Der Investitionszuschuss Wagniskapital des BMWi

In einer Sitzung des Beirats „Junge Digitale Wirtschaft“ kündigte Bundesminister Philipp Rösler im April den sogenannten „Investitionszuschuss Wagniskapital“ an, durch den private Investoren zu einer Beteiligung an jungen  innovativen Unternehmen ermutigt werden sollen. Der Startschuss dafür wurde am 15. Mai gegeben.

BMWi fördert Beteiligungen an jungen innovativen Unternehmen

Mit dem Ziel, die Finanzierungsbedingungen junger Start-ups zu verbessern, werden für die nächsten vier Jahre Fördermittel in Höhe von insgesamt 150 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) zur Verfügung gestellt. Dadurch sollen insbesondere Business Angels dazu ermutigt werden, junge innovative Unternehmen mit privatem Wagniskapital zu unterstützen. Die Bezuschussung erfolgt für den Erwerb von Gesellschaftsanteilen durch private Investoren (natürliche Personen), die dem Unternehmen mindestens 10.000 Euro zur Verfügung stellen und ihre Beteiligung für mindestens 3 Jahre halten. Durch den Investitionszuschuss Wagniskapital können diese Investoren 20 Prozent des Kaufpreises ihrer Unternehmensanteile zurückerstattet bekommen, für Anteilskäufe von bis zu 250.000 Euro pro Jahr. Die erworbenen Anteile verbleiben dabei komplett beim Investor.

Start-ups profitieren durch den Investitionszuschuss von größeren Chancen, sich über Wagniskapital finanzieren zu können, da sie mit einer Bescheinigung ihrer Förderfähigkeit durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) aktiv Investoren gewinnen können. Für die Beantragung des Investitionszuschusses reicht das junge Unternehmen zunächst einen Online-Antrag beim BAFA ein, um die Bescheinigung der Förderfähigkeit zu erhalten. Anschließend kann der Investor ebenfalls einen Online-Antrag einreichen und erhält nach formaler Prüfung einen Bescheid. Nach dem Erwerb der Unternehmensanteile kann er dann unter Vorlage des Gesellschaftsvertrages die Erstattung in Höhe von 20 Prozent seiner Investitionssumme beim BAFA anfordern. Für Beteiligungen an Unternehmen, die erst noch gegründet werden sollen, stellt zuerst der Investor einen Antrag beim Bundesamt. Nach erfolgter Gründung und dem Eintrag ins Handelsregister kann dann das Start-up einen Antrag auf Bescheinigung der Förderfähigkeit einreichen.

Voraussetzungen für den Investitionszuschuss Wagniskapital beim Unternehmen:

  • es muss sich um ein kleines, innovatives und eigenständiges Unternehmen handeln, das seit weniger als zehn Jahren besteht
  • das Unternehmen muss eine Kapitalgesellschaft sein
  • der Hauptsitz muss in der EU liegen, wenigstens eine Zweigniederlassung oder Betriebsstätte muss sich in Deutschland befinden und im Handelsregister eingetragen sein
  • es dürfen weniger als 50 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) beschäftigt sein
  • der Jahresumsatz oder die Jahresbilanzsumme darf höchstens 10 Millionen Euro betragen
  • das Unternehmen muss einer innovativen Branche angehören, maßgeblich hierfür ist der Handelsregisterauszug

Voraussetzungen für den Investitionszuschuss Wagniskapital beim Investor:

  • natürliche Person mit Hauptwohnsitz in der EU
  • alternativ: Investition erfolgt über GmbH, bei der der Investor alleiniger Anteilseigner ist (Business Angels GmbH) und der alleinige Geschäftszweck im Eingehen und Halten von Beteiligungen besteht
  • Mindesthaltedauer der Gesellschaftsanteile am Start-up: 3 Jahre
  • Aufstockungen von Anteilen werden nicht gefördert, es muss sich um eine erstmalige Beteiligung handeln
  • diese Kriterien müssen über die Mindesthaltedauer gegeben sein und entsprechend nachgewiesen werden

 

Richtlinie zur Bezuschussung von Wagniskapital privater Investoren für junge innovative Unternehmen:
www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/I/investitionszuschuss-wagniskapital-richtlinie,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.