DaWanda – Einzigartige Produkte von kreativen Köpfen

Als DaWanda, der Online-Marktplatz für Selbstgemachtes, eröffnet wurde, haben viele Angehörige der E-Commerce Szene das Konzept zunächst belächelt. Heute stellt sich die Situation ganz anders dar, denn DaWanda gehört zu den erfolgreichen Anbietern im Internet und kann auf bemerkenswerte Erfolgszahlen verweisen. INTERNETHANDEL stellt das ungewöhnliche Unternehmen und seine Gründer vor.


Der Online-Marktplatz DaWanda gehört heute zu den festen Größen im E-Commerce. Gegründet wurde das ungewöhnliche Unternehmen mit Sitz in Berlin im Dezember 2006 von Claudia Helming und Michael Pütz. Mehr als zwei Millionen angemeldete Mitglieder entdecken heute auf den Internetseiten von DaWanda über 2,5 Millionen Produkte von rund 160.000 Herstellern. Alle Angebote erfüllen dabei eine Voraussetzung: Sie wurden von kreativen Händen und Köpfen in liebevoller Arbeit selbsthergestellt.

Angeboten werden vor allem Produkte aus den Bereichen Mode, Accessoires, Kunst, Wohnen oder Spielzeug und mittlerweile wird auf DaWanda alle 20 Sekunden ein Schmuckstück, alle 30 Sekunden ein Accessoire und alle 60 Sekunden ein Kleidungsstück verkauft. In unserer aktuellen Gründerstory werfen wir für Sie einen Blick hinter die Kulissen des erfolgreichen Unternehmens, berichten über die Gründungsimpulse und betrachten den bisherigen Werdegang.

 

Originelle Gründerstory oder Copycat mit Kalkül?

Claudia Helming und Michael Pütz erinnern sich gut an den Winter 2005. Damals hielten sich die beiden späteren DaWanda-Gründer in Moskau auf und dachten darüber nach, gemeinsam ein Unternehmen zu gründen. Auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken bummelten beide über einen russischen Markt und wurden dabei auf Matrjoschkas aufmerksam, die auf dem Markt unbemalt angeboten wurden. Der Käufer sollte selber kreativ werden und die Figuren eigenhändig und individuell gestalten.

Claudia Helming und Michael Pütz kauften einige der Puppen und versuchten sich im Hotelzimmer daran, die Matrjoschkas farbenfroh zu bemalen. Das Ergebnis war niederschmetternd und endete mit dem übereinstimmenden Urteil, man sei leider völlig frei von Talent. Auch wenn sich die Puppen so nicht mehr als Geschenk einsetzen ließen: Nach Aussage der beiden Gründer bot diese Geschichte den Impuls für die spätere Entscheidung, DaWanda zu starten.

Böse Zungen behaupten, im harten Gegensatz zu dieser romantischen und originellen Gründungsgeschichte, dass Claudia Helming und Michael Pütz einfach nur den US-amerikanischen Online-Marktplatz Etsy entdeckt haben und dass es sich bei DaWanda um eine vorbildliche Copycat, also eine konsequent geklonte Geschäftsidee handelt. Letztlich spielt es aber keine Rolle, ob es sich bei DaWanda um eine innovative Geschäftsidee handelt, die zufällig ein Jahr später entstand als Etsy in den USA, oder ob die Gründer das amerikanische Original kopiert haben. Erfolgreich ist das Unternehmen ohnehin und allein darauf kommt es im E-Commerce an.


 

Finanzierung und Expansion

Der Erfolg von DaWanda erklärt sich unter anderem durch ein schlüssiges Finanzierungskonzept mit hochkarätigen externen Investoren. Während sich zunächst Vorwerk Ventures und Piton Capital mit rund vier Millionen Euro an dem Unternehmen beteiligten, folgte im April 2012 wiederum ein siebenstelliges Investment durch Insight Venture Partners. Heute halten die Gründer Claudia Helming und Michael Pütz noch jeweils 14 Prozent der Anteile an DaWanda.
Die komfortable Finanzierung dient dabei vor allem der europäischen Expansion des Online-Marktplatzes. Diese wurde umso notwendiger, als dass Etsy seit einiger Zeit ein deutsches Büro betreibt und selber mit Hochdruck am europäischen Markteintritt arbeitet. DaWanda unterhält mittlerweile Stützpunkte und Länderauftritte in Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Polen und den Niederlanden. Weitere Niederlassungen sind aktuell in Planung.

 

Das Ohr am Puls der Mitglieder

DaWanda zeichnet sich unter anderem durch eine ungewöhnlich enge Bindung zwischen dem Unternehmen und seiner schnell wachsenden Community aus. Die Social Media-Aktivitäten des Marktplatzes sind vorbildlich und zeichnen immer wieder das Bild von einem sehr authentischen, verantwortungsvollen und glaubwürdigen Marktteilnehmer. So entdeckt man auf dem eigenen YouTube-Kanal von DaWanda eine große Auswahl interessanter Videos, kann sich als einer von knapp 120.000 Facebook-Fans des Unternehmens immer über Neuigkeiten informieren lassen oder den eigenen Blog verfolgen, in dem verschiedene Autoren regelmäßig über Trends, Tipps und Vermarktungsstrategien für selbstgemachte Produkte berichten.
Unterstützt wird bei DaWanda aber vor allem auch die direkte Kommunikation zwischen Herstellern auf der einen und Interessenten und Kunden auf der anderen Seite. Der Marktplatz bietet hier viele Möglichkeiten der digitalen Interaktion. So können konkrete Angebote mit nur einem Klick direkt auf Facebook empfohlen und kommentiert, in eigene Blogs eingebettet, Freunden per E-Mail gezeigt, auf eine Amazon Wunschliste gesetzt oder bei Pinterest gepostet werden.

 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.