Mobile Commerce 2013: Drei Strategien für kleine und mittlere Online-Händler

Fast täglich erscheinen neue Nachrichten über immer mehr Internetnutzer, die mobile Endgeräte verwenden, um im Web zu surfen und einzukaufen. Doch während der Trend mehr und mehr ins Bewusstsein der Marktteilnehmer dringt, fragen sich viele Online-Händler: „Was muss ich eigentlich konkret tun, um mein Geschäft auf den Mobile Commerce vorzubereiten?“

Mobile Commerce

Auf die digitale folgt die mobile Revolution

Als vor einigen Jahren die ersten Smartphones auf den Markt kamen, da konnte sich noch  niemand vorstellen, dass wir eines Tages auf den winzigen Bildschirmen der modernen Statussymbole E-Mails empfangen und versenden, Nachrichten aus dem Web lesen, unsere sozialen Netzwerke pflegen und sogar im Internet einkaufen. Mittlerweile sieht das allerdings ganz anders aus: Heute wundert sich niemand mehr darüber, dass mit Handys, Netbooks und Tablets gesurft wird, was das Zeug hält.

Immer mehr Verbraucher haben sich bereits eines oder mehrere mobile Endgeräte gekauft. Andere planen die Anschaffung von Smartphones und Tablets in der nächsten Zeit. Die kleinen Geräte haben dabei das komplette Internetverhalten grundlegend verändert. Wir nutzen das Web mittlerweile von jedem beliebigen Ort aus. Geht uns etwas durch den Kopf, was uns interessiert, dann schlagen wir es im World Wide Web kurzerhand nach. Sehen wir in der Stadt ein Produkt, das uns anspricht, dann nutzen wir unsere digitalen Begleiter, um eine schnelle Recherche zu tätigen. Und immer häufiger beschränkt sich die mobile Internetnutzung nicht auf Informationsbeschaffung und Recherche. Längst haben sich die Konsumenten daran gewöhnt, einen Einkauf unmittelbar mobil zu tätigen.

Experten beobachten dabei einen weiteren neuen Trend: Wir beschränken uns immer seltener auf die gleichzeitige Nutzung von einem digitalen Gerät. Stattdessen sitzen wir zum Beispiel vor dem Fernseher und surfen mit dem Tablet oder dem Smartphone zur selben Zeit im Internet. Für die Werbewirtschaft ergeben sich hieraus interessante neue Strategien: Immer mehr Nutzer werden durch TV-Werbung, Berichte oder andere Sendungen auf ein Produkt aufmerksam gemacht und beginnen im gleichen Moment damit, sich mobil per Internet weitere Informationen zu beschaffen oder den Artikel sogar direkt online zu kaufen.

Verpasste Chancen lassen sich oft kaum noch aufholen

Die großen und marktbeherrschenden Online-Händler haben sich längst auf den mobilen Trend eingestellt und ihre Angebote entsprechend überarbeitet und angepasst. Die Verkaufsseiten wurden auf die Darstellung durch mobile Endgeräte angepasst. Viele Anbieter haben darüber hinaus eigene Apps entwickelt, die ihren mobilen Kunden einen vereinfachten Zugang zu Produkten und Dienstleistungen verschaffen.

Kleine und mittlere Internetunternehmen hängen der Entwicklung leider überwiegend noch hinterher. Teilweise wird der Trend nicht ernst genug genommen, vereinzelt fehlen die Mittel für Investitionen in die nötigen technischen Entwicklungen. Eines muss Online-Händlern dabei allerdings klar sein: Chancen, die sie in der Anfangsphase einer neuen Entwicklung oder eines aktuellen Trends versäumen, lassen sich später nur noch mit größter Mühe nachholen. Während sie nämlich vielleicht noch unschlüssig darüber nachdenken, ob sie im Bereich Mobile Commerce aktiv werden sollten, setzen ihre Konkurrenten längst Konzepte und Strategien um, die ihnen die neuen Marktchancen erschließen.

Zögern Sie also nicht länger, die ersten Schritte in Richtung Mobile Commerce zu gehen und nutzen Sie die folgenden drei Strategien, um Ihren ganz persönlichen Einstieg in das Thema zu finden.

Strategie 1: Eintragung in lokale Branchenbücher

Mobile Endgeräte begleiten moderne Internetnutzer auf Schritt und Tritt. Besonders beliebt bei dieser interessanten Zielgruppe sind Apps, die ortsabhängig anzeigen, welche Geschäfte, Lokale oder sonstige Anbieter sich gerade in der Nähe befinden. Diese sogenannten Localisation Based-Plattformen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und werden ausgiebig genutzt. Beispiele sind Portale wie Google+ Local, Yelp, Urbany, Qype, Foursquare, Plazaa, KaufDa oder Shoutify.

In erster Linie sind solche Plattformen natürlich für Händler und Anbieter von Interesse, die mit stationären Geschäften oder Lokalen arbeiten. Wenn Sie als Online-Händler einen eigenen Show-Room betreiben, dann ist eine entsprechende Eintragung in diese Dienste für Sie unverzichtbar. Aber auch für Händler ohne Ladenlokal lohnt sich der Eintrag. Immerhin werden Sie auf diese Weise häufiger von potenziellen Kunden gesehen und verbessern gleichzeitig auch noch Ihr Ranking bei den Suchmaschinen. Bei den meisten  Localisation Based-Plattformen ist eine Eintragung übrigens kostenlos und lässt sich innerhalb weniger Minuten bewerkstelligen.

Strategie 2: Optimierung der Shop-Seiten für mobile Endgeräte

Moderne Internetseiten und Shopsysteme passen die Darstellung von Inhalten automatisch an das Gerät an, mit dem sie besucht und betrachtet werden. Experten bezeichnen diese besondere Funktion in der Webentwicklung als Responsive Webdesign. Wenn Ihr Auftritt im Web entsprechend optimiert wurde, dann erkennt Ihr Webserver automatisch, mit welchem Endgerät der jeweilige Nutzer Ihre Seiten aufruft und liefert sie in einer optimierten und angepassten Form aus.

So machen Ihre Shop-Seiten, egal ob sie vom klassischen Desktop Rechner, Notebook, Netbook, Smartphone oder vom Tablet aus betrachtet werden, immer eine gute Figur. Vor allem ist so sichergestellt, dass alle wesentlichen Funktionen im Shop, also vor allem die Navigation, Suchvorgänge, Betrachtung von Produktseiten, das Hinzufügen von Produkten zum Warenkorb und der Checkout-Prozess ordnungsgemäß ablaufen.

Strategie 3: Die eigene App als Instrument zur Verkaufsförderung

Abhängig von Ihrem Produktbereich, Bekanntheitsgrad und Ihrem geschäftlichen Konzept kann es sehr sinnvoll sein, Ihrer Zielgruppe eine eigene App anzubieten. Hierbei müssen Sie allerdings zum einen bedenken, dass eine solche App nur dann genutzt wird, wenn Sie für den Anwender interessante Vorteile mit sich bringt und dass die Entwicklung solcher Applikationen sehr aufwendig und mit hohen Kosten verbunden ist. So müssen die Apps für jedes gängige Betriebssystem einzeln erstellt werden und auch die Vermarktung einer entsprechenden Anwendung ist mit einem großen Zeitaufwand verbunden.

Dafür lohnt sich die Arbeit mit nativen Apps aber auch in erheblichem Umfang. Ist es Ihnen erst einmal gelungen, Ihre Interessenten und Kunden für eine ansprechende mobile Anwendung, die Ihre Angebote und Produkte in den Mittelpunkt stellt, zu begeistern, dann ergeben sich erhebliche Möglichkeiten in Sachen Marketing und Verkaufsförderung. Sie können Ihre Nutzer auf diese Weise ständig über attraktive Angebote, aktuelle Nachrichten und spannende Entwicklungen informieren, ihnen interaktive Reaktionsmöglichkeiten bieten und haben deutlich erhöhte Chancen zur Gewinnung vieler Stammkunden.

Weitere Tipps zum Mobile Commerce:
www.internethandel.de/blog/herausforderung-mobile-5-m-commerce-tipps

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.