[Gründerstory] Banking im 21. Jahrhundert: N26 verändert die Finanzbranche nachhaltig

Wer über die Gründung eines eigenen Unternehmens nachdenkt, der wird wohl nicht zuerst auf den Gedanken kommen, eine Bank zu gründen. Man stellt sich landläufig vor, dass dies entweder gar nicht möglich oder doch zumindest wenigen Milliardären vorbehalten ist. Von solchen Gedanken haben sich Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal keineswegs von ihren ambitionierten Plänen abbringen lassen. Die beiden haben 2013 die N26 Bank gegründet und wir stellen Ihnen das Start-up vor.

Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal - Gründer der N26 Bank

Die Bank für den mobilen Lifestyle unserer Zeit

Unabhängig davon, was man von der Bankbranche halten mag: Einigkeit besteht wohl darüber, dass es sich bei einem Geldinstitut um ein großes und komplexes Businessmodell handelt. Von daher gehört eine Gründung in diesem Bereich nicht gerade zu dem, was man als alltäglich bezeichnen würde. Forscht man in dieser Richtung ein wenig weiter und stellt sich die Frage, was man über die Banken noch zu sagen weiß, dann stellt sich schnell heraus, dass wir es mit einer besonders traditionellen Branche zu tun haben.

Die meisten bekannten Banken sind schon vor langer Zeit gegründet worden und zählen darüber hinaus häufig zu den Großunternehmen oder Konzernen. Und auch diese Assoziationen sorgen nicht gerade für eine große Anziehungskraft gegenüber der Gründerszene. Umso interessanter, dass wir Ihnen in dieser Ausgabe von internethandel ein Start-up vorstellen wollen, das sich trotz dieser potenziellen Einwände für eine Bankgründung entschieden hat. Dieser Ansatz ist ohne Frage sehr spannend. Er wird noch aufregender, wenn man sich genauer anschaut, worum es den Gründern bei diesem Vorhaben eigentlich ging und geht. Die N26 Bank hat sich nämlich auf die Fahnen geschrieben, das Geldinstitut zu sein, das exakt zu unserem modernen Lifestyle passt, der sich vor allem durch seinen Hang zur Mobilität auszeichnet.

Wir haben es also mit einem Geldinstitut zu tun, das den Weg der Branche ins 21. Jahrhundert markiert hat. Grund genug, Ihnen dieses Start-up im Folgenden näher vorzustellen. Lernen Sie die ambitionierten Gründer und ihre bekannten Partner kennen, machen Sie sich mit dem Geschäftsmodell von N26 vertraut und werfen Sie mit uns einen Blick hinter die Kulissen des jungen Unternehmens. Außerdem zeichnen wir den bisherigen Werdegang der Bank nach und präsentieren Ihnen die entscheidenden Erfolgsfaktoren.

Die N26 Bank in der Gründerstory von internethandel

Alles, was klassische Banken bieten, aber konsequent digital

Wenn wir an Banken in Zeiten der Digitalisierung denken, dann fallen uns zunächst einmal Zahlungsdienstleister wie PayPal ein. Immerhin war Elon Musk bei der Gründung von PayPal von dem Gedanken an eine moderne Vollbank beseelt. Ob der Dienstleister jemals aus der Rolle des Transaktionsvermittlers in Geldangelegenheiten herausgetreten ist, sei an dieser Stelle einmal dahin gestellt. In jedem Fall unterscheidet das amerikanische Unternehmen einiges von den Vorstellungen, die wir uns alle von einer „ganz normalen Bank“ machen. Und genau in dieser Hinsicht unterscheidet sich N26 ganz erheblich von allem, was wir an bankähnlichen Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung kennen.

Wir haben es nämlich vor allem mit einer richtigen Bank zu tun, die all diejenigen Leistungen anbietet, die wir auch im klassischen Geldinstitut erhalten. Allerdings wurden sämtliche Produkte konsequent an digitalen Maßstäben ausgerichtet und dazu von Grund auf neu gedacht. Als Kunde von N26 stehen Ihnen ganz verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die Leistungen der Bank in Anspruch zu nehmen. Dies beginnt bei dem ganz normalen und kostenlosen Girokonto für Privatkunden, geht über clevere Kontolösungen für Freiberufler und Selbstständige und reicht hin bis zu attraktiven Geldanlagen auf der einen und Verbraucherkrediten auf der anderen Seite.

Dabei werden die gesamte Kommunikation mit der Bank und auch sämtliche Transaktionen konsequent per Smartphone abgewickelt. Eine App, in der sämtliche Finanzen gebündelt sind, steht sowohl für iOS als auch für Android zur Verfügung. Und die Eröffnung eines Kontos nimmt weniger als 8 Minuten in Anspruch und läuft dank Videoidentifikation komplett papierlos ab. Weitere spannende Stichwörter in diesem Bereich sind Überweisungen in Echtzeit, Einzahlungs- und Auszahlungsmöglichkeiten bei vielen Tausend Partnern, ein digitaler Versicherungsservice oder der sekundenschnelle Geldtransfer an Freunde per E-Mail oder SMS.

Für den mobilen Menschen, der Wert darauf legt, seine Geldgeschäfte bequem und sicher per Smartphone abzuwickeln, hat N26 alles im Portfolio, was man sich nur wünschen kann. Dabei wird die Bank durch ein starkes Netzwerk, in dem sich Partner wie MasterCard, Allianz, TransferWise, Vaamo, Barzahlen, WeltSparen, Clark oder auxmoney befinden, maßgeblich unterstützt.

Ganz einfache Kontoführung per Smartphone - mit der N26 Bank

Mit riesigen Schritten in eine spannende Zukunft

Begonnen hat für N26 alles im Jahr 2013. Heute beschäftigt die Bank mehr als 500 Mitarbeiter, betreibt eigene Standorte in Berlin, New York und Barcelona, zählt mehr als zwei Millionen Kunden mit einem täglichen Zuwachs von 5.000 weiteren und ist in 24 verschiedenen Ländern vertreten, darunter Deutschland, Belgien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien und Spanien. Und das monatliche Transaktionsvolumen liegt bei mehr als 1 Billion Euro.

Nach dem eigentlichen Gründungsakt im Februar 2013 durch Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal sollte es bis zum 26. Januar 2015 dauern, bis das Start-up nach außen erkennbar aktiv wurde. Den Anfang am Markt bildete das erste eigene Girokonto in Verbindung mit einer MasterCard. Am 2. Juli 2016 erhielt N26 die Vollbanklizenz durch die BaFin und die EZB. Und im August 2017 konnten die Gründer bereits stolz auf 500.000 Kunden verweisen. N26 war damit zur ernsthaften Konkurrenz für klassische Banken geworden.

Damit endet die Erfolgsgeschichte der digitalen Bank aber noch lange nicht. Bereits für das Jahr 2019 ist der Markteintritt in den USA geplant und man kann sich leicht vorstellen, welches Potenzial in der Geschäftsidee steckt, wenn diese erst einmal international in allen Teilen der Welt aktiv sein wird.

Die Gründerstory von internethandel - heute mit der N26 Bank

Mutig gegründet und danach vieles richtig absolviert: Die Erfolgsfaktoren von N26

Wenn wir nach den entscheidenden Erfolgsfaktoren von N26 suchen, dann kommen wir nicht umhin, bereits die Gründung an und für sich zu nennen. Wer kommt als Start-up-Gründer schon auf den Gedanken, einen so großen Wurf zu wagen und eine eigene Bank in Angriff zu nehmen. Den Erfolg verdankt das Unternehmen dabei unter anderem der sehr erfolgreichen Suche nach passenden Investoren.

Heute sind bei N26 unter anderem Allianz X, Tencent Holdings, Battery Ventures, Earlybird Ventures, Horizons Ventures, Redalpine Ventures, Peter Thiel’s Valar Ventures, verschiedene Business Angels und das Gründerteam von Zalando engagiert und haben dabei ein Volumen von über 200 Millionen US-Dollar eingebracht. Doch damit nicht genug: Die Gründer von N26 haben das Prinzip der Bank ganz neu gedacht und dabei konsequent ins 21 Jahrhundert geholt. Wir erleben ein Banking, das exakt auf den heutigen Lifestyle zugeschnitten ist und das seinen Erfolg vor allem diesem Umstand verdankt.

 

 

 



 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.