Die E-Commerce-Chance: Trends 2013

Trends 2013Der Online-Handel ist nichts Neumodisches mehr. Es ist noch gar nicht so lange her, da war der Gedanke, nur wenige Tage nach Angabe einer Kreditkartennummer im Internet eine Ware geliefert zu bekommen, etwas Magisches, etwas Revolutionäres. Das ist vorbei.

Dennoch gibt es vieles, was Käufer – sowohl gewerbliche als auch private – und Verkäufer regelmäßig voneinander über E-Commerce dazulernen. Weltweit sorgt etwa der Komfort bei Kauf über das Web dafür, dass Konsumenten ihre Präferenzen wie noch nie zuvor verfolgen können. Verkäufer wiederum haben nicht nur realisiert, dass ihre Märkte exponentiell wachsen, sondern auch, dass der Aufbau direkter Beziehungen zu den Online-Käufern unerlässlich ist.

Diese Veränderungen führen dazu, dass E-Commerce nicht länger lediglich bedeutet, ein digitales Schaufenster anzubieten, das man vom Desktop-PC aus abrufen kann. Marktteilnehmer müssen heute ein facettenreiches und immer reichhaltiger werdendes Spektrum an Werkzeugen einsetzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Das Jahr 2013 verspricht, ein Wendepunkt in der Entwicklung des E-Commerce zu werden. Spezifische Trends sehen wir unter anderem in folgenden Bereichen:

Mobiles Computing

Die traditionelle E-Commerce-Website ist ein wichtiges Werkzeug für jedes Unternehmen, um den Umsatz zu steigern und die Markenbekanntheit zu erhöhen. Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones und Tablets muss aber auch deren Potenzial in die Online-Strategie einbezogen werden. Eine von Digital River beauftragte Studie* zeigt diese Vielfalt bei Online-Angeboten auf: Auf die Frage, welche Absatzkanäle innerhalb der nächsten zwei Jahre zusätzlich genutzt werden sollen, nannten 34 Prozent der Studienteilnehmer den Social-Commerce (Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen über ein Soziales Netzwerk), 40 Prozent stuften App-Stores als wichtiges Element ein und 36 Prozent Abonnementprodukte (Subscription-Modell). Das gesteigerte Interesse an E-Commerce über unterschiedliche Absatzkanäle wird entsprechend auch 2013 den Markt für europäische Unternehmen prägen.

Grenzen überschreiten

Die Entwicklung des Online-Handels nimmt weltweit in den einzelnen Ländern einen unterschiedlichen Verlauf. Entsprechend finden Unternehmen in einzelnen Märkten höhere Umsatzchancen vor aber auch einen stärkeren Wettbewerb. Daher ist es wichtig für Unternehmen zu realisieren, dass ‚online‘ allein noch nicht bedeutet, global aktiv zu sein. Dies führt die Präsenz von Unternehmen in den unterschiedlichen Online-Märkten vor Augen: 56 Prozent der befragten Unternehmen sagten, sie seien in Großbritannien aktiv, nur 50 Prozent in Deutschland, während 72 Prozent in den USA präsent sind. Um 2013 neue Online-Märkte für sich zu erschließen, ist es wichtig, dass E-Commerce-Anbieter die regionalen Unterschiede der Kaufgewohnheiten verstehen und E-Commerce-Strategien umsetzen, die diese optimal berücksichtigen.

B2B lernt von B2C

Im Jahr 2013 werden sich die Anforderungen des B2B-E-Commerce (Business-to-Business) in vielerlei Hinsicht immer mehr an die des B2C-Online-Handels (Business-to-Consumer) angleichen. B2B-E-Commerce hat unbestritten eine Basis, die Umsetzung kann jedoch nicht mit der Qualität und der Benutzerfreundlichkeit mithalten, die Unternehmen erzielen, die auf Endverbraucher abzielen. Neue Szenarien in den Geschäftsabläufen – speziell ‚Bring your own device‘ (BYOD) – haben einen großen Einfluss auf den B2B-Markt. Der Einsatz privater Smartphones und Tablets am Arbeitsplatz bringt es mit sich, dass B2B-Produkte bei Preisen und Spezifikationen direkt vergleichbar sind, was zwangsläufig den Wettbewerb vergrößert. Daher ist es für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, ihre E-Commerce-Shops auf diese Veränderung vorzubereiten und sicherzustellen, dass sie sich durch ihre umfassenden und nützlichen Online-Services eine loyale B2B-Kundenbasis schaffen. Unternehmen sollten effiziente und gezielte Marketingmaßnahmen einsetzen, um für ihre B2B-Zielgruppe die Qualität des Einkaufsprozesses zu verbessern und den Absatz von Produkten zu forcieren.

Erschließung neuer Märkte

Für die digitale Welt eröffnet sich ein rasch wachsendes Potenzial in aufstrebenden Wirtschaftsräumen wie Brasilien, Russland, Indien und China – bekannt als die BRIC-Staaten -, die zunehmend neue Technologien entwickeln und deren Vorteile nutzen. Diese Entwicklung wird in diesen Ländern im Jahr 2013 weiter an Fahrt gewinnen, womit sich im E-Commerce neue Chancen bieten. Die an der Studie von Digital River teilnehmenden Unternehmen gaben auf die Frage nach ihren Plänen für eine geografische Expansion in den nächsten zwei Jahren zu 31 Prozent Russland als Zielmarkt an. 24 Prozent wollen sich in Brasilien engagieren, 23 Prozent in China, 22 Prozent in Indien und ebenfalls 22 Prozent in Japan. Für diese Unternehmen zählt der erste Eindruck, den sie auf dem für sie neuen Markt hinterlassen, um zu erreichen, dass ihre Produkte in der Käufergunst vorn stehen.

Sicherstellung der Compliance

Gesetzgeber stehen fortwährend vor der schwierigen Aufgabe, ihre Bestimmungen mit der technologischen Entwicklung in Einklang zu bringen. Die Weiterentwicklung des E-Commerce bildet hier keine Ausnahme. Nachdem im letzten Jahr zahlreiche neue Gesetze in Kraft getreten sind, wird es für Unternehmen 2013 zunehmend schwieriger werden, nachzuvollziehen, welche Gesetze für sie Gültigkeit haben und ob sie diesen nachkommen. In der von Digital River durchgeführten Untersuchung geben die Befragten an, dass die Erfüllung von Steuer- und Compliance-Vorgaben für 65 Prozent der Umfrageteilnehmer eine große Herausforderung darstellen und zu den schwierigsten Aufgaben im E-Commerce zählen. Insbesondere in den Bereichen Umweltschutzgesetzgebung, Markengesetze und steuerrelevante Angaben müssen Unternehmen für 2013 sicherstellen, dass sie deren Vorgaben erfüllen, um Bußgelder und Strafen zu vermeiden.

Fazit

Für Unternehmen, die diese Veränderungen akzeptieren und entsprechende Maßnahmen umsetzen, verspricht die Welt des E-Commerce immense Chancen. Der „Kunde“ definiert sich nicht länger als die Person, die durch die Eingangstür eines Ladens tritt.
Natürlich entsteht durch dieses riesige neue Umsatzpotenzial auch die Notwendigkeit, neue Werkzeuge einzusetzen und neue Denkansätze zu verfolgen. Mit der richtigen Technologie, den notwendigen Informationen und einem zielgerichteten Support kann 2013 das Jahr werden, in dem Unternehmen ihrer Konkurrenz davonziehen und ihren Online-Erfolg weltweit realisieren.

* Die Studie wurde von Digital River beauftragt und vom unabhängigen Marktforschungsinstitut Vanson Bourne durchgeführt. Befragt wurden 250 Teilnehmer aus Unternehmen in Asien, Europa, Nordamerika und Schwellenländern wie Brasilien und Indien.

 

Über den Autor

Gastautor Michael Hechler

Artikel des Autors

Michael Hechler ist Senior Vice President und General Manager der Physical Commerce Group bei Digital River. Die Experten für Umsatzwachstum im globalen Cloud Commerce entwickeln und betreuen Onlinegeschäfte für Software- und Spieleanbieter, Hersteller von Unterhaltungselektronik, Distributoren, Online-Händler und Affiliate-Partner.