, wenn Sie es mit Ihrem Unternehmen in Fachbeiträge, Features oder Interviews bringen wollen. Das Mittel der Wahl sind dabei hochwertige Pressemitteilungen, die Sie immer dann veröffentlichen, wenn es etwas wichtiges über Ihr Unternehmen zu berichten gibt. Solche Pressemeldungen werden im Idealfall sowohl direkt an Redakteure geschickt, die Sie bereits kennen, als auch in den zahlreichen Presseportalen im Internet veröffentlicht. Auf diese Weise schaffen Sie nicht nur die Basis dafür, früher oder später von einer Fachzeitschrift „entdeckt“ zu werden. Sie arbeiten gleichzeitig auch an Ihrem Ranking bei den Suchmaschinen, da die veröffentlichten Pressemitteilungen ja Ihr Unternehmen erwähnen, einen Link zu Ihren Shop-Seiten enthalten und von Google und anderen Suchdiensten wahrgenommen und ausgewertet werden.

Für viele kleine und mittlere Unternehmen ist es allerdings sehr schwierig, immer wieder Themen zu entdecken, die sich dazu eignen, als Pressemitteilung herausgegeben zu werden. So dürfte es die Fachmedien wohl kaum interessieren, wenn Sie eine neue Telefonistin einstellen, ihren Mitarbeitern einen Kaffeevollautomaten spendieren oder eine besonders gelungene Weihnachtsfeier erlebt haben. Stattdessen sind Themen von allgemeinem Interesse gefragt. Denken Sie also etwa an den Launch eines neuen Shop-Systems, die Erweiterung Ihres Sortiments um einen innovativen Produktbereich, einen personellen Wechsel in der Geschäftsleitung oder an eine Kooperation mit einem bekannten Geschäftspartner.

Immer wenn sich in Ihrem Unternehmen etwas ereignet, was, abgesehen von Ihnen und Ihren Mitarbeitern, eine etwas größere Öffentlichkeit interessieren könnte, sollten Sie also darüber schreiben und den Journalisten die Information zur Verfügung stellen. Die Sache mit der Aufmerksamkeit der Redakteure funktioniert dabei ein wenig wie die klassische Werbung. Wenn Sie zum Beispiel im Fernsehen zum ersten Mal einen Spot über ein völlig unbekanntes Produkt von einem Hersteller sehen, von dem Sie noch nie etwas gehört haben, dann wird die Werbebotschaft weitgehend an Ihrem Bewusstsein vorbeigehen. Sehen Sie den Spot allerdings bereits zum zehnten Mal, dann beginnen Produkt- und Markenname für Sie zum Begriff zu werden.

Genau so geht es auch einem Redakteur. Stößt er beim Überfliegen der aktuellen Pressemeldungen zum ersten Mal auf Ihr Unternehmen, dann kann er mit Ihrem Firmennamen noch nichts anfangen und wird die Meldung mit großer Wahrscheinlichkeit überlesen. Wird er aber über Wochen und Monate immer wieder mit Ihrem Unternehmen konfrontiert und bieten Sie ihm dazu eine Headline, die seine Aufmerksamkeit erregt, dann  steigen die Chancen auf eine Erwähnung erheblich.

Auf den Inhalt kommt es an: Selber Quellen schaffen wirkt Wunder

Wir haben Ihnen im letzten Kapitel einige Beispiele für gute Anlässe zu Pressemitteilungen genannt. Dabei werden Sie bemerkt haben, dass Ereignisse, über die sich mit großem öffentlichen Interesse berichten lässt, nicht allzu häufig vorkommen. Dies gilt umso mehr, wenn Ihr Unternehmen eher klein ist. Hier stellt sich die Frage, wie es dennoch gelingen kann, regelmäßige Anlässe für Pressemeldungen zu erzeugen. Die Antwort ist vielleicht einfacher, als Sie es sich vorstellen. Sie müssen nämlich einfach selber Quellen schaffen, wenn in Ihrem Unternehmen nicht genug Berichtenswertes geschieht.

Eigene Quellen zu erzeugen ist dabei gar nicht so schwer. Wir nennen Ihnen einige Beispiele, damit klar wird, was hier genau gemeint ist. Stellen Sie sich vor, dass Sie unter Ihren Kunden eine Umfrage über ein bestimmtes branchenspezifisches Thema durchführen. Nehmen wir an, Sie handeln mit Solarmodulen und Zubehör. Dann könnten Sie Ihre bisherigen Besteller fragen, wie viele Module sich auf den Dächern von deren Häusern bereits im Einsatz befinden und ob für die Zukunft eine Erweiterung der Anlage geplant ist. Das Ergebnis einer solchen Umfrage ist durchaus von allgemeinem Interesse, da es einen Trend und eine Prognose zeichnet. Anschaulich aufbereitet und mit einigen Statistiken und Daten kombiniert, wird aus einer solchen Umfrage eine interessante Quelle, die zur Pressemitteilung taugt.

Ebenso könnten Sie über eine bestimmte Fachmesse aus Ihrem Branchenbereich berichten. Stellen Sie die Veranstaltung vor, fertigen Sie einen individuellen Messebericht an und machen Sie sich auf die Suche nach neuen Trends und Entwicklungen, über die Sie danach schreiben. Auch in diesem Fall haben Sie selber eine Quelle geschaffen, die von hohem allgemeinen Interesse ist.

Ein letztes Beispiel: Beschäftigen Sie sich in Ihrem eigenen Blog und im Rahmen der Pressearbeit mit Gerüchten, Spekulationen und auch Klatsch und Tratsch aus Ihrer Branche. Tüftelt ein bekannter Hersteller im Verborgenen gerade an einem bahnbrechenden Produkt? Gibt es Gerüchte darüber, dass ein wichtiges Unternehmen verkauft werden soll? Steht eine gesetzliche Änderung ins Haus, die einen Einfluss auf die Marktteilnehmer Ihrer Branche hat? Greifen Sie solche Informationen auf und beleuchten Sie sie kritisch und mit vielen Hintergrundinformationen. Auch so entsteht eine wertvolle Quelle, mit der Sie Journalisten der Fachpresse auf sich und Ihr Unternehmen hinweisen können.

Hochwertige Inhalte sollten also grundsätzlich im Mittelpunkt Ihrer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit stehen. Und was Sie sonst noch beachten sollten, wenn Sie sich viele interessante Erwähnungen Ihres Unternehmens in den Fachmedien wünschen, können Sie unseren 5 Profi-Tipps entnehmen.

Profi-Tipp 1: Nur regelmäßige Pressearbeit zahlt sich aus

Kaum ein Marketing-Bereich ist so sehr von Kontinuität abhängig wie die Pressearbeit. Nur wer regelmäßig in den Presseportalen und Informationsdiensten auftaucht, zieht die Aufmerksamkeit der Redaktionen und Journalisten mit der Zeit auf sich. Fertigen Sie deshalb einen verbindlichen Zeit- und Redaktionsplan an und legen Sie bereits im Vorfeld fest, wann Sie wichtige und relevante Informationen verbreiten wollen. Bereiten Sie die Pressemitteilungen frühzeitig vor, holen Sie sich gegebenenfalls professionelle Unterstützung für deren Erstellung und veröffentlichen Sie die Meldungen auf möglichst vielen Presseportalen.

Profi-Tipp 2: Kontakte sind wertvoll und müssen gepflegt werden

Gute Kontakte stehen im Mittelpunkt erfolgreicher Pressearbeit. Besonders wichtig sind Redakteure, Journalisten und Blogger. Begeben Sie sich aktiv auf die Suche nach entsprechenden Verbindungen und nutzen Sie hierzu auch Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn. Pflegen Sie die entstehenden Kontakte mit großer Sorgfalt und achten Sie darauf, dass Redakteure, mit denen Sie bereits in Verbindung stehen, Ihre Pressemitteilungen direkt erhalten.

Profi-Tipp 3: Die Auswahl passender Medien entscheidet über den Erfolg

Als kleines oder mittelgroßes Unternehmen können Sie sich nicht auf die Gesamtheit aller Medien konzentrieren. Zu Beginn Ihrer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sollten Sie deshalb eine Auswahl von Zeitungen, Zeitschriften, Magazinen und Blogs treffen, die Sie in den Mittelpunkt Ihrer Bemühungen stellen. Im Fokus sollten dabei natürlich Publikationen stehen, die möglichst stark mit Ihrem Geschäftsbereich zusammenhängen. Suchen Sie aktiv nach Medien, die sich mit Ihrem thematischen Fokus beschäftigen und bauen Sie vorsichtig aber hartnäckig direkte Kontakte zu den jeweiligen Redaktionen auf.

Profi-Tipp 4: Lernen Sie wichtige von unwichtigen Informationen zu unterscheiden

Nebensächliche und unwichtige Informationen sind jedem Redakteur ein Gräuel. Niemand, der sich beruflich mit Pressemitteilungen beschäftigen muss, freut sich über Meldungen, die niemanden interessieren. Lernen Sie deshalb frühzeitig, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und quälen Sie Ihr Pressenetzwerk nicht mit überflüssigen Informationen ohne jedes öffentliche Interesse. Unter Medienleuten erhalten Sie ansonsten schnell das Etikett des „Schwätzers“, dessen Mitteilungen man geflissentlich übersieht.

Profi-Tipp 5: Halten Sie den allgemeinen Pressekodex ein

Bei allen Bemühungen um eine kreative Pressearbeit mit vielen individuellen Meldungen sollten Sie nie vergessen, dass unter Medienleuten ein sehr verbindlicher Pressekodex gilt. Dieser bezieht sich vor allem auf die Form und den Inhalt von Pressemitteilungen und es gibt kaum einen schnelleren Weg, von Redakteuren dauerhaft ignoriert zu werden, als diesen Kodex zu brechen. Beschäftigen Sie sich deshalb eingehend mit den Grundlagen und Regeln der Pressearbeit und nehmen Sie bei Bedarf professionelle Starthilfe in Anspruch, da Sie ansonsten riskieren, Ihren Ruf zu zerstören, noch bevor Ihre Presse- und Öffentlichkeitsarbeit überhaupt begonnen hat.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.