[Geschäftsidee] Eventmarketing und Ticketverkauf 2.0 auf tickettailor.com

Versteckte Gebühren lauern überall. Ob bei Flugreisen, Bahnreisen oder beim Ticketverkauf. Hatten in früheren Zeiten die Internutzer einen Vorteil, wenn sie online Events oder Reisen buchten, so ist von der einstigen Vorzugsbehandlung nicht mehr viel übrig geblieben. Das hat vielerlei Ursachen. Eine Ursache ist die Phantasielosigkeit vieler Portalbetreiber, die offensichtlich nicht mehr anders Geld zu verdienen wissen, als Buchungs- und Servicegebühren einfach auf den Ticketpreis draufzuhauen. In kaum lesbarer, pastellfarbener Kleinschrift erfährt der Kunde eher zufällig, dass diese zusammen mit der Mehrwertsteuer im Ticketpreis enthalten sind. Wenigstens werden Versandkosten noch separat ausgewiesen. Ein schwacher Trost. Wie hoch Buchungs-, Service und Vorverkaufsgebühr eigentlich sind, darf der mündige Online-Kunde erraten.


Dass es auch anders geht, zeigt Tickettailor.com, eine neue Geschäftsidee aus Großbritannien. Hier fallen beim Ticketverkauf überhaupt keine Buchungs- und Servicegebühren an. Weder für Besucher noch für Veranstalter. Der Besucher zahlt den Eintrittspreis. Fertig. Und trotzdem wird mit dem Ticket Tailor gutes Geld verdient. Das Geschäftsmodell ist jedoch völlig anders gestrickt. Als Vermarktungsplattform für Events aller Art zahlt der Veranstalter Teilnahmegebühren für eine bestimmte Anzahl von Events pro Monat, die er über die Plattform promoten will. Dafür bietet der Betreiber jede erdenkliche mediale Unterstützung bei der Bewerbung und nutzt hierbei zeitgemäße Vermarktungsschnittstellen wie Facebook.

 

Ticketverkaufssystem ohne Buchungsgebühren

Ticket Tailor wurde im August 2010 gestartet. Das Geschäftsmodell unterscheidet sich von Ticketverkaufsportalen und ist direkt auf den Web2.0-Markt zugeschnitten. Der Schwerpunkt liegt in der Vermarktung von Events. Für jedes Event schaltet Ticket Tailor dem Veranstalter eine Eventseite mit personalisierter Domain für den Ticketverkauf frei, die er optisch frei gestalten kann. Sie kann mit dem Logo des Veranstalters, des Veranstaltungsortes oder Fotos vom Event selbst versehen werden. Der Veranstalter kann seine Veranstaltungen im Online-Portal planen, sie vermarkten, Ticket-Kontingente verwalten und via Ticket Tailor Werbeflächen in Web2.0-Netzwerken wie Facebook erhalten. Ticket Tailor promotet die Events so, dass sie von Besuchern direkt in den Suchmaschinen wie Google gefunden werden. Dafür notwendige Optimierungsmaßnahmen führt Ticket Tailor selbst durch. Durch Kompatibilität zu SmartPhones wie iPhone oder Android werden weitere Zielgruppen erreicht, welche über diese mobile Medien Tickets direkt bestellen können.

Geschäftsideen.de Gratis-TestDer Veranstalter zahlt für die Anzahl der Events, die er pro Monat vermarkten möchte. Hier bietet das Portal verschiedene Vermarktungspakete an. Die Bandbreite reicht von 11 € für ein Event pro Monat bis 98 € für bis zu 50 Events pro Monat. Neulinge haben zudem die Möglichkeit, das System bis zum ersten Ticketverkauf kostenlos zu nutzen. Die Zahl der verkauften Tickets spielt bei den Paketpreisen überhaupt keine Rolle. Die vergleichsweise günstigen Monatspauschalen für die Veranstalter resultieren daraus, dass die Abläufe weitgehend automatisiert sind und der Anbieter kostengünstige Internetkomponenten wie PayPal für die Zahlungsabwicklung nutzt. Mit Hilfe integrierter Statistiktools erhält der Veranstalter zu jedem Event detailliert statistische Übersichten zu den Ticketverkaufszahlen. Sie geben genaue Auskunft darüber, welche Platzkategorie wie oft und in welchen Zeiträumen bereits gebucht wurde. Die verkauften Tickets werden sowohl per E-Mail versendet als auch über SMS an die Besucher gesandt.

 

Soziale Medien weisen den Weg

Diese Form des Eventmarketings und Ticketverkaufs dürfte weiter an Zulauf gewinnen. Denn die stark steigende Popularität von Netzwerken aus der Web2.0-Welt, allen voran Facebook, erfordern neues Denken und neue Strukturen in der Online-Vermarktung. Die Zahl vorwiegend internetaffiner Nutzer, die mit dieser Vermarktungsstrategie erreicht werden, nimmt weiter zu. Die Veranstalter profitieren vor allem bei kleineren Events, denn für deren Promotion sind zeitgemäße Plattformen aus der Welt von Web2.0 ein idealer Rahmen. Die Besucher profitieren gleich doppelt, denn sie werden umfassend über Events informiert und zahlen geringere Ticketpreise, da die sonst üblichen Buchungsgebühren entfallen.

In Deutschland ist diese Form der Vermarktung für Events noch weitgehend unbekannt. Große Veranstalter, die Megaevents ausrichten, setzen weiterhin auf die Bekanntheit großer Ticketverkaufsportale, die sich leicht über Suchmaschinen finden lassen. Die hierfür zu entrichtenden Buchungsgebühren werden meist direkt an die Ticketkäufer weitergegeben. Für Veranstalter kleinerer oder mittlerer Events wären vergleichbare Vermarkter wie Ticket Tailor in jedem Fall von Vorteil, da DJs, Bands, Nightclubs oder Kleinkunstbühnen in der Regel nur über begrenzte Budgets für Kampagnen verfügen. Auch bei Einmalveranstaltungen wäre eine solche Vermarktungsplattform die bessere Alternative. Nicht zu vergessen ist der psychologische Effekt auf Ticketkunden, welchen durch den Direktkontakt mit einer Eventseite das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie die Tickets direkt vom Veranstalter und dadurch günstiger beziehen.

PS: Wenn Sie wissen möchten, welche Geschäftsidee zu Ihnen passt, probieren Sie doch mal den kostenlosen Test auf Geschäftsideen.de aus.

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.