Eine neue Rechtsform setzt sich durch: Die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft

INTERNETHANDEL Nr. 101 03/2012 - Die Mini GmbHIm November 2008 hat der deutsche Gesetzgeber im Rahmen des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) eine neue Rechtsform für Unternehmen zugelassen. Bei der haftungsbeschränkten Unternehmer­gesellschaft handelt es sich um eine Variante zur klassischen GmbH und damit um eine Kapitalgesellschaft. Für die beteiligten Gesellschafter ist dieser Status vor allem damit verbunden, dass sich die vertragliche Haftung nicht auf das eigene Privatvermögen erstreckt. Während die Inhaber von Einzelunternehmen und die Gesellschafter von Personen­gesellschaften in voller Höhe haften, wenn das Unternehmen Forderungen von Lieferanten, Geschäftspartnern, Mitarbeitern, Banken oder Finanzämtern nicht aus eigener Kraft erfüllen kann, beschränkt sich die vertragliche Haftung der Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft immer nur auf den Betrag, mit dem sie jeweils am Stammkapital des Unternehmens beteiligt sind. Der wesentliche Unterschied zwischen der herkömmlichen GmbH und der haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft besteht in der Höhe des Gründungskapitals. Während die GmbH Gründung ein Mindestkapital in Höhe von 25.000 Euro bedingt, lässt sich die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft bereits mit einem Kapital von nur einem Euro gründen.

Das neue Konzept wendet sich vor allem an Existenzgründer und Jungunternehmer, denen aufgrund geringer Eigenmittel der Zugang zu einer Kapitalgesellschaft bislang versperrt war. Der Gesetzgeber hat die neue Rechtsform eingeführt, um diese Personengruppe zu unterstützen und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland attraktiver zu gestalten. Bereits ein Jahr nach der Einführung waren in Deutschland rund 20.000 haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaften gegründet worden. Im gleichen Zeitraum verzeichneten die Industrie- und Handelskammern mehr als 230.000 Anfragen zu der neuen Unternehmensform. An der hohen Zahl an Gründungen und der regen Nachfrage kann man die breite Akzeptanz der haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft durch die deutsche Gründungsszene gut erkennen. Beliebt ist die Rechtsform unter anderem auch wegen ihrer stark vereinfachten Gründungsformalitäten und den geringen Kosten, die mit der Gründung verbunden sind. Als Variante der GmbH gilt für die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft allerdings auch die Pflicht zur doppelten Buchführung und zur Bilanzerstellung. Außerdem müssen die beteiligten Gesellschafter 25 Prozent der Jahresüberschüsse als Rücklage ansparen, bis ein Gesamtkapital in Höhe von 25.000 Euro entstanden ist. Ab diesem Zeitpunkt kann die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft dann jederzeit in eine vollwertige GmbH umgewandelt werden.

Um Existenzgründern und angehenden Unternehmern die Vorteile, die mit der Gründung einer haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft verbunden sind, vor Augen zu führen, hat sich das Online-Magazin INTERNETHANDEL in seiner aktuellen Ausgabe (Nr. 101, März 2012) umfassend mit diesem Thema beschäftigt. Interessierte Leser erfahren hier alles über die Gründungsformalitäten, die Kosten der Gründung und die Pflichten und Rechte der beteiligten Gesellschafter. Interviews mit erfolgreichen Gründern ergänzen die Berichterstattung und verdeutlichen, warum sich die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft vor allem für Existenzgründungen im Bereich Online-Handel eignet.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.