[Gründerstory] Das Socken-Abonnement im E-Commerce – Blacksocks.com

Der moderne E-Commerce bringt immer wieder innovative Erfolgskonzepte hervor. In unserer aktuellen Gründerstory lernen Sie den Schweizer Unternehmer Samy Liechti kennen, der mit seiner Firma Blacksocks SA eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, wie selbst der Verkauf von Alltagsprodukten zum geschäftlichen Erfolg führen kann, wenn er in ein überzeugendes Gesamtkonzept eingebettet wird.

 

Wenn der Begriff Abonnement fällt, dann denken die meisten Menschen wohl zuerst an Zeitungen und Zeitschriften. Immerhin werden hierzulande rund 70 Prozent der Tages- und sogar 84 Prozent der Wochenzeitungen per Abo vertrieben. Die ungewöhnliche Geschäftsidee eines Unternehmers aus der Schweiz belegt eindrucksvoll, dass sich der regelmäßige Bezug einer Leistung – so wird das Abonnement offiziell definiert – auch auf andere Bereiche übertragen lässt.

Samy Liechti bietet den Kunden seiner Firma Blacksocks SA bereits seit 1999 einen außergewöhnlichen Service: Wer sich hier für ein Abonnement entscheidet, der erhält nämlich keine druckfrische Tageszeitung, sondern stattdessen regelmäßig neue Socken. Mittlerweile zählt das Unternehmen rund 60.000 Kunden und kann damit eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass sich Abo-Commerce durchaus rechnen.

Grund genug, Blacksocks SA und den Geschäftsführer Samy Liechti in unserer aktuellen Gründerstory vorzustellen und hierbei vor allem einen Blick auf die entscheidenden Erfolgsfaktoren zu werfen.

 

Am Anfang stand eine Blamage

Über eines ist sich die Internet-Branche einig: Samy Liechti und sein Unternehmen Blacksocks SA gelten als absolute Pioniere, wenn es um Abo-Modelle im E-Commerce geht. Doch wie ist der Gründer aus der Schweiz überhaupt auf die Idee gekommen, seinen Kunden ausgerechnet Socken im Abonnement anzubieten? Am Anfang stand eine peinliche Situation. Samy Liechti wurde 1994 von Geschäftsfreunden zu einer japanischen Teezeremonie eingeladen.

Wie hierbei üblich wurden die Teilnehmer gebeten, sich die Schuhe auszuziehen. Dies gab den Blick auf Samys Socken frei, die sich nicht nur in Form und Farbnuance deutlich voneinander unterschieden, sondern durch löchrige Stellen auch seine Zehen durchscheinen ließen. Wer rechnet auch schon im beruflichen Alltag damit, sich seiner Schuhe entledigen zu müssen. Dieses peinliche Erlebnis erwies sich im Nachhinein allerdings als glückliche Fügung.

Von da an begann Samy Liechti nämlich darüber nachzudenken, wie man „die Welt von Socken-Sorgen befreien könnte“ und gründete in der Folge sein Unternehmen Blacksocks SA. Den Mittelpunkt des wachsenden Sortiments bildet dabei die klassische schwarze Herrensocke. Diese gibt es bei Blacksocks in fünf Varianten und in den Größen 34 bis 52. Im Rahmen der Bestellung entscheidet der Kunde, wie häufig er künftig welche Anzahl an Socken erhalten möchte.

Die zweifellos gute Geschäftsidee bildet dabei nur die Hälfte des Erfolgsrezeptes von Samy Liechti. Ohne seine persönliche Präsenz, einen erstklassigen Kundenservice und ohne die Bereitschaft, das Lieferprogramm stetig zu erweitern und sich für Innovationen zu öffnen, wäre der große Erfolg von Blacksocks SA nicht denkbar.

 

Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit

Samy Liechti und sein Geschäftspartner stehen voll und ganz hinter ihrem Unternehmen und vertreten es dementsprechend selbstbewusst in der Öffentlichkeit. Auf den Internetseiten von Blacksocks SA finden sich sowohl zahlreiche Videos, in denen die Gründer ihr Geschäftsmodell persönlich erklären, als auch Fotos und persönliche Geschichten. So fällt es Kunden leichter, Vertrauen zu den Anbietern aufzubauen. Einen weiteren Schwerpunkt im Geschäftsmodell bildet der umfassende Kundenservice.

Wenn beispielsweise Doppelbestellungen eingehen, dann wird der Kunde vor der Auslieferung angerufen. Die Kundendaten werden sorgfältig gepflegt und es wird insgesamt alles dafür getan, dass kein Verbraucher das Gefühl entwickelt, in eine Abo-Falle zu geraten. Kulanz steht dabei oft an erster Stelle. So erhalten Kunden, die mitten im Abo aussteigen wollen, ihr Geld zurück, auch wenn dies nach den Geschäftsbedingungen von Blacksocks SA eigentlich nicht vorgesehen ist.

Die regelmäßige Erweiterung des Sortimentes ist für das Unternehmen ebenso selbstverständlich, wie die Realisierung aktueller Innovationen. Der neueste Clou aus der Schweiz: In der Version Plus+ sind Socken von Blacksocks SA mit einem RFID Chip ausgerüstet, der im Zusammenspiel mit einem iPhone das problemlose und komfortable Sortieren der Fußbekleidung ermöglicht. Nicht zusammenpassende Socken gehören damit endgültig der Vergangenheit an.

 

Nicht jedes Produkt ist für ein Abo-Modell geeignet

Auch wenn Samy Liechti weithin als Pionier der Abo-Modelle im Internet gilt, steht er entsprechenden Geschäftsmodellen grundsätzlich doch eher kritisch gegenüber. Seiner Meinung nach sind Produkte nur dann für ein Abonnement geeignet sind, wenn sie vom Verbraucher auch wirklich regelmäßig benötigt werden und wenn der Bezug per Abo tatsächlich bequemer ist, als der Einkauf im stationären Laden. Abo-Modelle im E-Commerce, dies zeigen verschiedene Beispiele der jüngeren Zeit, können extrem erfolgreich sein. Allerdings gilt es vor der endgültigen Realisierung unbedingt zu überprüfen, ob das Angebot für den Kunden so vorteilhaft und komfortabel ist, dass er sich zum Abschluss entscheidet.

 


 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.