Facebook-Marketing für Online-Händler Teil 2: Verkaufen über Facebook

Nachdem wir Ihnen im ersten Teil unserer Artikel-Reihe „Facebook-Marketing für Online-Händler“ erklärt haben, wie Sie Ihren Bekanntheitsgrad und Ihre Reichweite durch die Nutzung von Facebook-Fanpages und Facebook-Gruppen steigern können, wollen wir im zweiten Teil näher damit beschäftigen, wie das soziale Netzwerk gezielt zum Verkaufen nutzen können.

Facebook-Marketing für Online-Händler Teil 2

Produkte direkt bei Facebook verkaufen: F-Commerce auf dem Vormarsch

Facebook Fanpages und Facebook-Gruppen dienen vor allem der Bekanntmachung eigener Shops und eigener Marken. Hier haben Online-Händler die Möglichkeit, tragfähige Verbindungen zu Interessenten und Kunden aufzubauen und zu pflegen und auf diese Weise auf längere Sicht zusätzliche Umsätze zu generieren. Verfügt man bereits über eine stark frequentierte Fanpage mit vielen Anhängern, dann kann man sich zusätzlich mit dem direkten Verkauf von Produkten über Facebook beschäftigen. Fachleute bezeichnen diese noch vergleichsweise neue Form des Online-Handels als F-Commerce. Hierbei wird zwischen zwei grundlegenden Modellen unterschieden: Zum einen bieten meist kostenlose Tools die Möglichkeit, Produkte und Angebote auf Facebook-Seiten darzustellen. Entscheidet sich ein Facebook-Mitglied zum Kauf, so führt ihn ein Klick auf das Angebot in den Online-Shop des Betreibers, wo er durch den Einkaufsprozess geleitet wird. Zum anderen sind mittlerweile aber auch vollintegrierte Shopping-Module verfügbar, bei denen die komplette Kaufabwicklung auf Facebook selber abläuft. Hierzu sind aufwendige Programmier- und Integrationsschritte erforderlich, sodass entsprechende Anwendungen mit hohen Entwicklungskosten verbunden sind.

Online-Händler, die bereits über eine starke Facebook-Präsenz verfügen, sollten den direkten Verkauf von Produkten innerhalb des sozialen Netzes in Erwägung ziehen. Experten rechnen damit, dass der F-Commerce künftig ein Potenzial erreichen wird, das mit dem Produktverkauf über Amazon oder eBay vergleichbar ist.

Werben in ausgewählten Zielgruppen: Facebook Ads verhindern Streuverluste

Mit den Facebook Ads bietet das soziale Netz eine weitere Möglichkeit zur Unternehmenskommunikation innerhalb des sozialen Netzwerks. Es handelt sich hierbei um eine Form der Anzeigenwerbung, die große Ähnlichkeit mit den weit verbreiteten Google Ads aufweist. Ein entscheidender Unterschied besteht jedoch darin, dass Werbetreibende bei Facebook Ads die Zielgruppe einer Kampagne exakt bestimmen können. So lassen sich Kriterien wie Alter, Geschlecht, Herkunft, Ausbildung oder Interessen gezielt festlegen, bevor eine Kampagne gestartet wird. Streuverluste, wie sie bei Google Ads vorkommen, können so deutlich reduziert werden.

Die Erstellung einer Anzeigenkampagne auf der Basis von Facebook Ads erfolgt in wenigen, einfachen Schritten. Hierzu wird zunächst eine Anzeige konzipiert und erstellt. Im nächsten Schritt folgt die Definition der Zielgruppe und die Festlegung eines maximalen Budgets. Die Abrechnung erfolgt wahlweise auf Basis der Impressions oder der Klicks. Verschiedene Analyse- und Berichtswerkzeuge erlauben es dem Werbetreibenden, den Erfolg seiner Kampagne regelmäßig zu kontrollieren und die Anzeige und die Zielgruppendefinition im Laufe der Zeit zu optimieren. Allerdings sollte man bei der Planung und Konzeption berücksichtigen, dass die meisten Facebook-Mitglieder die Plattform besuchen, um ihre privaten Kontakte zu pflegen und vor diesem Hintergrund unter Umständen weniger empfänglich für Werbeeinblendungen sind, als dies bei Google-Nutzern der Fall ist.

Die gewerbliche Nutzung von Facebook: Marketing-Strategien für den Online-Handel

Eine konsequente Unternehmenskommunikation über Facebook lohnt sich vor allem für Online-Händler. Die Einstiegsbarrieren sind sehr niedrig. Mit wenigen Klicks und Eingaben lassen sich das persönliche Profil, eine Facebook-Fanpage oder eine Facebook-Gruppe einrichten, ohne dass Kosten entstehen. Auch einige F-Commerce-Applikationen stehen Internethändlern kostenlos zur Verfügung. Nur der Einsatz vollintegrierter Verkaufsplattformen und die Nutzung von Facebook Ads sind mit Kosten verbunden. Allerdings sollten sich Online-Händler vor dem Start ihrer Facebook-Aktivitäten vor Augen führen, dass ein entsprechendes Engagement mit einem gewissen zeitlichen Aufwand verbunden ist. Fanpages und Gruppen müssen regelmäßig und konsequent gepflegt und betreut werden, wenn sie den gewünschten Effekt erzielen sollen. Vernachlässigt man eine einmal begonnene Unternehmenskommunikation auf Facebook, dann können sich mangelndes Engagement und geringe Zuverlässigkeit schnell herumsprechen. Die geplanten Ziele verkehren sich dann ins Gegenteil und schädigen nachhaltig den Ruf des Händlers. Vor diesem Hintergrund müssen ausreichende Zeit und angemessene Ressourcen sorgfältig eingeplant werden, bevor man mit den Facebook-Aktivitäten beginnt.

In seiner Ausgabe Nr. 95 (September 2011) sowie auch in der Ausgabe Nr. 112 (Februar 2013) beschäftigte sich INTERNETHANDEL bereits ausführlich mit den verschiedenen Möglichkeiten der Unternehmenskommunikation auf Facebook. Unter dem Titel „Geld verdienen mit Facebook“ steht interessierten Lesern eine Schwerpunktstory zur Verfügung, die Schritt für Schritt in das Facebook-Marketing für Online-Händler einführt und die zahlreichen Möglichkeiten zur Kundengewinnung, Kundenbindung und Umsatzsteigerung in verständlicher und leicht nachvollziehbarer Weise vorstellt. Aufmerksame Leser werden so in die Lage versetzt, komplexe Facebook-Kampagnen zielgerecht zu planen und erfolgreich umzusetzen. Durch die Einbeziehung der sozialen Netze eröffnen sich im E-Commerce interessante Optionen, die entsprechend aufgestellten Händlern zu mehr Kunden und höheren Umsätzen verhelfen. Besonders interessant: Viele der dargestellten Maßnahmen lassen sich ohne Investitionen umsetzen und verlangen den Händlern keine sonderlichen Vorkenntnisse ab. Mit „Facebook-Shopsoftware – Anbieter im direkten Vergleich“ gab INTERNETHANDEL Online-Händlern in der Ausgabe 112 (02/2013) einen wertvollen Ratgeber an die Hand, um mit speziellen Shop-Systemen für das soziale Netzwerk im F-Commerce richtig durchzustarten.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.