Warum gute Vorbilder für Gründer und Jungunternehmer überlebenswichtig sind

Die deutsche Gründerszene boomt und darüber kann sich eigentlich auch niemand so richtig wundern. Schließlich ist die berufliche Selbständigkeit mit einer ganzen Reihe von Vorteilen verbunden, die es in sich haben. Selbständige Unternehmer arbeiten unabhängig und selbstbestimmt. Sie erteilen Anweisungen, statt sie zu befolgen und sie haben die Chance, sich Tag für Tag kreativ zu verwirklichen. Sie genießen ein deutlich höheres Einkommen als ihre angestellten Freunde und Bekannten und profitieren in vielen Situationen von einem hohen sozialen Status. Sie können sich ihre Arbeitszeiten frei einteilen und schulden niemandem Rechenschaft über ihr Handeln.

Die besten Internet Start-ups 2013

So weit, so gut. Allerdings muss man, um ein vollständiges Bild zu erhalten, auch erwähnen, dass sehr viele junge Unternehmen scheitern, noch bevor ihre Inhaber von den genannten Vorteilen überhaupt profitieren können. Geht das Gründungsvorhaben schief, dann verliert man als Jungunternehmer nicht nur die eigene Firma und den Arbeitsplatz, sondern handelt sich auch häufig hohe Schulden ein. Hinzu kommen die außerordentlichen Belastungen für das Selbstbewusstsein und die hämischen Blicke all derer, die schon von Beginn an wussten, dass der Traum von der eigenen Firma ohnehin nicht gut gehen kann.

Wirft man einen Blick auf die Ursachen, warum Neugründungen und junge Unternehmen vorzeitig scheitern, dann stellt man immer wieder die gleichen Gründe fest. Mal ist die Geschäftsidee einfach nicht marktgerecht, mal wurden bei der Umsetzung des unternehmerischen Konzeptes grobe Fehler gemacht und mal führten Mängel in der Finanzplanung dazu, dass dem hoffnungsvoll gestarteten Unternehmen plötzlich die Luft ausging. Besonders ärgerlich an diesen Fehlerquellen: Sie alle könnten vermieden werden, wenn sie den Gründern nur bewusst wären. Ihnen fehlt es aber sehr häufig ganz einfach an Erfahrung im jeweiligen Businessbereich und so rennen viele Gründer mit offenen Augen in ihr wirtschaftliches Unglück, ohne davon überhaupt etwas zu bemerken. Nach dem Zusammenbruch ist man deutlich klüger und würde die Fehler bei einem weiteren Projekt sicher vermeiden.

Nehmen Sie sich andere erfolgreiche Gründer und Start-ups zum Vorbild

Einen Ausweg aus dieser Problematik bietet eine ebenso naheliegende wie einfache Strategie. Bevor man in die Startphase seines eigenen Unternehmens einsteigt, sollte man sich sehr gründlich mit anderen jungen Unternehmen befassen, die ihre ersten Schritte nach der Gründung bereits erfolgreich absolviert haben. Die eingehende Beschäftigung mit anderen Start-ups wirkt auf unterschiedliche Weise. Zum einen lernt man Geschäftsideen kennen, die es am Markt tatsächlich geschafft haben. Das hilft bei der kritischen Bewertung eigener Konzepte, die man vor dem Hintergrund der Anregung von außen recht gut verändern und anpassen kann. Darüber hinaus erhält man die Chance, sehr genau zu beobachten, auf welche Weise eine bestimmte Geschäftsidee umgesetzt wurde. Wie viel Personal war erforderlich? Wurden zentrale Bestandteile des Unternehmens inhouse entwickelt oder extern realisiert? Wurde wichtige Software gekauft oder selber erarbeitet? Und schließlich erfährt man bei der genauen Betrachtung eines artverwandten Unternehmens auch etwas darüber, wie das Projekt finanziert wurde.

Auf diese Weise dienen Start-ups, die sich mit einem ähnlichen Konzept beschäftigen, als wichtige Vorbilder. Sie helfen dabei, gefährliche Fehler zu vermeiden und zeigen uns gleichzeitig entscheidende Erfolgsfaktoren auf. Die Schwierigkeit besteht nur darin, die richtigen und passenden Vorbilder auszuwählen. Sie müssen nämlich nicht nur in einem verwandten Bereich angesiedelt sein, sondern sich auch erfolgreich am Markt behauptet haben. Schließlich will man sich an einem erfolgreichen Vorbild orientieren und nicht die Fehler eines Start-ups nachahmen, das letztlich mit seinem Konzept scheitern wird. Bei der Auswahl passender Vorbilder den Aussagen der Unternehmen selber zu vertrauen, wäre gefährlich. Welches Unternehmen würde in seiner öffentlichen Kommunikation schon zugegen, dass es sich in Schwierigkeiten befindet, dass es gerade bemerkt hat, dass die eigenen Konzepte nicht marktgerecht sind oder dass es kurz davor ist, schließen zu müssen. Geht man nach den Inhalten der Internetseiten deutscher Unternehmen, dann kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass es ausschließlich florierende Betriebe gibt.

Es gibt aber dennoch eine gute und wirksame Möglichkeit, Spreu und Weizen zu trennen und zielsicher solche Start-ups auszuwählen und zum Vorbild zu machen, die es tatsächlich geschafft haben, sich erfolgreich zu platzieren. DINTERNETHANDEL 01/2014 - Die besten Internet-Start-ups 2013as gelingt, indem man sich mit den Gewinnern der zahlreichen deutschen Gründerwettbewerbe auseinandersetzt. Diese haben nämlich gegenüber hochkarätiger Fachjurys beweisen müssen, dass ihre Geschäftsideen marktgerecht, ihre Umsetzungen professionell und ihre Geschäftsergebnisse positiv sind. Wenn man sich bei der Suche nach Vorbildern aus der großen Zahl dieser Sieger wichtiger Wettbewerbe bedient, dann kann man zumindest ausschließen, an ein Unternehmen zu geraten, das in Wirklichkeit deutlich schlechter dasteht, als es nach außen hin scheint.

INTERNETHANDEL hat im Jahr 2013 alle wichtigen Gründerwettbewerbe in Deutschland verfolgt und aus den Siegern insgesamt 20 Internet-Start-ups zu den besten Unternehmen des Jahres gekürt. In der Januar-Ausgabe 2014 wurden die Gewinner ausführlich vorgestellt.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.