Wissen, was morgen geschieht: 6 Strategien zur Zukunfts-Analyse im Online-Handel

Fast jeder von uns hat sich wohl schon einmal gewünscht, in die Zukunft blicken zu können. Was für ein Kapital könnte man wohl daraus schlagen, wenn man die nächsten Lottozahlen oder die Aktienkurse von morgen schon heute wüsste. Auch im Online-Handel wäre ein frühzeitiger Blick auf die Trends von morgen von großem Vorteil.

Der Blick in die Zukunft ist keine Hexerei

Wir werden Ihnen an dieser Stelle weder raten, sich eine Kristallkugel im Esoterik-Versand zu bestellen, noch bei einer Astro-Hotline anzurufen, um dort Ihrem Unternehmen die Karten legen zu lassen. Und doch wäre es für Ihr Geschäftsmodell sehr positiv, wenn Sie schon ein wenig früher als Ihre Konkurrenten wüssten, wie sich die Märkte, die Interessen der Verbraucher, die Formen der digitalen Kommunikation und die neuesten Produkte aus Ihrem Geschäftsbereich in der nächsten Zeit entwickeln. Dass eine solche Prognose nichts mit Hexerei zusammenhängt, wollen wir Ihnen im Folgenden unter Beweis stellen. Wir präsentieren Ihnen dazu insgesamt 6 verschiedene Strategien, mit denen Sie Ihren ganz persönlichen Blick in die geschäftliche Zukunft werfen können.

Wenn Sie diese Strategien umsetzen, dann werden Sie gegenüber Ihren Konkurrenten sehr schnell einen Vorsprung erarbeiten, der sich stark auf Ihr Geschäftsergebnis auswirkt. Die erfolgreichsten Unternehmer der Welt haben Ihre herausragenden Positionen übrigens meistens dadurch erreicht, dass sie bereits heute wussten oder zumindest ahnten, was die Märkte morgen prägen würde. Auch Ihnen steht diese Möglichkeit offen und Sie sollten sie daher nicht ungenutzt lassen.

 

Durch eigene Beobachtungen und Analysen zum Zukunftsforscher werden

Neben Wahrsagern, Kartenlegern und anderen eher zwielichtigen und unseriösen Gestalten gibt es in Sachen Zukunftsprognosen auch einen fundierten und seriösen wissenschaftlichen Zweig. Zukunftsforscher spielen heute eine zunehmend wichtige Rolle und nutzen vor allem Beobachtungen der jüngeren Vergangenheit, aus denen sie in Kombination mit Beobachtungen an Menschen und ihrem Verhalten zuverlässige und belastbare Prognosen für die nächsten Monate, Jahre und sogar Jahrzehnte abgeben.

Ihnen selber steht als Online-Händler die Möglichkeit offen, selber zum Zukunftsforscher zu werden. Sie verfügen nämlich über eine solide und aussagekräftige Datenbasis, die sich aus dem Surf- und Kaufverhalten Ihrer Besucher und Kunden ergibt und aus der Sie eine ganze Reihe von wertvollen Rückschlüssen ziehen können. Hierzu müssen Sie die Ihnen zur Verfügung stehenden Daten lediglich in einen Zusammenhang mit externen Ereignissen und Entwicklungen setzen. Sie können einen solchen Prozess entweder ganz strukturiert und analytisch angehen und in konzentrierter Weise Szenarien für die Zukunft Ihres Marktbereiches ableiten. Ebenso ist es aber auch möglich, dass Sie die Beobachtungen eher unbewusst auf sich wirken lassen und im Laufe der Zeit ein tiefes Gespür dafür entwickeln, was sich in nächster Zeit ereignen wird. Sie können sich sicher einen erfahrenen Geschäftsmann vorstellen, der nach vielen Jahren in seinem Beruf fast instinktiv voraussagen kann, welche Trends und Entwicklungen in der näheren Zukunft eintreten werden. Einen solchen Status können Sie ebenfalls erlangen und wir müssen Ihnen an dieser Stelle wohl nicht erst sagen, wie positiv sich die eigene Zukunftsforschung auf Ihre Unternehmensentwicklung auswirken wird. Wenn Sie viel Zeit und Geduld haben, dann können Sie in aller Ruhe darauf warten, dass sich Ihr instinktives Gespür für die Zukunft entwickelt. Wenn Sie weniger geduldig sind und auf schnellere Ergebnisse drängen, dann helfen Ihnen die folgenden 6 Strategien dabei, sich innerhalb von kurzer Zeit zum erfolgreichen Zukunftsforscher zu entwickeln.

 

Strategie 1: Die Vergangenheit betrachten und daraus lernen

Auch wenn es vielleicht paradox klingt: Die wichtigste Quelle bei der Erforschung der Zukunft ist die Beobachtung und Analyse der Vergangenheit. Aus dem Verhalten von Verbrauchern und den Reaktionen der Märkte in Bezug auf bestimmte Entwicklungen und Trends lassen sich sehr zuverlässige Rückschlüsse auf grundsätzliche Muster erkennen. Ein sehr einfaches Beispiel für eine solche Beobachtung und ihre Auswertung sind die saisonalen Entwicklungen Ihrer Umsätze. Die meisten Online-Händler können feststellen, dass Sie in der Vorweihnachtszeit ihre höchsten Umsätze erreichen. Sie werden sich also ganz von selber darauf einstellen, dass zu dieser Jahreszeit das Lager gut gefüllt und  ausreichend Personal zur Bearbeitung der zusätzlichen Aufträge vorhanden ist. Um den Anwendungsfall ein wenig komplexer zu gestalten, könnten wir nun das Geschäftsjahr auf weitere Umsatzeinbrüche oder Umsatzsteigerungen untersuchen. Womöglich stellen Sie dabei einen Zusammenhang zwischen der Ferienzeit und Ihren Geschäftszahlen fest. Wenn es Ihnen nun noch gelingt, herauszufinden, dass es zu diesen Zeiten ganz spezielle Produkte sind, mit denen Sie Ihren hauptsächlichen Umsatz erzielen und Sie diesen Produkten bestimmte Eigenschaften und Merkmale zuordnen können, dann haben Sie Ihre erste kleine Zukunftsforschung bereits erfolgreich zu Ende gebracht.

Unser Tipp: Beschäftigen Sie sich intensiv mit den Statistiken Ihres Shops und suchen Sie dabei nach auffälligen Mustern. Wenn Sie solche entdeckt haben, dann verschaffen Sie sich zusätzliche Informationen über die konkrete Art, wie sich das Einkaufsverhalten Ihrer Zielgruppe unter dem Einfluss bestimmter Ereignisse verändert hat. Nutzen Sie Ihre Erkenntnisse, um Ihren Besuchern beim nächsten passenden Ereignis zusätzliche Produkte anzubieten, die in der Vergangenheit besonders stark nachgefragt wurden.

 

Strategie 2: Global denken und über den eigenen Tellerrand hinaus blicken

Ihre Beobachtungen sollten Sie dabei allerdings nicht auf Ihren eigenen Shop und Kundenkreis beschränken. Treten Sie stattdessen einen Schritt zurück und werfen Sie Ihren Blick auf globale Entwicklungen und Ereignisse. Verschaffen Sie sich hierzu einen Überblick über ausländische Märkte, die in Bezug auf Ihren konkreten Geschäftsbereich einen gewissen Vorsprung haben. Vielleicht stellen Sie dabei fest, das der australische Markt die Nase in Bezug auf Extremsport vorne hat, der US-amerikanische Markt besonders weit fortgeschritten ist, was den Lieferservice mit Lebensmitteln angeht oder der skandinavische Markt führend bei hochwertigem Lernspielzeug für Kleinkinder ist. Wenn Sie erst einmal solche Märkte gefunden haben, dann können Sie beginnen, nachzuvollziehen, welche Entwicklungen dort jeweils wie lange gebraucht haben, um auch in Deutschland anzukommen. Sie gewinnen auf diese Weise sehr wertvolle Einsichten, die Ihnen zeigen, ab wann ein bestimmter Trend auch hierzulande einsetzen wird.

Unser Tipp: Gehen Sie doch noch einen deutlichen Schritt weiter und arbeiten Sie aktiv daran, bestimmte Trends auch hierzulande zu etablieren. Wenn Sie bemerken, dass eine bestimmte Art von Produkten an einem Ihrer Vorbildmärkte bereits vertreten ist, dann berichten Sie doch auf Ihren Shop-Seiten, innerhalb der sozialen Netze oder in Ihrem Blog darüber und werden auf diese Weise selber zum Trendsetter. Und da Sie früh genug wussten, was sich künftig ergeben wird, können Sie bereits aktiv dafür sorgen, mit den jeweiligen Produkten schon verkaufsbereit zu sein, während sich die Konkurrenz noch verdutzt die Augen reibt und panisch versucht, den neuen Trendartikel ebenfalls ins Sortiment zu bekommen.

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Strategie 3: Die Konkurrenz regelmäßig und sorgfältig beobachten

Apropos Konkurrenz: Auch die ist für jeden zukunftsforschenden Online-Händler eine ausgesprochen wertvolle Quelle. Zum einen könnte es sein, dass einer Ihrer Mitbewerber selber einen aktuellen Trends ausgegraben hat und vor allen anderen damit am Markt vertreten sein will. In diesem Fall haben Sie bei regelmäßiger Beobachtung Ihrer Konkurrenten noch die Möglichkeit, schnell nachzuziehen und die benötigten Produkte zu beschaffen und anzubieten. Zum anderen kann allein schon die Einstellung eines ungewöhnlichen Produktes bei einem Ihrer Wettbewerber auch innerhalb Ihrer Zielgruppe einen Trend auslösen, den Sie nicht verpassen sollten. Bei der Beobachtung kommt es dabei natürlich immer darauf an, sich regelmäßig mit den Seiten der Konkurrenz zu beschäftigen. Wenn Sie einen entsprechenden Trend erst Wochen nach seinem Auftauchen feststellen, ist die Information bereits annähernd wertlos für Sie, da Sie es nicht mehr rechtzeitig schaffen werden, von der Entwicklung zu profitieren. Hier ist also Kontinuität gefragt. Zum anderen müssen entsprechende Trends auf den Seiten der Mitbewerber natürlich kritisch geprüft und hinterfragt werden. Schließlich könnte sich der Konkurrent mit einer bestimmten Produktidee völlig verrannt haben und es wäre sehr ungünstig, wenn Sie ihm auf diesem sinnlosen Weg blind folgen würden.

Unser Tipp: Fertigen Sie eine Liste mit Ihren wichtigsten Konkurrenten und deren Shop-Seiten an und achten Sie darauf, nur solche Händler in Ihr Verzeichnis aufzunehmen, die Sie für clever und marktorientiert halten. Beobachten Sie die Seiten der ausgewählten Mitarbeiter nun nach einem regelmäßigen Plan. Wir raten dazu, die Shops im Abstand von einer Woche kurz zu besuchen und dabei vor allem auf prominent platzierte Aktionen und auffällige Veränderungen im Sortiment zu achten.

 

Strategie 4: Umfragen im eigenen Kundenkreis durchführen

Eine sehr wichtige Datenquelle für die individuelle Zukunftsforschung steht nur Ihnen ganz exklusiv und persönlich zur Verfügung. Die Rede ist von den Ansichten, Wünschen, Bedürfnissen und Einschätzungen Ihrer Kunden und Besucher. Schließlich handelt es sich bei dieser Personengruppe exakt um die Menschen, die Sie mit Ihren Bemühungen erreichen wollen. Wer wäre also besser als Objekt der Beobachtung geeignet als Ihre Zielgruppe selber. Hierbei sollten Sie sich aber nicht darauf beschränken, die Besucher und Kunden beim Surfen, Einkaufen oder Abbrechen Ihrer Einkäufe passiv zu beobachten und Ihre Schlussfolgerungen aus deren Verhalten zu ziehen. Befragen Sie diesen wertvollen Kreis von Personen doch ergänzend ganz direkt, um besser verstehen und einschätzen zu können, welche Produkte, Angebote und Dienstleistungen Ihre Zielkunden morgen interessieren und begeistern werden. Mit ein wenig Übung und Geschick wird es Ihnen schnell gelingen, aussagekräftige Fragebögen mit viel Potenzial zu entwickeln, aus deren Antworten Sie unmittelbare Rückschlüsse auf die anstehenden Entwicklungen der näheren Zukunft ziehen können.

Unser Tipp: Belohnen Sie die Teilnahme an Umfragen aktiv mit einer schönen Prämie, um die Quote derjenigen, die sich beteiligen, deutlich zu erhöhen. Die bestmögliche Belohnung für solche Aktionen sind dabei natürlich Gutscheine für Ihren eigenen Shop. Damit binden Sie bestehende Kunden stärker an Ihr Unternehmen an und erhöhen in Bezug auf neue Besucher die Chancen für einen ersten Einkauf deutlich. Muten Sie den Teilnehmern dabei innerhalb der Umfragen aber nicht zu viel zu. Führen Sie lieber regelmäßig kleine und kurze Befragungen durch, anstatt Ihre Zielgruppe mit zu umfangreichen Fragebögen zu quälen.

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Strategie 5: Fachzeitschriften lesen und Messen besuchen

Zu fast jedem Produktbereich gibt es einschlägige Publikationen. Im In- und Ausland steht eine riesige Auswahl an Fachzeitschriften zur Verfügung, ergänzt von speziellen Seiten und Portalen im Internet, die ebenfalls eine Fülle von Informationen zur Verfügung stellen. Ob es nun um Kraftsport, Gartenbau, Gourmet-Kochen, Autoschrauben, Tiefseetauchen, Mode, Beauty oder Heimtierhaltung geht, um nur wenige Beispiele zu nennen: An Publikationen herrscht zu annähernd keinem Thema ein Mangel. Dabei können Sie sich fest darauf verlassen, dass neue Trends, Entwicklungen und Innovationen zuerst in diesen Veröffentlichungen erwähnt werden. Selbst lange bevor ein Produkt wirklich auf den Markt kommt, finden sich dort erste Ankündigungen und Previews, sodass Sie sich als Händler frühzeitig darauf einstellen können, welche neuen Marktchancen Sie in Kürze nutzen können. Ergänzt wird dieses Informationsangebot durch regelmäßig stattfindende Messen und Ausstellungen, die es ebenfalls zu fast jedem denkbaren Thema gibt. Hier stellen vor allem Hersteller und Entwickler ihre aktuellen Innovationen aus und bieten gleichzeitig ein Forum zum direkten Austausch zwischen Anbietern und Wiederverkäufern. Die regelmäßige und aufmerksame Nutzung von Publikationen und Messen sorgt dafür, dass Sie in Bezug auf Ihren Geschäftsbereich immer auf einem aktuellen Stand bleiben.

Unser Tipp: Verbinden Sie interessante Messebesuche doch mit ein paar freien Tagen und verbringen Sie auf diese Weise einen Kurzurlaub, der Ihnen nicht nur zur Erholung, sondern auch zur Nachlese und Auswertung der entdeckten Trends und Entwicklungen dient. Fachzeitschriften Ihrer Branche sollten Sie sich ergänzend direkt nach Hause liefern lassen, um ein paar freie Stunden im Garten oder vor dem Fernseher zu nutzen, um sich auf entspannte Weise einen Überblick über aktuelle Informationen und Innovationen zu verschaffen.

 

Strategie 6: Aktuelle Ereignisse in eigenen Prognosen berücksichtigen

Immer wieder gibt es Ereignisse von globaler Bedeutung, die sich auf den Geschäftsverlauf im eigenen Online-Shop auswirken. Hierbei kann es sich zum Beispiel um Events wie eine Fußball-Weltmeisterschaft handeln, in deren zeitlichen Umfeld die Verbraucher plötzlich ein Interesse an Produkten entwickeln, die vorher keinerlei Rolle gespielt haben. Ebenso ist es möglich, dass politische Ereignisse zu einem plötzlich aufflammenden Interesse an einem bestimmten Land führen, was ebenfalls mit einer verstärkten Nachfrage nach speziellen Produkten verbunden sein kann, die man mit der jeweiligen Region verbindet. Um den Zusammenhängen zwischen bestimmten Ereignissen und dem Verhalten der eigenen Kunden auf die Schliche zu kommen, muss man sowohl die Daten im Shop als auch die wichtigen Ereignisse in der Welt sorgfältig nebeneinander protokollieren. Mit der Zeit wird es dann immer besser gelingen, Verbindungen und Kausalitäten abzuleiten. Wer hier noch einen Schritt weiter gelangt, der wird auf längere Sicht in der Lage sein, anhand von anstehenden Ereignissen das Verhalten der eigenen Kunden vorherzusagen und sich geschäftlich genau darauf einzustellen. Ganz einfach ist diese Form der Prognosebildung nicht. Hier gehört schon ein gewisses Maß an Übung und Abstraktionsvermögen dazu, wenn man solche Zukunftsforschungen für seine geschäftlichen Zwecke effektiv nutzen will.

Unser Tipp: Erstellen Sie sich ein ganz persönliches Quellen- und Nachrichtenverzeichnis im Internet und verfolgen Sie anhand dessen die Ereignisse von globaler Bedeutung, die eine Auswirkung auf das Verhalten und die Interessen Ihrer Zielgruppe haben können. Besonders einfach gelingt das, indem Sie RSS-Feeds zu bestimmten Themen anlegen und sich diese, nach Themen und Stichworten geordnet, direkt in Ihr Mail-Postfach schicken lassen. Auf diese Weise bleiben Sie stets gut informiert und können zeitnah mit den passenden Angeboten auf interessante Trends und Entwicklungen reagieren.

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.