Die Nutzung von Fotos aus Bilddatenbanken: 5 Rechtstipps für Online-Händler

Die Nutzung von Fotos aus Bilddatenbanken, hierbei handelt es sich um Fotoagenturen im Internet wie Fotolia oder Istockphoto, gehört für die meisten Betreiber von Internetseiten zum alltäglichen Geschäft. Doch auch wenn die Portale unkompliziert funktionieren und günstig sind, gilt es einige Regeln zu befolgen, um unerwünschte rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

Nutzung von Fotos aus Bilddatenbanken

Schöne bunte Online-Welt: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Ohne ausdrucksstarke und stimmungsvolle Fotografien, informative Grafiken und andere Bildelemente sähen die meisten Internetseiten traurig und leer aus. Gerade im Online-Handel kommt es darauf an, den Besucher vom ersten Moment an für den Shop und sein Angebot zu begeistern. Dies gelingt am Besten, wenn man den Verbraucher unter anderem auch emotional anspricht, um sein Interesse zu wecken und ihn zum Verweilen zu animieren.

Ohne geeignete Fotos wäre es sehr schwierig, die gefühlsmäßige Bindung zum potentiellen Kunden aufzubauen. Stellen Sie sich einen Kaffee-Shop vor, auf dessen Startseite kein Bild von frisch gerösteten Bohnen, tiefschwarzem Kaffee und glänzenden Espresso-Maschinen Appetit auf das erlesene Getränk machen würde. Oder denken Sie an einen Web-Shop für Gartenprodukte, der seine Besucher nicht mit zauberhaften Ansichten blühender Gärten in seinen Bann zieht.

Der normale Betreiber einer Internetseite ist allerdings in der Regel kein begnadeter Fotokünstler, der alle benötigten Bildmotive selber in hoher Qualität herstellen kann. Und meist verfügt er auch nicht über die nötigen finanziellen Mittel, um einen professionellen Fotografen exklusiv damit zu beauftragen. Damit man dennoch nicht auf die bildliche Gestaltung seiner eigenen Seiten verzichten muss, gibt es im Internet große Bildagenturen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Millionen von Fotografien, Grafiken und neuerdings auch Videos anzubieten, die von jedermann gegen vergleichbar geringe Gebühren genutzt werden können.

Die verfügbaren Motive sind nach Kategorien geordnet und zusätzlich mit aussagekräftigen Schlagworten versehen. So gelingt es in recht kurzer Zeit, passende Bilder für jeden gewünschten Einsatzzweck zu finden. Die konkreten Kosten hängen von der Qualität des Fotos, von der genutzten Größe und vom jeweiligen Einsatzzweck ab. Viele Bilder stehen bereits gegen eine Nutzungsgebühr in Höhe von einem Euro zur Verfügung.

Das gesamte Geschäftsmodell wirkt auf den ersten Blick so einfach und unkompliziert, dass viele Online-Händler bei der Verwendung von Fotos aus Bilddatenbanken nicht damit rechnen, dass auch diese Nutzungsform mit rechtlichen Bestimmungen verbunden ist, die man unbedingt berücksichtigen sollte. Wir sagen Ihnen, worauf es bei der Verwendung von solchen Bildern ankommt und was man beachten sollte, um kostenpflichtige Abmahnungen zu vermeiden.

Tipp 1: Es gibt kein Foto ohne urheberrechtlichen Schutz

Eines sollte man sich bei der Verwendung gebuchter Bilder immer klar vor Augen führen: Es gibt kein Foto, das nicht urheberrechtlich geschützt ist. Das Urheberrecht selber lässt sich auch weder abtreten noch verkaufen, sondern nur in Form eines Nutzungsrechtes übertragen. Der Fotograf eines Bildes, das in einer Bilddatenbank angeboten wird, hat das Urheberrecht an den jeweiligen Anbieter übertragen. Dennoch bleibt er persönlich der Urheber seines Werkes. Die Bilddatenbank wiederum überträgt das Nutzungsrecht auf denjenigen Kunden, der das Bild bucht. Diese Übertragung ist mit bestimmten Regeln und Bestimmungen verbunden und ändert nichts daran, dass der ursprüngliche Fotograf immer der Urheber seines Bildes bleibt.

Tipp 2: Nutzung ist nicht gleich Nutzung

Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten, wie eine Fotografie genutzt werden kann. Wenn Sie als Online-Händler ein Bild aus einer Bilddatenbank buchen, dann wird es in der Regel dazu bestimmt sein, dass Sie es in der gewählten Auflösung und Größe innerhalb Ihrer Webseite nutzen. Nur auf diesen konkreten Einsatzzweck bezieht sich die Vereinbarung, die Sie im Rahmen der Buchung mit dem Bildportal schließen. Würden Sie die Fotografie auf einen Flyer oder in einen Katalog drucken, sie innerhalb einer Anzeige in einer Zeitung oder einer Zeitschrift einsetzen oder sie auf Ihrem Firmenschild auftauchen lassen, liegt eines völlig andere Form der Nutzung vor, für die eine zusätzliche Vereinbarung mit dem Anbieter erforderlich ist.

Tipp 3: Die Nennung des Urhebers als verbindliche Pflicht

Der Urheber einer Fotografie hat das unverbrüchliche Recht, dass sein Name genannt wird, wenn sein Bild öffentlich gezeigt wird. Das hat der Gesetzgeber im UrhG (Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte) ausdrücklich festgelegt. Für Sie als Betreiber eine Webseite führt das zu der Pflicht, zu jedem eingesetzten Bild immer auch den Fotografen zu nennen. Nähere Informationen, in welcher Form diese Nennung zu erfolgen hat, können Sie den AGB der jeweiligen Bilddatenbank entnehmen. Hier wird in der Regel detailliert beschrieben, in welcher Weise und an welcher Stelle der Urheber eines Bildes genannt werden muss. Möglich ist zum Beispiel eine Nennung direkt am Bild selber, in einem gesonderten Bilderverzeichnis oder in Ihrem Impressum. Einige Bildportale verpflichten Sie nicht nur zur Nennung des Fotografen, sondern auch zur Erwähnung der Bildagentur.

Tipp 4: Bei Verstößen drohen kostspielige Abmahnungen

Was aber geschieht, wenn Sie gegen die geltenden Auflagen und Bestimmungen verstoßen? Wenn Sie also beispielsweise ein gebuchtes Foto über seine eigentliche Bestimmung hinaus einsetzen oder die Nennung des Urhebers versäumen? In diesem Fall drohen Ihnen, wenn Vergehen dem Urheber oder der Bildagentur auffällt, kostenpflichtige Abmahnungen und weitere rechtliche Konsequenzen. Es kann also teuer werden, wenn Sie Ihre diesbezüglichen Rechtspflichten auf die leichte Schulter nehmen. Viele Betreiber von Web-Seiten gehen leichtsinnig davon aus, dass die unrechtmäßige Nutzung schon niemandem auffallen wird. Abgesehen davon, dass es gegenüber dem Urheber und der Bilddatendank nicht sonderlich fair und partnerschaftlich ist, gegen die geltenden Regeln zu verstoßen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass die Bildagenturen Mitarbeiter dafür beschäftigen, die Einhaltung der bestehenden Vorschriften zu überprüfen.

Tipp 5: Die Unterschiede zwischen verschiedenen Bildportalen

Die geltenden Regeln hinsichtlich der Nutzungsbestimmungen und der Urhebernennung können sich von Bildagentur zu Bildagentur stark voneinander unterscheiden. Bevor Sie also die ausgewählten Fotografien auf Ihren Seiten einbinden, sollten Sie die AGB des jeweiligen Portals studieren und sich mit Ihren Pflichten vertraut machen. Häufig entdecken Sie weiterführende Hinweise auch in den FAQ der einzelnen Anbieter. Achten Sie in jedem Fall penibel darauf, die geltenden Bestimmungen zu beachten, um rechtliche Konsequenzen und hohe Kosten zu vermeiden.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.