GfK-Konsumklimastudie: Trotz Krise wird in Deutschland eifrig gekauft

In ihrer Konsumklimastudie untersucht die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) regelmäßig die Konjunkturerwartung, die Einkommenserwartung, die Konsum- und Anschaffungsneigung und das Konsumklima. Trotz der Rezessionswarnung der EU-Kommission zeigen die aktuellen GfK-Zahlen, dass der Optimismus der Verbraucher in Deutschland ungebrochen ist. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung haben im Mai leicht zugelegt.

Konsumklima: In Deutschland wird eifrig gekauft

Ein wichtiger Index für den Handel

Die GfK-Zahlen von heute bieten dem Handel eine sichere und belastbare Prognose auf das Geschäft von morgen. Traditionell nutzen erfolgreiche Unternehmen die monatlich erscheinende Konsumklimastudie der Gesellschaft für Konsumforschung, um ihre Umsatzerwartungen zu korrigieren und ihre Produkt-, Werbe- und Marketingplanung an die Bedingungen an den Märkten anzupassen.

Zur Erarbeitung der Daten führt die GfK Monat für Monat rund 2.000 Interviews mit Verbrauchern durch und wertet die Ergebnisse anschließend sorgfältig aus. Für den Mai 2013 zeigen die konkreten Daten der Studie, dass deutsche Verbraucher sich in der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage vor allem auf die guten und stabilen Rahmenbedingungen in Deutschland konzentrieren. Unterstützt wird die positive Stimmung darüber hinaus durch eine recht hohe Beschäftigungsquote, vorteilhafte Tarifabschlüsse und durch eine sinkende Inflation.

Im Ergebnis rechnen die Verbraucher mit steigenden Einkünften und sind daher bereit, über Anschaffungen und Einkäufe nachzudenken. Dieser Trend kommt natürlich auch dem Online-Handel stark entgegen. Dessen Umsätze im ersten Quartal 2013 waren mit 8,7 Milliarden Euro ohnehin sehr hoch. Die GfK-Konsumklimastudie lässt darauf schließen, dass sich der positive Trend auch weiterhin fortsetzen wird.

Konjunkturerwartung und Einkommenserwartung

Die Konjunkturerwartung ist im Mai 2013 etwas angestiegen, nachdem sie im Vormonat leichte Verluste hinnehmen musste. Die Experten sehen hierin eine eher zögerliche Entwicklung, die vor allem mit den wirtschaftlichen Problemen in anderen EU-Staaten zusammenhängt. Diese sind wichtige Handelspartner für Deutschland und ihre Performance hat einen großen Einfluss auf unser Exportvolumen. Gleichzeitig rechnen die Verbraucher in Deutschland aber mit leicht steigenden Löhnen und Gehältern. Der entsprechende Wert erhöhte sich bereits im April und erreicht im Mai einen Stand von Plus 3,1 Punkten. Wichtig in diesem Zusammenhang sind die kürzlich vereinbarten Tarifabschlüsse der Elektro- und Metallindustrie in Bayern, die aktuell von weiteren Regionen übernommen werden.

Anschaffungsneigung und Konsumklima

Dementsprechend ist die Anschaffungsneigung der deutschen Verbraucher weiterhin auf einem hohen und stabilen Niveau. Sie erlangt im Mai 2013 den höchsten Wert seit März 2012 und hängt vor allem mit der rückläufigen Angst der Deutschen zusammen, ihren Job zu verlieren. Diese Planungssicherheit ist ein wesentlicher Faktor in der Frage, ob größere Anschaffungen und Einkäufe geplant werden. Durch niedrige Zinsen steigt darüber hinaus auch die Bereitschaft, Kredite aufzunehmen, während die Anreize, Geld zu sparen, gleichzeitig rückläufig sind. Insgesamt führen die genannten Aspekte zu einer positiven Prognose hinsichtlich des gesamten Konsumklimas. Wichtig für die Aufrechterhaltung der guten Stimmung an den Märkten ist dabei vor allem, dass es der Politik gelingt, die positiven Rahmenbedingungen aufrecht zu erhalten. Würde die Schuldenkrise dagegen erneut eskalieren, so würde sich dies auch negativ auf das Konsumklima auswirken.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.