[Interview] Freiheit dank Boxershorts mit Taschen

Tragekomfort, ausgefallene Muster und Taschen – diese Boxershorts sind einfach anders. Pockies kombiniert die Funktonalität einer Hose mit der Bequemlichkeit einer Boxershort. Im Interview mit internethandel erzählt Mit-Gründer Michiel Dicker, welche Herausforderungen bei der Gründung bewältigt werden mussten und warum Pockies inzwischen für ein eigenes Lebensgefühl steht.

Pockies-Gründer Karel Bosman, Michiel Dicker und Rob ten Hoove

1. Herr Dicker, wer sind Sie?
Ich heiße Michiel Dicker, bin 26 Jahre alt, habe Geschichte und Journalismus studiert und meine Zukunft weggeworfen um ein Leben in Boxershorts zu genießen. Bis jetzt klappt das auch ganz gut.

2. Wie würden Sie Pockies selbst beschreiben?
Pockies ist eine Marke, bei der es um Komfort geht. Wir wollen unseren Kunden die ultimative Freiheit bieten, keine Hosen zu tragen. Ihnen entspannte Momente auf dem Sofa an einem Sonntag schenken und ihnen den Stress mit den bequemsten Boxershorts der Welt nehmen. Und obendrein haben unsere Boxershorts auch noch Taschen. Also kein „Wo ist mein Handy?“ oder „Wer hat mein Päckchen Cracker gestohlen?!“ Sie sind sicher und gesund in den Taschen deiner Unterwäsche.

Pockies, die Unterhose mit Taschen - ein voller Erfolg

3. Seit wann gibt es Pockies und was war der entscheidende Gründungsimpuls?
Unser Webshop ging in den Niederlanden im März 2015 online – allerdings begann alles ein Jahr früher auf unserer Couch. Ich lag, wie so oft auf dem Sofa, etwas verzweifelt, weil ich mein Handy die ganze Zeit im Spalt verlor. Nirgendwo, konnte ich mein Handy aufbewahren also dachte ich laut: „Warum haben Boxershorts eigentlich keine Taschen?“ Rob und Karel (die anderen beiden Gründer) sagten „warum machen wir nicht selber?!“ Und der Rest ist Geschichte.

4. Wie verlief die eigentliche Gründungsphase?
Ohne jegliche Erfahrung in der Modebranche haben wir uns auf die Suche nach Produzenten gemacht, die Boxershorts herstellen. Wir wollen mit einer hohen Stückzahl (2000 Stück) beginnen, daher haben wir keinen passenden Hersteller in den Niederlanden gefunden. Also haben wir angefangen im Ausland zu suchen. Wir haben uns verschiedenen Hersteller nach bestimmten Kriterien ausgewählt. Die Fabriken wurden uns dann via Skype gezeigt. Wir haben unsere Suche auf 10 Hersteller eingeschränkt und uns jeweils ein Muster anfertigen lassen und wählten dann schlicht die beste Variante aus. Unsere Hauptsorge war natürlich, dass wir auf unseren 2000 Boxershorts sitzen bleiben und keiner unsere Idee versteht. Unsere andere Sorge war, dass der Hersteller mit unserem Geld davonlaufen würde. Beides ist glücklicherweise nicht passiert.

Pockies im internethandel-Interview

5. Wie wurde das Gründungskapital finanziert?
Das Gründungskapital kam einzig und allein aus unserer eigenen Tasche – keine Investoren. Wir wollten unser eigenes Ding machen. Zugegebenermaßen gab es keinen richtigen Business Plan – wir wussten nur dass alles (außer unser Produkt) billig sein musste. Wir haben die Webseite selbst gebaut und haben unserer Freunde als Photographen und Models missbraucht. Alles lief wunderbar und wir können bis heute sagen, dass wir bis heute keine kritischen Momente hatten.

6. Wo sehen Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal (oder USP) gegenüber Ihren Mitbewerbern?
Unser Alleinstellungsmerkmal sind offensichtlich unsere Taschen in den Boxershorts. Keine andere Unterwäschemarke verbindet Bequemlichkeit mit Funktionalität so gut wie wir es tun. Wer unsere Unterhosen einmal getragen hat, kommt immer wieder für Mehr. Sobald eine „normale“ Unterhose angezogen wird landen die Handys in ihren Einzelteilen auf dem Boden.

7. Welches war die größte Herausforderung, die von Ihnen bewältigt werden musste?
Die größte Herausforderung war sicherlich die Modeindustrie zu verstehen und sich in ihr einzuleben. Es funktioniert alles ganz anders als wir uns das vorgestellt hatten. Und dadurch, dass wir mit unserem eigenen Onlinestore angefangen haben, hatten wir keine Kontakte zu anderen Händlern. Und das Offlinegeschäft ist nochmal ein ganz anderes Thema als Online.

Interview mit Michiel Dicker - Mitgründer von Pockies

8. Was würden Sie rückblickend auf die Startphase von Pockies ändern?
Ich könnte Ihnen erzählen, dass es schlau gewesen wäre, einen Business Plan zu haben oder wir eine genaue Marktanalyse hätten durchführen solle – aber dann würde ich Sie anlügen. Mir gefällt, wie wir angefangen haben und das ist der Weg den wir auch noch heute gehen. Wir machen was wir wollen und was uns gefällt und sind damit weiter auf einem guten Weg.

9. Gab es während der Gründungszeit auch unerwartete Fortschritte oder Meilensteine?
Da wir am Anfang alle noch mitten im Studium waren, gab es im ersten Jahr Momente an denen wir die Arbeit kurzfristig unterbrechen mussten. Aber als wir schließlich das Tempo wieder aufnahmen, lief alles ganz glatt, so dass die Gründungsphase eigentlich ein schneller Prozess war!

10. Mit welchen Marketingaktivitäten und -kanälen erreichen Sie die Zielgruppe von Rockies?
Hauptsächlich über Sozialmedia – Kanäle wie Instagram und Facebook. Unsere Kunden sind sehr jung und dort erreicht man sie am besten.

Pockies - die Unterhose mit Taschen

11. Nach dem erfolgreichen Start: Wie schöpfen Sie neue Energie und Motivation für Rockies?
So viel neue Energie brauchen wir gar nicht. Wir haben den besten Job auf dieser Welt. Drei Freunde die zusammenarbeiten, unabhängig und frei sind und die Möglichkeit haben alles zu kreieren was ihnen gefällt.

12. Welche Eigenschaften sollte ein Existenzgründer mitbringen und welche eigene Erfahrung würden Sie an andere Gründer weitergeben?
Der wichtigste Faktor ist sich nicht an der Idee aufzuhalten, sondern einfach anzufangen. Alles andere ergibt sich im Laufe des Prozesses und man passt sich den kommenden Gegebenheiten an. Das macht es sehr spannend und aufregend. Verschwende keine Zeit drüber nachzudenken, was alles schief gehen kann. Und höre nicht zu sehr auf das was andere dir predigen und aufzeigen wollen. Jeder der für sich selbst arbeitet kommt voran durchs ausprobieren. Es gibt keinen genauen Plan für Erfolg. Vertrau Dir selbst und deinem Weg.

13. Wo sehen Sie zukünftig die größten Herausforderungen für Pockies?
Wenn die Leute Taschen irgendwann für überflüssig halten. Dann wird es schwierig für uns.
 
 
 

 
 


 
 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.