Heute schon gebloggt? Kreative Themen für Ihren Unternehmensblog

In den vergangenen Jahren hat sich auch im deutschsprachigen Internet eine regelrechte „Blogmania“ entwickelt. Ursprünglich waren die digitalen Tagebücher im Web entstanden, um privaten Personen die Möglichkeit zu geben, ihre Meinungen und Standpunkte mit einer großen Öffentlichkeit zu teilen. Mittlerweile nutzen aber auch immer mehr Unternehmen diese sehr direkte Form der Kundenkommunikation und hierfür gibt es sehr überzeugende Gründe. Wir stellen Ihnen der Unternehmensblog als Marketinginstrument für Online-Händler vor, erklären Ihnen, wie Sie als Autor erfolgreich werden und geben Ihnen Anregungen zur Themenwahl für den eigenen Blog. Darüber hinaus helfen Ihnen 5 bewährte Praxistipps bei einem möglichst vielversprechenden Einstieg in die Welt des digitalen Journals.

Heute schon gebloggt?

Der Unternehmensblog als Marketinginstrument für Online-Händler

Unter einem Blog versteht man ein im Internet geführtes Tagebuch. Bei der Bezeichnung handelt es sich um eine Wortkreuzung aus den englischen Begriffen „Web“ (für World Wide Web) und „Log“ (für Logbook). Neben dem Kurzwort Blog ist auch der Name Weblog gebräuchlich. Man kann übrigens sowohl „das Blog“ als auch „der Blog“ sagen. Den Verfasser des digitalen Journals bezeichnet man als Blogger oder Web-Logger.

Die ersten Blogs tauchten Mitte der 1990er Jahre auf und dienten Netz-Pionieren als Medium, um regelmäßig Einträge über ihr Leben und ihre Gedanken zu veröffentlichen. Im Jahr 1996 erschien der erste deutschsprachige Blog. Ende 2011 wurden weltweit bereits mehr als 170 Millionen Blogs gezählt. Deutschland ist ein in dieser Hinsicht besonders aktives Land: Hier betreiben schon heute über 8 Prozent aller Internetnutzer einen eigenen Blog.

War die Blogger-Bewegung zu Beginn fast ausschließlich privat geprägt, so entstanden in den letzten Jahren immer mehr Unternehmensblogs. Gerade für Internetfirmen bietet ein eigener Blog eine ganze Reihe an überzeugenden Vorteilen:

  • Interessante und aktuelle Inhalte binden Verbraucher an die Webseite
  • Hochwertiger Content stärkt das Ranking bei den Suchmaschinen
  • Blogartikel können aktiv Produkte verkaufen und erhöhen das Kundenvertrauen
  • Ein eigener Blog unterstützt die Vernetzung auf den sozialen Plattformen

Wer seinen Besuchern und Kunden auf den eigenen Webseiten regelmäßig neue und spannende Inhalte anbietet, der schafft damit die Voraussetzung für eine hohe Wiederbesuchsquote. Hat sich ein Internetnutzer erst einmal daran gewöhnt, dass er auf bestimmten Shop-Seiten immer wieder interessante Artikel entdeckt, dann wird er in der Folge häufig zurückkehren und dabei natürlich auch aktuelle Angebote im Shop entdecken. Die Suchmaschinen lieben aktuellen und relevanten Content und belohnen entsprechend aufgestellte Seiten mit einem guten Ranking. Vor diesem Hintergrund ist der eigene Unternehmensblog ein sehr effizientes Mittel zur Suchmaschinenoptimierung.

Der Blog kann unter anderem eingesetzt werden, um das Interesse der Leser auf bestimmte Produkte und Angebote zu lenken. Außerdem bietet er dem Shop-Betreiber die Möglichkeit, sich seiner Zielgruppe auf besonders persönliche und authentische Weise zu präsentieren. Das stärkt den Vertrauensaufbau und reduziert Bestellbarrieren. Nicht zuletzt sorgt ein regelmäßig geführter Blog auch für eine gesteigerte Präsenz innerhalb der sozialen Netze, da interessante Artikel von vielen Verbrauchern gerne bei Facebook, Twitter & Co. geteilt werden. Das erhöht die Sichtbarkeit im Internet und sorgt dadurch für neue Besucher und Kunden.

Aller Anfang ist schwer: Vom Selbstverständnis des Bloggers

Wenn Sie sich als Shop-Betreiber dazu entscheiden, einen eigenen Unternehmensblog zu starten, dann ist dies sicher nicht Ihr erster Ausflug in die Welt der Texter und Redakteure. Wahrscheinlich haben Sie bereits viele Texte auf Ihren Shop-Seiten selber erstellt und verfügen bereits über eine gewisse Erfahrung als Autor. Wenn es allerdings bisher in erster Linie um Produkttexte, Kategoriebeschreibungen und andere Verbrauchertexte ging, dann müssen Sie vor dem Beginn Ihrer neuen Tätigkeit als Blogger ein wenig umdenken.

Während im Bereich der allgemeinen Shop-Texte vor allem ein hohes Maß an Seriosität von Ihnen erwartet wird, was sich nicht zuletzt in einer deutlichen Distanz zum jeweiligen Gegenstand und auch zum Besucher Ihrer Web-Shops ausdrückt, sollen Sie sich dem Leser Ihres Blogs möglichst authentisch präsentieren. Hier ist Ihre persönliche Meinung ebenso gefragt wie ein individueller Stil und eine enge Verbindung zum Empfänger.

Aus dem Ärmel schütteln lässt sich eine solche Identität als erfolgreicher Blogger natürlich nicht. Es bedarf einiger Übung, um Leser durch den persönlichen Stil und den individuellen Umgang mit Informationen zu fesseln und zu faszinieren. Dabei spielt vor allem die Auswahl der richtigen Themen eine wichtige Rolle.

Spannende und interessante Themen entscheiden über den Erfolg

Eine der ersten und gleichzeitig wichtigsten Fragen, mit denen man sich als bloggender Online-Händler beschäftigen muss, lautet: Worüber soll ich eigentlich schreiben? Von dieser Entscheidung hängt es hauptsächlich ab, ob Besucher im Shop den Blog als spannend und interessant erleben. Eines muss dabei klar sein: Wer als Shop-Betreiber den eigenen Blog lediglich als Ausdehnung der bereits vorhandenen Textbestandteile betrachtet oder wer seinen Blog vordergründig zur Werbung für eigene Angebote nutzt, der hat kaum eine Chance, eine breite Leserschaft zu gewinnen.

Natürlich dürfen Sie Ihr digitales Tagebuch von Zeit zu Zeit nutzen, um darin auf neue Produkte, Aktionen oder Sonderangebote aufmerksam zu machen. Gute und erfolgreiche Blogs zeichnen sich allerdings in erster Linie durch eine große Themenvielfalt aus, die sich dennoch eng an den Interessen und Vorlieben der zentralen Zielgruppe orientiert. Je spezieller der Produktbereich Ihres Shops ausgelegt ist, desto leichter haben Sie es mit der Auswahl passender Themen.

Wenn Sie zum Beispiel mit Kletterzubehör oder anderen alpinen Produkten handeln, dann können Sie im Blog hervorragend über interessante Kletter- und Wanderrouten, über touristische Highlights oder über regionale Themen aus den wichtigsten Zielgebieten berichten. Beschäftigt sich Ihr Online-Shop stattdessen mit Autozubehör, dann gehören wichtige Automobilmessen, neue Fahrzeuge, gesetzliche Änderungen für Verkehrsteilnehmer oder beispielsweise Berichte über die Entwicklung von Benzinpreisen auf Ihre Agenda.

Der Blog eines Shops für Kinderartikel und Spielwaren kann sich bei Gelegenheit mit der aktuellen Gesetzgebung in Sachen Kinderbetreuung oder mit der „Herdprämie“ beschäftigen, während ein Anbieter für Kaffee- und Espressomaschinen seinen Lesern das Gütesiegel „Fair Trade“ vorstellt oder einen Beitrag zur physiologischen Wirkung von Koffein veröffentlicht. Besonders einfach haben es unter anderem Shops für Heimwerker- oder Gartenzubehör: Hier bietet sich immer ein guter Anlass, um Bastelanleitungen, Ratgeber, Gartentipps oder saisonal geprägte Hinweise zu bringen.

Eine Themenkategorie sollte dabei, unabhängig vom konkreten Produktbereich, in keinem Blog eines Online-Händlers fehlen: Berichten Sie regelmäßig über Neuigkeiten aus dem eigenen Unternehmen. Stellen Sie zum Beispiel neue Mitarbeiter vor, erzählen Sie von Umzugsplänen oder lassen Sie den Leser virtuell an der Weihnachtsfeier oder dem Firmenjubiläum teilnehmen. Zeigen Sie Persönlichkeit und erlauben Sie es Ihren Lesern, Sie ein wenig besser kennenzulernen. Sie werden schnell feststellen, dass diese persönlich geprägte Sicht auf die Dinge der Vertrauensbildung dient und sich nicht zuletzt auch positiv auf Ihre Conversion-Rate auswirkt.

Die folgenden 5 Praxistipps erleichtern Ihnen den Einstieg in den eigenen Unternehmensblog und helfen Ihnen dabei, die ersten Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Blogger erfolgreich zu absolvieren.

Tipp 1: Inspiration ist erlaubt

Ihr erster Beitrag für den eigene Unternehmensblog ist der schwierigste. Wenn Sie angesichts der Frage, welches Thema Sie wählen, wie Ihr Text beginnt oder welchen Stil Sie verwenden unsicher fühlen, dann stehen Sie damit nicht alleine. Zur Vorbereitung empfehlen wir Ihnen, sich möglichst viele andere Blogs anzuschauen. Lassen Sie sich von der Form, dem Inhalt und den Themen anderer Shop-Betreiber inspirieren und machen Sie sich keine Sorgen darüber, als Plagiator entlarvt zu werden, denn sobald Sie mit der Arbeit an dem Text beginnen, wird er ohnehin von Ihrem persönlichen Stil geprägt. Wenn Ihnen der Einstieg schwer fällt, dann trösten Sie sich damit, dass das Bloggen von Artikel zu Artikel immer einfacher wird.

Tipp 2: Setzen Sie auf Testleser

Bevor Sie Ihre eigenen Blogartikel einer breiten Leserschaft zugänglich machen, sollten Sie ihn zunächst einigen Personen aus Ihrem direkten Umfeld vorlegen, um verschiedene Meinungen hierzu einzuholen. Als Testleser eignen sich zum Beispiel Familienmitglieder oder Freunde, aber natürlich vor allem auch Ihre Mitarbeiter. Nehmen Sie Kritik, Anregungen und Verbesserungsvorschläge ernst und korrigieren Sie Ihren Artikel so lange, bis die Testleser und Sie selber damit zufrieden sind. Durch dieses Vorgehen gewinnen Sie schnell Selbstbewusstsein als Texter und entwickeln ein Gespür für Texte, die den Leser interessieren und fesseln.

Tipp 3: Vermeiden Sie offensive Werbung

Ein sehr häufig in Unternehmensblogs zu findender Fehler ist der zu offensichtliche Einsatz von Werbung. Wenn der Leser feststellt, dass hinter einem Artikel kein interessanter Mehrwert und keine neue Information, sondern stattdessen nur ein plumper Versuch steckt, ihn zum Einkauf zu bewegen, wird er sich schnell abwenden und Ihrem Blog einen gegenteiligen Effekt bescheren. Trauen Sie Ihren Besuchern also lieber zu, dass Sie von einem interessanten Artikel aus ganz von selber auf den Gedanken kommen, sich anschließend im Shop nach thematisch passenden Produkten und Angeboten umzuschauen.

Tipp 4: Nutzen Sie interne Links sparsam aber konsequent

Nicht zuletzt soll Ihr Blog auch einem verbesserten Ranking bei den Suchmaschinen dienen. Um dieses Ziel zu erreichen, empfiehlt es sich einerseits, wichtige Keywords im Titel und im eigentlichen Text auftauchen zu lassen, die in engem Zusammenhang mit Ihrem Produktbereich stehen. Darüber hinaus sollten Sie aber auch Gebrauch von der internen Verlinkung machen. Verknüpfen Sie zum Beispiel mehrere Blogartikel die sich thematisch überschneiden miteinander oder verlinken Sie von Zeit zu Zeit vom Blogbeitrag aus direkt auf eine Ratgeber-, eine Kategorie- oder eine Produktseite. Setzen Sie dieses Mittel konsequent aber sparsam ein. Schließlich soll sich Ihr Blog nicht als „Link-Wüste“ präsentieren, sondern dem Besucher einen echten Mehrwert bieten.

Tipp 5: Arbeiten Sie mit einem Themenfahrplan

Ihr Blog wird nur dann erfolgreich werden, wenn Sie ihn regelmäßig pflegen. Im Internet stößt man auf viele Unternehmensblogs, deren letzter Eintrag bereits Monate zurückliegt. Führen Sie sich vor Augen, dass eine solch unregelmäßige Beschäftigung mit dem Blog seine potenziell positive Wirkung schnell ins Gegenteil verkehren kann. Um Ihnen die kontinuierliche Arbeit mit dem digitalen Journal zu erleichtern, empfehlen wir einen Themenfahrplan. Sie sollten auf Ihrem Rechner immer ein Textdokument pflegen, in dem Sie interessante Themen notieren, sobald Sie darauf stoßen. Planen Sie außerdem frühzeitig bestimmte Ereignisse ein, die mit Ihrer Branche zusammenhängen und über die Sie schreiben wollen. Der Fahrplan leistet Ihnen immer dann wertvolle Dienste, wenn Sie einen neuen Beitrag verfassen sollen, Ihnen auf Anhieb aber kein passendes Thema einfällt.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.