Herausforderung M-Commerce: 5 Tipps, um den Anschluss nicht zu verpassen

Als Online-Händler sind Sie in einer technologisch anspruchsvollen Branche tätig. Mit dem Internet nutzen Sie einen schnell wachsenden Vertriebskanal, der noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Umso wichtiger ist es allerdings, dass Sie sich auf Ihrem technischen Status Quo nicht ausruhen, sondern immer wieder nach Innovationen und Trends im E-Commerce Ausschau halten und Ihr Geschäftsmodell an neue Entwicklungen anpassen. Aktuell sollten sich Internetunternehmer vor allem mit der rasant wachsenden Nutzung von mobilen Endgeräten beschäftigen. Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihren Web-Shop fit für den M-Commerce gestalten.

M-Commerce

Der Anteil der mobilen Internet-Nutzung wächst exponentiell

Wussten Sie, dass seit der ersten Einführung eines Apple iPad weltweit bereits mehr als 100 Millionen Tablet Computer verkauft wurden? Ein aktuelle Studie von Uniqloud hat im Februar dieses Jahres untersucht, wie sich die Marktanteile von Desktop-Rechnern, Laptops, Netbooks und Tablets in den vergangenen Jahren entwickelt haben und aus den Daten eine Prognose für die nähere Zukunft abgeleitet. Aus der Untersuchung geht hervor, dass der Verkauf von Tablets voraussichtlich bereits im Jahr 2016 den Marktanteil von Tischrechnern überholen wird. Netbooks spielen seit Einführung der Tablet-PCs annähernd keine Rolle mehr am Markt und lediglich der Verkauf von Laptops wird durch die neue Technologie nicht gedämpft.

Interessant in diesem Zusammenhang: Auch die mengenmäßige Verteilung der verschiedenen Betriebssysteme unterliegt derzeit einer deutlichen Entwicklung. Während Apple noch im Jahr 2011 mit einem Marktanteil von 67 Prozent sehr weit vorne rangierte und das Google System Android lediglich einen Anteil von 29 Prozent erreichen konnte, zeichnet sich hier eine Wende ab. Bereits im Jahr 2015 soll die Anzahl der Apple-Nutzer im Bereich der Tablet-PCs auf 47 Prozent absinken, während sich der Android-Anteil auf 36 Prozent erhöhen könnte. Und auch das Microsoft System Windows 8 setzt sich allmählich stärker durch und wird gemäß Prognose bis 2015 einen Marktanteil von immerhin 11 Prozent erreichen.

Uniqloud hat innerhalb der genannten Studie auch untersucht, auf welche Weise die Tablets von Verbrauchern genutzt werden:

  • 84 Prozent nutzen die Geräte zum Spielen
  • 78 Prozent führen Recherchen und Suchanfragen auf dem Tablet durch
  • 78 Prozent informieren sich im Internet über interessante Produkte
  • 72 Prozent nutzen das Tablet bereits zum Online-Einkauf
  • 54 Prozent lesen und schreiben E-Mails auf dem Tablet

Mobile Internet-Trends im Jahr 2013

Mit der rasend schnellen Verbreitung der mobilen Endgeräte hat sich also auch das Nutzungsverhalten der Anwender bereits stark verändert. Beobachtet man die aktuellen Entwicklungen, dann zeichnen sich für das Jahr 2013 vor allem die folgenden Trends im Bereich der mobilen Internet-Nutzung ab:

  • Mobile Recherche im Internet per Suchmaschine
  • Aktive Nutzung von Ortungsdiensten
  • Mobile Shopping als Alternative zum Einkauf per PC
  • Teilnahme an Echtzeit-Auktionen
  • Interesse an mobilen Zahlungsverfahren

Bereits in diesem Jahr soll die Internetsuche per Mobilgerät die Web-Recherche auf Tischrechnern zahlenmäßig überholen. Darüber hinaus setzen die Nutzer von Smartphones und Tablets verstärkt auf den Einsatz von Ortungsdiensten, um sich über regionale Angebote informieren zu lassen. Besonders interessant für Online-Händler: Der Anteil des M-Commerce steigt stetig an. Immer häufiger wird das Tablet in ganz alltäglichen Situationen zur Hand genommen, um sich unterwegs oder vor dem Fernseher direkt über ein interessantes Produkt zu informieren und dieses unmittelbar zu bestellen. Der Mobile Commerce ergänzt sich dabei vor allem hervorragend mit Echtzeit-Auktionen und zeitlich begrenzten Angeboten. Verbraucher können so von jedem beliebigen Ort aus und zu jeder Zeit „zuschlagen“, wenn sie ein attraktives Angebot entdecken. Nicht zuletzt wächst auch das Interesse an mobilen Zahlungsverfahren. Wer mit dem mobilen Endgerät bezahlen kann, der benötigt unterwegs weder Bargeld noch Kredit- oder Bankkarten.

Angesichts dieser Entwicklungen wird es für Online-Händler immer wichtiger, sich auf den Mobile Commerce einzustellen und ihre Angebote rechtzeitig auf das veränderte Einkaufsverhalten zu optimieren. Die folgenden 5 Profi-Tipps helfen Ihnen dabei, Ihren persönlichen Einstieg in den M-Commerce zu finden.

Tipp 1: Seiten für M-Commerce optimieren

Um als Online-Händler überhaupt vom Wachstumsmarkt Mobile Commerce profitieren zu können, müssen Sie Ihre Shop-Seiten auf die neue Technologie optimieren. Untersuchungen haben gezeigt, dass Verbraucher, die mit einem mobilen Endgerät einen Online-Shop betreten, der nicht auf diese Darstellungsform optimiert wurde, ihren Besuch innerhalb weniger Sekunden abbrechen und sich einem anderen Anbieter zuwenden. Bieten Sie Ihren mobilen Kunden daher ein eigenständiges Design und einen optimierten Aufbau und lassen Sie sich bezüglich der anstehenden Programmier- und Gestaltungsarbeiten von versierten Fachleuten beraten.

Tipp 2: Aktiv Vertrauen aufbauen

Da es sich beim M-Commerce um eine vergleichsweise neue Sparte handelt, müssen Online-Händler hier in Sachen Vertrauensbildung noch Pionierarbeit leisten. Neben einer einwandfreien grafischen Umsetzung der betreffenden Inhalte ist es also besonders wichtig, dass Sie Ihren Kunden durchgängig Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit signalisieren. Dies betrifft vor allem den Check-out Prozess und den Bezahlvorgang. Achten Sie von daher also auf größtmögliche Transparenz und setzen Sie nach Möglichkeit die Gütesiegel renommierter und bekannter Anbieter ein.

Tipp 3: QR-Codes auf der Verpackung nutzen

Bei QR-Codes handelt es sich um kleine grafische Signets, die mit den eingebauten Kameras mobiler Endgeräte gescannt werden können und  die den Anwender dann direkt zu einer entsprechend verknüpften Internet-Seite führen. Als Online-Händler können Sie QR-Codes optimal auf den Verpackungen Ihrer Sendungen einsetzen, um die Empfänger unmittelbar auf Ihre mobilen Shopping Angebote aufmerksam zu machen. So erreichen Sie Ihren Kunden in einem Moment großer Aufmerksamkeit und positiver Stimmung, die Sie optimal nutzen können, um ihn zu Folgeeinkäufen und einer verstärkten Beschäftigung mit Ihrem Angebot zu motivieren.

Tipp 4: Eigene Apps gezielt einsetzen

Besonders erfolgreiche Online-Händler beschränken sich in Sachen M-Commerce nicht darauf, ihre bestehenden Seiten für die mobilen Endgeräte zu optimieren, sondern bieten ihren Besuchern zusätzlich spezialisierte Apps an, mit denen sich die Angebote und Informationen noch effizienter nutzen lassen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, dann sollten Sie auch für Ihre Kunden ein entsprechendes kleines Programm erstellen lassen. Damit gewinnen Sie zusätzliche Interessenten, die durch einen App-Store auf Sie aufmerksam werden und verstärken die Bindung zwischen Ihrer Zielgruppe und Ihrem Online-Shop.

Trend 5: Online-Offline Kombinationen

Die aktuellen Entwicklungen in Sachen M-Commerce sind unter anderem prädestiniert für die Umsetzung von verkaufsfördernden Online-Offline-Kombinationen. Da die Nutzer mobiler Endgeräte ihren aktuellen Standort häufig in Such- und Recherchevorgänge einbeziehen, bieten sich Online-Händlern, die gleichzeitig ein stationäres Ladengeschäft betreiben, optimale Möglichkeiten, um neue Kundengruppen auf sich aufmerksam zu machen. Durch den Einsatz entsprechender Konzepte können Sie gezielt Verbraucher in Ihr Geschäft leiten und gleichzeitig das Interesse von Online-Kunden auf sich ziehen, die einem Anbieter in regionaler Nähe meist deutlich mehr Vertrauen entgegen bringen.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.