Bald neue SEO-Chance für Online-Händler: Grundsatzartikel bei Google

Wir leben im Zeitalter der digitalen Inhalte. Überall und zu jeder Zeit sind wir mit Informationen konfrontiert, die uns über stationäre und zunehmend auch über mobile Geräte erreichen. Im Online-Handel spielt guter Content eine anspruchsvolle Doppelrolle: Er entscheidet über Ihre Conversion-Rate und er bestimmt darüber, wie viele neue Besucher Ihre Seiten überhaupt zu sehen bekommen. Ohne eine gezielte Content Marketing-Strategie verlieren Shop-Betreiber heute schnell den Anschluss an die Konkurrenz. Da liegt es gerade genau im Trend, dass Google in den USA mit den sogenannten „In-depth articles“ ein ganz neues Inhaltsformat einführt.

Grundsatzartikel bei Google als SEO-Chance für Online-Händler

Content Marketing gewinnt ständig an Bedeutung

Im Internet dreht sich alles um Inhalte. Sprache, Bilder, Videos und Grafiken bestimmen die visuellen Erlebniswelten im World Wide Web. Im Mittelpunkt steht allerdings die ursprünglichste Form der Massenkommunikation: Der Text. Um die Bedeutung des geschriebenen Wortes in der Internetkommunikation zu ermessen, können Sie sich Ihren eigenen Shop ja einmal kurz ohne Texte vorstellen. Kein freundliches Willkommen für Ihre Besucher, keine Kategoriebezeichnungen und Verbrauchertexte, keine Produkttitel und Artikelbeschreibungen, keine Kundenfeedbacks und keine Hinweise auf Zahlungssysteme, Versandservices oder sonstige Angebote.

Kurz gesagt sähe Ihr Shop ohne Texte sehr leer aus und es würde sich wohl kaum ein Kunde finden, um bei Ihnen einzukaufen. Apropos „Kunde“ und „finden“: Die meisten neuen Besucher erhalten Sie als Shop-Betreiber über die Suchmaschinenoptimierung und vergleichbare Marketing-Strategien. Und auch in diesen Bereichen gilt: Es geht nichts über aktuelle, einmalige, professionelle und informative Inhalte, wenn Sie Wert auf ein gutes Ranking bei Google & Co. legen. Doch warum ist das eigentlich so? Aus welchem Grund entscheidet vor allem die Qualität Ihrer Shop-Texte darüber, ob Sie es bei den Suchmaschinen auf einen der vorderen Plätze bringen oder ob Ihre Angebote in den hinteren Reihen versauern, wo sie von fast keinem Verbraucher wahrgenommen werden?

Um die Strategie von Google zu verstehen, muss man einen Blick auf die zentrale Zielsetzung der weltweit größten Suchmaschine werfen. Google verfolgt nämlich die Absicht, jedem Internetnutzer, der sich mit einer Anfrage an die Suchmaschine wendet, die bestmöglich passenden Ergebnisse zu zeigen. Da die Suche selber in Textform erfolgt, greift Google zur Auswertung und Bestimmung relevanter Ergebnisse natürlich ebenfalls auf die Texte der verschiedenen Internetseiten zurück. Die Suchmaschine versucht zu analysieren, was genau ein Internetnutzer gemeint haben könnte und liefert ihm eine Auflistung von Seiten, die sich möglichst exakt mit dem jeweiligen Thema beschäftigen. Hierzu generiert Google zunächst eine Vorauswahl an Ergebnissen, die vor allem vor dem Hintergrund häufig vorkommender Begriffe und Keywords erstellt wird.

Im nächsten und entscheidenden Schritt geht es nun um die exakte Reihenfolge der angezeigten Ergebnisse. Hier soll der Anwender die besten und relevantesten Ergebnisse möglichst weit oben entdecken. Um die Seiten aus der Vorauswahl also in eine optimale Reihenfolge zu bringen, bewertet Google viele weitere Faktoren und Aspekte. Hierzu zählt vor allem die Aktualität der Texte auf den angezeigten Seiten. Denn die Suchmaschine geht davon aus, dass ein Anbieter, der seine Inhalte ganz regelmäßig pflegt und aktualisiert, seinen Besuchern etwas Wichtiges mitzuteilen hat. Auch umfangreiche Texte sind ein wichtiger Hinweis für Google. Denn komplexe und interessante Sachverhalte lassen sich nun mal nicht in eine kurze Schlagzeile und wenige Wörter fassen.

Google Grundsatzartikel: In den USA bereits als „In-depth articles“ eingeführt

In den USA hat Google jetzt eine ganz neue Form von Internetinhalten eingeführt, die SEO-Experten deutlich aufhorchen lässt. Hierbei geht es um sogenannte „In-depth articles“, was man ungefähr mit dem Begriff „Grundsatzartikel“ übersetzen könnte. Gemeint sind damit ausführliche, professionelle und hochgradig informative Beiträge, die sich in großer Tiefe und Breite mit einem bestimmten Thema auseinandersetzen und den Leser dabei umfassend über den jeweiligen Bereich informieren.

Betrachten wir das neue Feature anhand eines Beispiels, das Google selber gewählt hat, um die „In-depth article“ zu erklären. Zu dem Thema „Censorship“, also „Zensur“, wurden von der Suchmaschine insgesamt drei Beiträge ausgewählt. Zum einen handelt es sich um einen Artikel des bekannten Autoren Salman Rushdie, der sich mit dem Wesen der Zensur beschäftigt. Zum anderen wurde ein Beitrag des Google Chefs Eric Smith ausgewählt, der über Online-Zensur informiert und der in der britischen Zeitung „Guardian“ erschienen ist. Der dritte Artikel stammt aus dem „Wall Street Journal“ und handelt von der Internetzensur im Iran.

Die Besonderheit der neuen „In-depth article“: Google blendet diese unter dem jeweiligen Suchbegriff ganz oben auf der Ergebnisseite ein. Unter SEO-Gesichtspunkten handelt es sich hierbei um die beste erreichbare Position. Der Plan der Suchmaschine: Künftig sollen unter jedem sinnvollen Begriff drei dieser sogenannten Grundsatzartikel auftauchen und hieraus ergibt sich für die Betreiber von Web-Seiten eine unglaublich interessante Chance auf ein optimales Ranking. Bislang wurde das neue Feature lediglich in den USA eingeführt. Innerhalb der deutschen Version von Google steht es noch nicht zur Verfügung und der Suchmaschinenkonzern hat sich bisher auch noch nicht darüber geäußert, ob und wann die Funktion auch in anderen Ländern eingeführt wird.

Schaffen Sie eigenen Evergreen Content

Unabhängig davon, ob es auch auf den deutschen Google-Seiten bald schon sogenannte Grundsatzartikel an der Spitze der Suchergebnisseiten geben wird: Als Shop-Betreiber sollten Sie diese Meldung zum Anlass nehmen, Ihre eigenen inhaltlichen Angebote im Internet zu optimieren. Immerhin verrät Google mit der Entscheidung zur Einführung der „In-depth article“ in den USA sehr genau, auf welche Kriterien bei der Bewertung von digitalen Inhalten geachtet wird.

Relevante Artikel müssen kompetent und professionell sein, einen hohen Informationsgehalt aufweisen, für den Leser verständlich sein und einen ausgeprägten Mehrwert bieten. Vor allem aber müssen sie zeitlos sein. Inhaltliche Eintagsfliegen und reißerische Berichte über aktuelles Tagesgeschehen werden sich in diesem Bereich kaum durchsetzen können. Stattdessen sind Artikel mit einer langfristigen Gültigkeit und Relevanz gefragt, die von Experten unter dem Stichwort „Evergreen Content“ geführt werden.

Bieten Sie Ihren Besuchern und Kunden doch auch einmal „Evergreen Content“. Schreiben Sie grundlegende Artikel über die Themen, mit denen Sie sich am besten auskennen. Berichten Sie über Ihren Produktbereich, vermitteln Sie Fachwissen in Bezug auf die von Ihnen angebotenen Artikel oder geben Sie Ratschläge und Hinweise für die optimale Verwendung Ihrer Produkte. Zum einen zeigen Sie Ihren Besuchern auf diese Weise Kompetenz und Sachverstand. Zum anderen bieten Sie den Suchmaschinen viel zusätzliches Futter und einen guten Grund, Ihre Inhalte als relevant einzustufen. Und wer weiß: Wenn sich Google dazu entscheidet, die „In-depth article“ auch in Deutschland einzuführen, dann tauchen Sie demnächst mit Ihrem Beitrag über Kaffeekultur, Gartenpflege, Autotuning, Fashion, Interieur Design oder Heimtierhaltung unter den drei ersten Einträgen auf der Google-Ergebnisseite auf.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.