Fachwissen Marketing: Was ist eigentlich ein Manager?

Die Begriffe Management und Manager begegnen uns im Wirtschaftsleben ständig. Wir alle verwenden sie regelmäßig und sind uns dabei oftmals gar nicht so sicher, was sie überhaupt bedeuten. Natürlich weiß jeder, dass es sich bei einem Manager um eine Führungskraft handelt. Doch welche Aufgaben und Tätigkeiten prägen eigentlich den Arbeitsalltag im Management und durch welche Eigenschaften zeichnen sich gute und erfolgreiche Manager aus?

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Der Manager: Planen, Organisieren, Führen, Kontrollieren

Die Bezeichnung Manager geht auf zwei lateinische Begriffe zurück: „manus“ und „agere“. Manus bedeutet dabei „Hand“ und das Verb agere steht für „treiben“, „führen“ oder auch einfach „tun“. Dem Wortstamm nach ist ein Manager also die treibende Kraft in einem Unternehmen. Jemand, der die Dinge in die Hand nimmt, Entwicklungen vorantreibt und seinen Stab von Mitarbeitern führt. Dementsprechend fällt auch die Definition der vier wichtigsten Aufgaben im Management aus:

  • Planung
  • Organisation
  • Führung
  • Kontrolle

Der Manager plant die weitere Entwicklung des Unternehmens, legt die nächsten Ziele und Oberziele fest und erarbeitet Strategien, mit denen ein Betrieb vom heutigen Status aus konsequent zum nächsten Meilenstein gelangt. Hierzu nutzt er vor allem die Mittel der Organisation: Er bildet unter seinen Mitarbeitern Teams, verteilt Verantwortlichkeiten, entscheidet über Neueinstellungen und weist den einzelnen Teammitgliedern ihre konkreten Aufgaben zu. Dabei fungiert er immer auch als Vorbild. Er gibt durch sein eigenes Verhalten und Auftreten die Grundsätze und Maßstäbe vor, die im Unternehmen gelten. Er lebt vor, dass sich im Betrieb die Interessen Einzelner dem Gesamtinteresse unterordnen müssen. Und er haucht der theoretischen Unternehmensphilosophie Leben ein.

Innerhalb sämtlicher Aufgaben nutzt der Manager dabei das Instrument der Kontrolle. Er kontrolliert die Wirtschaftszahlen des Unternehmens, prüft, ob die vorgegebenen Ziele erreicht wurden und wacht darüber, dass alle Mitarbeiter im Team ihre jeweiligen Aufgaben bestmöglich erfüllen.

 


 

Was zeichnet einen guten Manager aus?

Um all diese Aufgaben optimal erledigen und die ihm anvertraute Verantwortung erfüllen zu können, muss der Manager über eine Reihe von Fähigkeiten und Qualifikationen verfügen. Hierbei unterscheidet man zwischen folgenden Bereichen:

  • fachliche Qualifikation
  • konzeptionelle Qualifikation
  • methodische Qualifikation
  • kommunikative Qualifikation
  • soziale Qualifikation

Die fachliche Qualifikation bezieht sich dabei auf den Firmengegenstand selber. Natürlich muss der Manager in der Sache etwas von dem verstehen, was sein Unternehmen anbietet. Fehlen ihm diese Kenntnisse, dann wird er nicht in der Lage sein, alle internen Vorgänge hinreichend gut zu verstehen, Ziele zu definieren, die den technischen Möglichkeiten entsprechen und Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf den Geschäftsverlauf auswirken.

Darüber hinaus benötigt er, ganz unabhängig von der konkreten Branche, konzeptionelle Fähigkeiten. Er muss in der Lage sein, Visionen und Ziele zu definieren, zu prüfen und überzeugend zu präsentieren. Darüber hinaus ist es wichtig, dass er über die methodische Qualifikation verfügt, die ihn in die Lage versetzt, die Realisierung von Aufgaben und Zielen voranzutreiben. Hierzu muss er vor allem Arbeits- und Organisationsabläufe strukturieren können, um jedem Mitglied des Teams genau die Aufgaben zuzuweisen, die zur Erfüllung der Ziele erforderlich sind.

Nicht zuletzt muss ein guter Manager aber auch über Geschick im Umgang mit Menschen verfügen. Er sollte überzeugen und begeistern und seine Auffassungen argumentativ begründen können und es darf ihm keine Schwierigkeiten bereiten, sich durchzusetzen. Manager müssen frei und selbstbewusst vor anderen sprechen können und sollten nicht zu Jähzorn, Wutausbrüchen und unberechenbarem Verhalten neigen. Und schließlich gehört auch ein gutes Gespür für soziale Verantwortung zum Beruf des Managers. Sein Umgang mit Menschen sollte, egal ob es sich um Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten oder Partner handelt, von moralischen und ethischen Grundsätzen geprägt sein.

 


 

Komplexe Vorgänge verstehen und optimale Lösungen erarbeiten

Stellen Sie sich folgende Situation in Ihrem Unternehmen vor: Ein Kunde hat gerade eine Lieferung von Ihnen erhalten und ruft jetzt an, um mitzuteilen, dass die Ware beim Transport schwer beschädigt wurde. Natürlich wünscht er sich eine schnelle und bequeme Lösung des Problems und bittet Sie daher, umgehend zu reagieren.

Handelt es sich um einen Fall für das Management? Natürlich nicht. Es handelt sich um eine klassische Reklamation und sicher gibt es in Ihrem Unternehmen eine standardisierte Lösung für diese Situation. Diese könnte etwa so aussehen, dass Sie eine Abholung der beschädigten Ware bei Ihrem Kunden in die Wege leiten, Ihr Lager gleichzeitig anweisen, das Produkt erneut zu verschicken und den Schaden parallel dazu an die Versicherung melden. Jeder im Team weiß in diesem Moment genau, wie er vorzugehen hat. Es gibt keinen sonderlichen Entscheidungsspielraum und das Problem wird innerhalb von kürzester Zeit im Interesse des Kunden gelöst.

Stellen wir uns eine andere Situation vor: In Ihrem Unternehmen gehen seit Monaten die Umsätze sukzessive zurück. Tag für Tag gelangen weniger Besucher auf Ihre Webseite, während gleichzeitig auch die Conversion-Rate rückläufig ist. Zusätzlich überwiegen seit einiger Zeit innerhalb der sozialen Netze die kritischen Kommentare Ihrer Interessenten und Kunden.

Handelt es sich um einen Fall für das Management? Natürlich. Wir haben es hier mit einer komplexen und ernsten Situation zu tun. Sinkende Umsätze gefährden die Existenz des gesamten Unternehmens und es ist dringend erforderlich, die Gründe für den beeinträchtigten Geschäftsverlauf zu finden, ihnen konzeptionell entgegen zu treten und einen wirkungsvollen Plan aufzustellen, der die Umsätze wieder steigen lässt.

Ein verantwortlicher Manager wird in dieser Situation zunächst alle relevanten Unterlagen und Daten sichten. Er wird sich im ersten Schritt mit einer gründlichen Analyse der Situation beschäftigen und die Ursachen für den Umsatzrückgang ermitteln. Sobald ihm die Gründe für den schlechten Geschäftsverlauf bekannt sind, wird er ein strategisches Konzept erarbeiten, um der Entwicklung entgegen zu wirken. Er wird das Konzept in kleinere Teil- und Zwischenziele aufteilen und alle erforderlichen Aufgaben an sein Team verteilen. Er wird seine Mitarbeiter motivieren, gemeinsam daran zu arbeiten, dass das Unternehmen bald wieder besser dasteht und gleichzeitig die Arbeitsleistung und die Arbeitsergebnisse seiner einzelnen Teammitglieder kontrollieren.

 


 

Der Online-Händler als Manager seines Unternehmens

Als Shop-Betreiber sind Sie der Manager Ihres eigenen Unternehmens. Dementsprechend komplex und anspruchsvoll sind auch die Aufgaben, mit denen Sie innerhalb Ihrer täglichen Arbeit konfrontiert werden. Bleiben wir noch kurz bei unserem letzten Beispiel und versuchen herauszufinden, wie Sie das Problem erfolgreich lösen könnten.

Wir wissen, dass unsere Umsätze rückläufig sind und haben bereits eine Reihe von Hinweisen erhalten, die uns bei der Ermittlung der Ursachen helfen können. So haben wir unter anderem erfahren, dass sowohl die Besucherzahlen als auch die Conversion-Rate zurückgegangen ist. Außerdem wissen wir bereits, dass sich unsere Kunden innerhalb der sozialen Netze zunehmend negativ äußern.

Im ersten Schritt benötigen wir zusätzliche Informationen. Bezieht sich der Umsatzrückgang auf ganz bestimmte Produkte oder Produktbereiche? Haben wir in der betreffenden Zeit etwas an unserer Suchmaschinenoptimierung oder unserem SEM-Konzept geändert? Könnte die verschlechterte Conversion-Rate mit Veränderungen in unserem Shop zusammenhängen?

Sammeln Sie also zunächst so viele Daten und Informationen wie möglich. In dieser Phase besteht Ihre Aufgabe darin, die Ursachen für die ungünstige Situation herauszufinden. Verschaffen Sie sich auch einen Überblick darüber, was Ihre Kunden und Interessenten innerhalb der sozialen Netze über Ihr Unternehmen sagen. Hier können sich sehr wertvolle Hinweise zur Interpretation der aktuellen Situation verbergen.

 


 

Von der Problemanalyse zur Lösung

Für diesen modellhaften Fall wollen wir die Auflösung einmal direkt mitliefern. Alle angegebenen Symptome gehen hier darauf zurück, dass sich ein neuer Konkurrent am Markt positioniert hat. Ein anderes Unternehmen bietet fast identische Waren an und hat zum Geschäftsauftakt viel Geld in die Suchmaschinenoptimierung und die Schaltung von Anzeigen bei Google investiert. Dadurch haben sich Ihr Ranking und Ihre Sichtbarkeit deutlich verschlechtert und in der Folge gelangen weniger Besucher auf Ihre Shop-Seiten.

Der neue Mitbewerber bietet seine Waren darüber hinaus preiswerter an, als Sie. Außerdem ist der Versand bei ihm kostenlos, während Sie noch mit einer Portopauschale arbeiten. Online-Kunden vergleichen die Konditionen Ihres Einkaufs gerne während des Bestellprozesses mit anderen Anbietern. Wenn dies in Ihrem Fall geschieht, dann stößt der Kunde schnell auf den günstigeren Konkurrenten und kauft deshalb lieber dort ein. Hier liegt die Ursache für die rückläufige Conversion-Rate.

All diese Informationen hätten Sie in unserem Beispiel übrigens auch aus den Kommentaren bei Facebook & Co. erhalten können. Hier haben Ihre Kunden nämlich schon vor Wochen damit begonnen, sich gegenseitig auf den günstigeren Wettbewerber hinzuweisen. Ihre Präsenz in den sozialen Netzen hat an dieser Stelle also Ihrem Konkurrenten direkt in die Hände gespielt.

Nun liegen die Ursachen für den schlechten Geschäftsverlauf direkt und transparent vor Ihnen. Als guter Manager Ihres eigenen Unternehmens werden Sie jetzt umgehend damit beginnen, eine Lösung zu erarbeiten. Sie werden zum Beispiel Ihre Preise und Ihre Versandkosten senken, mehr Geld in Ihr Ranking bei Google investieren und sich Gedanken um zusätzliche Kaufanreize machen. Vielleicht bieten Sie Ihren Kunden ein besonderes Rabatt- oder Bonusprogramm an, erweitern Ihr Sortiment um attraktive Produkte, die Ihr Konkurrent nicht anbietet oder überraschen die Besucher Ihres Shops mit anderen Aktionen.

Darüber hinaus werden Sie sich die sozialen Netze zurück erobern. Sie werden einen Mitarbeiter dazu abstellen, sich stärker an den Diskussionen bei Facebook oder Google+ zu beteiligen und Ihre Fans und Follower dort auf Ihre neuen Konditionen, Angebote und Aktionen aufmerksam machen. Es ist darüber hinaus Ihre Aufgabe, alle Mitarbeiter zu motivieren und davon zu überzeugen, mit vereinten Kräften daran zu arbeiten, die alte Marktpostion wieder einzunehmen.

Ungefähr so können Sie sich die Arbeit eines guten Managers im Online-Handel vorstellen. Ein exzellenter Manager hätte das Problem übrigens schon deutlich früher erkannt und wäre nicht erst durch langfristig sinkende Umsätze hellhörig geworden, dass etwas nicht stimmt. Aber es ist ja bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen und gerade als Manager wachsen Sie mit der Zeit an Ihren Aufgaben.

 

So funktioniert Marketing für Gewinner

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.