[Gründerstory] Ein individueller Duft für jeden: „MyParfuem“ im Portrait

Individualität ist Trumpf. Im Online-Handel erkennt man das an den vielen erfolgreichen Unternehmen, die personalisierbare Produkte anbieten. In der aktuellen Gründerstory wollen wir Ihnen diesmal das Berliner Start-up „MyParfuem“ vorstellen. Hier haben die Kunden die Möglichkeit, selber individuelle Duftkreationen zu gestalten. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen, berichten über die Gründungsphase und analysieren die entscheidenden Erfolgsfaktoren.


 

Seit August 2008 ist die deutsche Fashionszene um einen bedeutenden Anbieter reicher. Damals gründeten die beiden Brüder Matti und Yannis Niebelschütz gemeinsam mit dem Partner Patrick Wilhelm das Unternehmen „MyParfuem“ und bieten Anhängern des gepflegten Duftes seitdem eine attraktive Alternative zum „Parfum von der Stange“.

Auf den Internetseiten des außergewöhnlichen Start-ups haben sowohl weibliche als auch männliche Besteller die Möglichkeit, selber unter fachkundiger Anleitung aus unzähligen Zutaten individuelle Duftkreationen zusammenzustellen und bequem nach Hause liefern zu lassen. Mehr als zehn Millionen unterschiedliche Kompositionen sind möglich. Das Ergebnis des persönlichen Ausfluges in die Welt der ausgefallenen Aromen und wohlriechenden Essenzen erreicht den Kunden im geschmackvollen Flakon, das ebenfalls individuell gestaltet werden kann.

Die exklusiven Parfums sind bereits ab einem Preis von 39,99 Euro erhältlich und werden in drei bis fünf Tagen ausgeliefert. Der Versand erfolgt dabei innerhalb von Deutschland grundsätzlich kostenlos. Obwohl es sich um individuelle Sonderanfertigungen im Kundenauftrag handelt, gewährt MyParfuem eine kulante Rückgabemöglichkeit, wenn der Besteller mit dem Ergebnis einmal nicht zufrieden sein sollte. Von montags bis samstags steht Interessenten und Kunden mit Fragen oder Problemen in der Zeit von 9 Uhr bis 20 Uhr eine kostenlose telefonische Hotline zur Verfügung.

Auf den Internetseiten des Unternehmens entdeckt man nicht nur den optimal umgesetzten Bestellprozess, sondern auch zahlreiche Hintergrundinformationen über das Start-up, über die Welt der betörenden Gerüche und über die Geschichte und die Bedeutung von Parfums. In unserer Gründerstory stellen wir Ihnen diesmal das Berliner Start-up MyParfuem vor, werfen einen Blick auf die Anfangsphase und den bisherigen Werdegang und berichten darüber, welche Faktoren entscheidend zum großen Erfolg des Unternehmens beigetragen haben.

 

Gründungen bestehen zu 10 Prozent aus der Idee und zu 90 Prozent aus harter Arbeit

MyParfuem ist eine klassische „Kinderzimmergründung“. Die drei Studenten Matti, Yannis und Patrick entwickelten die Idee zum Unternehmen im Nachgang zu einer Party, auf der sich eine gemeinsame Freundin darüber beschwerte, dass eine andere Partybesucherin genau das Parfum trug, das sie selber gerade erst erstanden hatte. Aus diesem Impuls und aus der Überzeugung, dass jeder Mensch seinen ganz persönlichen Duft haben sollte, entstand ein Start-up-Konzept, das es innerhalb von kurzer Zeit zur Marktreife brachte. Gegründet wurde das Unternehmen zunächst im Elternhaus der Brüder Niebelschütz. Doch schon bald sprengte es die dort zur Verfügung stehenden Dimensionen deutlich und musste in dezidierte Geschäftsräume übersiedeln.

Anfängliche Schwierigkeiten ergaben sich vor allem durch Diskussionen der Gründer über die optimale Aufgabenverteilung. Jeder der drei Jungunternehmer wollte sich zunächst am liebsten ausschließlich mit dem Marketing für das einfallsreiche Start-up beschäftigen und so dauerte es eine Weile, bis die Verantwortungsbereiche angemessen verteilt waren.

Heute kümmert sich Matti Niebelschütz hauptsächlich um die Pressearbeit, Yannis Niebelschütz um das Marketing und Patrick Wilhelm um die Finanzen. Auf dem Weg dorthin haben die drei Gründer viel voneinander gelernt, Rückschläge erlebt, gemeinsam Lösungen entwickelt und sich nicht von der Begeisterung für ihre Idee abbringen lassen.

Die Mühe und der Einsatz von Fleiß, Ehrgeiz und Motivation haben sich gelohnt: Heute schreibt MyParfuem schwarze Zahlen, beschäftigt mehr als 50 Mitarbeiter, betreibt ein eigenes High-Tech-Labor und verfügt über eine Produktionsfläche von über 1.000 Quadratmetern. Mittlerweile zählt das Start-up mehr als 50.000 Kunden, die bereits ihre ganz persönliche Duftkreation entworfen und bestellt haben. Hinter einem solchen Erfolg muss ein schlüssiges Konzept stehen. MyParfuem setzt vor allem auf eine besonders ausgiebige Pressearbeit.

 

Kontinuierliche Pressearbeit als Schlüssel zum Erfolg

Bereits im ersten Jahr nach der Gründung erschienen rund 200 Presseartikel über MyParfuem. Hinzu kamen verschiedene TV-Features, zahlreiche Blogbeiträge und Berichte im Rundfunk. Die große Medienresonanz ergab sich dabei keineswegs zufällig, sondern ist das Ergebnis einer durchdachten und vor allem kontinuierlichen Pressearbeit. Im Unternehmen beschäftigt sich vor allem Gründer Matti Niebelschütz persönlich mit diesem komplexen und wichtigen Bereich.

Da er zu Beginn seines Unternehmertums über keine sonderlichen PR-Erfahrungen verfügte, musste er sich entsprechende Kenntnisse zunächst per Selbststudium, Fortbildung und vor allem „Learning by Doing“ verschaffen. Die Beauftragung einer externen Fachagentur kam dabei nicht in Frage. Niebelschütz ist der begründeten Auffassung, dass nur der Unternehmer selber die Begeisterung von der eigenen Geschäftsidee authentisch, glaubwürdig und motiviert transportieren kann.

Im Unternehmen selber wird vor allem Wert auf Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz gelegt. Dass es sich nicht um leere Worthülsen handelt, kann man unter anderem daran erkennen, dass im Oktober dieses Jahres zehn Prozent der Unternehmensanteile an die Mitarbeiter von MyParfuem ausgegeben wurden. Matti Niebelschütz zu diesem ungewöhnlichen Schritt: „Jetzt ist es an der Zeit gewesen, nicht nur eine Vision miteinander zu teilen, sondern auch die Ergebnisse der Arbeit“.

 


 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.