Twitter-Marketing für Online-Händler: 5 Tipps für einen erfolgreichen Auftritt

Den meisten Online-Händlern muss man heute nicht mehr erklären, was es mit Social Media-Marketing auf sich hat und wie die sozialen Netze heute im E-Commerce genutzt werden, um neue Besucher zu finden und bestehende Kunden zu binden. Während in diesem Zusammenhang meist von Facebook, Google+ oder Pinterest die Rede ist, hört man nur selten etwas über Strategien für den Online-Handel auf der Basis von Twitter. Dabei bietet der Dienst gerade für Shop-Betreiber sehr interessante Möglichkeiten, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen wollen.

Twitter-Marketing für Online-Händler

Twitter im Social Media-Marketing: Die oft unterschätzte Plattform

Unzählige Fachartikel beschäftigen sich heute mit den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der sozialen Netze im Online-Handel. Meist geht es dabei um Aktivitäten rund um die Plattform Facebook. Interessierte Händler können detailliert erfahren, wie man ein eigenes Facebook-Profil möglichst vorteilhaft anlegt und pflegt und wie man sich als Shop-Betreiber gegenüber einem großen Publikum interessant darstellt und ins Gespräch bringt.

Während es im Social Media-Marketing in den meisten sozialen Netzen darum geht, einen großen Kreis an „Freunden“ aufzubauen, diesen mit exklusiven Informationen zu versorgen, die Gespräche zwischen den verschiedenen Teilnehmern zu moderieren und selber aktiv auf Postings und Kommentare zu reagieren, bringt die Plattform Twitter eine bedeutende Einschränkung mit sich: Die Länge der dort zu veröffentlichenden Nachrichten ist nämlich auf maximal 140 Zeichen begrenzt und eignet sich von daher kaum zum Erzählen längerer Geschichten oder zum ausgiebigen Plaudern mit der Zielgruppe. Stattdessen bietet Twitter aber eine ganze Reihe von anderen interessanten Möglichkeiten, mit denen wir uns im Folgenden näher beschäftigen wollen. Schauen wir uns zunächst an, seit wann es Twitter eigentlich gibt, was es mit dem Kurznachrichtendienst auf sich hat und welche Funktionen und Optionen der Dienst bietet.

Gezwitschert wird bereits seit 2006: So eroberte Twitter die Welt

Twitter erblickte im März 2006 das Licht der Welt und definiert sich selber als Mikroblogging-Dienst. Registrierte und angemeldete Nutzer haben die Möglichkeit, kurze Textnachrichten mit einer maximalen Länge von 140 Zeichen im Internet zu veröffentlichen. Das Unternehmen konnte im Januar 2014 weltweit auf mehr als 240 Millionen Nutzer verweisen und erzielte im Jahr 2013 Einnahmen in Höhe von 665 Millionen US-Dollar.

Im Mittelpunkt von Twitter stehen die eigentlichen Kurznachrichten der Nutzer, die als Tweets bezeichnet werden. Tweets können, wenn keine anderen Einstellungen vorgenommen wurden, zunächst von jedem, also auch von unangemeldeten Lesern, gesehen werden. Neben den eigentlichen Unicode-Zeichen erlaubt Twitter auch die Übermittlung von Links, die direkte Erwähnung anderer Twitter-User, das Posten von Bildern und Videos in Form von URLs, die Veröffentlichung von Standorten und die Erwähnung von sogenannten Hashtags. Hierbei handelt es sich um Begriffe, die mit dem Zeichen „#“ beginnen und die eine gezielte Suche nach Tweets zu einem bestimmten Thema ermöglichen.

Twitter-Hashtag

#Hashtags sinnvoll einsetzen - Tweet mit einem Hashtag auf das zentrale Thema #Kundenbindung

Zu den Standardfunktionen bei Twitter zählen, neben der eigentlichen Veröffentlichung eigener Tweets, unter anderem das Folgen, Retweeten, Favorisieren und die Direktnachricht. Folgt man einem Twitter-User, dann werden dessen Tweets fortan in der eigenen Timeline angezeigt. Beim Retweeten leitet man den Tweet eines anderen Nutzers an alle eigenen Follower weiter. Die Funktion „Favoriten“ ähnelt dem Facebook-Like. Hier kennzeichnet man den Tweet eines anderen Twitter-Nutzers als Favorit und zeigt dadurch, dass man den Beitrag mag. Mit der Direktnachricht wendet man sich schließlich unmittelbar an einen anderen Twitter-Nutzer, ohne dass die Mitteilung öffentlich von anderen gesehen werden kann.

Um die weltweite Bedeutung der Plattform für Kurznachrichten besser einschätzen zu können, sind die folgenden Zahlen recht interessant. So verfügten im März 2014 die folgenden Personen über die meisten Follower bei Twitter: Katy Perry (51,6 Millionen), Justin Bieber (50,4 Millionen), Barack Obama (42,1 Millionen) und Lady Gaga (41,1 Millionen). Zu den populärsten Firmen-Konten in Deutschland zählten im März 2014 SoundCloud (1,1 Millionen Follower), ProSieben (690.250 Follower), Spiegel Eilmeldungen (430.878 Follower) und Zeit online (371.091 Follower). Diese Werte (Stand: 20.3.2014) führen uns direkt zu der Frage, wie ein Unternehmen den Kurznachrichtendienst als Kommunikationskanal innerhalb seines Social Media-Marketings gewinnbringend einsetzen kann.

Twitter in der Unternehmenskommunikation von Online-Händlern

Welche Rolle spielt Twitter im E-Commerce? Eine Antwort auf diese Frage gab Nathan Hubbard, E-Commerce Direktor der Plattform, in einem eigenen Tweet:

„Twitter ist eine Plattform, auf der so gut wie alles diskutiert wird. Aus Sicht des Handels möchten wir eine Plattform werden, auf welcher so gut wie alles verkauft werden wird, was auch auf Twitter diskutiert wird.“

Es wird an dieser Stelle deutlich, dass der Anbieter selber aktiv daran arbeitet, ein interessanter Partner für Shop-Betreiber zu werden. Führt man sich vor Augen, dass allein im Jahr 2013 rund 30 Prozent der Internetkunden von Empfehlungen in den sozialen Netzen beeinflusst wurden, dann lässt sich schnell erkennen, welches Potenzial mit den Kurznachrichten verbunden ist. Die vergleichsweise neue Option zur Veröffentlichung von Fotos oder Videos, die unmittelbar in den Timelines der Follower angezeigt werden, macht den Tweet zur idealen Kaufempfehlung. Stellt man sich vor, wie schnell sich eine entsprechende Nachricht durch Retweets durch das gesamte Netz verbreiten kann, dann entsteht ein erster Eindruck darüber, wie effizient und wirkungsvoll sich dieser Kommunikationskanal von Shop-Betreibern einsetzen lässt.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, Ihre Aktivitäten bei Twitter zu optimieren und deutlich erfolgreicher zu gestalten.

Tipp 1: Ihr Twitter-Profil

Bei Facebook oder Google+ ist fast jedem gewerblichen Nutzer klar, wie wichtig das eigene Profil auf der jeweiligen Plattform ist. Bei der Verwendung von Twitter als Social Media-Marketing-Plattform herrscht hier leider immer noch Unwissenheit vor. Dabei spielt das Twitter-Profil in Bezug auf die Wirkung der Tweets und die Erweiterung des eigenen Stamms an Followern eine zentrale Rolle. Nutzen Sie Ihr Profil deshalb als Präsentationsseite über Ihr Unternehmen und stellen Sie potenziellen Kunden dort alle wesentlichen Informationen über Ihren Shop, Ihre Angebote und Ihre Serviceleistungen zur Verfügung. Bedenken Sie, dass der durchschnittliche Nutzer nur wenige Sekunden auf Ihrem Profil verweilen wird, um dann zu entscheiden, ob er Ihnen folgt oder eines Ihrer Angebote wahrnimmt. Liefern Sie ihm daher genau in dieser Situation einen überzeugenden Grund, mit Ihnen in Kontakt zu treten.

Tipp 2: Die Verbindung zum Web-Shop

Ihre Aktivitäten bei Twitter sollen letztlich einem einzigen Zweck dienen: Sie wollen mehr Besucher auf Ihre Shop-Seiten lenken und dort nach Möglichkeit zu einem Einkauf bewegen. Daher ist es besonders wichtig, Ihre Shop-URL unmittelbar mit Ihrem Twitter-Profil zu verbinden. Sobald Ihr Profil das Interesse eines Nutzers geweckt hat, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit Ihren Shop besuchen, um sein Bild von Ihnen und Ihrem Unternehmen zu komplettieren. Setzen Sie daher direkt vom Twitter-Profil aus einen Link zum Shop und ziehen Sie unter Umständen in Erwägung, hier eine spezielle Landing-Page für Ihre Twitter-Kontakte anzubieten. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn sich Ihre Zielgruppe bei Twitter von Ihrem allgemeinen Kundenprofil unterscheidet.

Tipp 3: Ihre Follower sind Ihr Kapital

Ähnlich wie bei Facebook und anderen sozialen Netzen entscheidet auch bei Twitter vor allem die Anzahl Ihrer aktiven (und echten!) Follower darüber, wie wirksam und effektiv Sie den Kommunikationskanal zum Erreichen Ihrer geschäftlichen Ziele einsetzen können. Deshalb sollten Sie Ihre Fans dort als Kapital begreifen und sich stets darum bemühen, neue Follower zu gewinnen und bestehende Leser bestmöglich mit Informationen, Angeboten und Vorteilen zu versorgen. Die besten Voraussetzungen für möglichst viele und vor allem zufriedene Follower schaffen Sie durch echten Mehrwert und eine authentische Kommunikation. Sorgen Sie dafür, dass treue Follower handfeste Vorteile erhalten und bauen Sie sich im Laufe der Zeit durch glaubwürdige und ehrliche Postings einen guten Ruf im Netzwerk auf.

Tipp 4: Die Macht der Bilder

Twitter ermöglicht Ihnen die Integration von Bildern und Videos in Ihre Tweets. Von dieser Option sollten Sie als Shop-Betreiber unbedingt Gebrauch machen, da sich Ihr Twitter-Account auf diese Weise unmittelbar zum virtuellen Schaufenster für Ihre Follower entwickelt. Aktuelle Untersuchungen zeigen dabei, dass Tweets mit Bildern 18 Prozent häufiger angeklickt werden, 89 Prozent mehr Favoriten-Klicks erhalten und 150 Prozent häufiger retweetet werden. Wer als Online-Händler darauf verzichtet, seine Tweets mit Bildern aufzuwerten, der verschenkt ein wertvolles Potenzial und verringert im Ergebnis seine Reichweite in dem sozialen Netz.

Tipp 5: Hashtags als Turbo für Ihr Twitter-Marketing

Twitter hat die sogenannten Hashtags im Internet populär gemacht. Mittlerweile setzen auch andere Plattformen auf die kompakten Begriffe, die mit dem Zeichen „#“ eingeleitet werden und dem Nutzer die Suche nach relevanten Beiträgen erleichtern. Viele Twitter-Nutzer abonnieren zum Beispiel bestimmte Hashtags, um über spezielle Themen stets auf dem Laufenden zu bleiben. Wenn Sie diese Tags als Online-Händler geschickt einsetzen, dann können Sie auf diese Weise vor allem Ihren Follower Stamm erweitern. Hierbei empfiehlt es sich allerdings behutsam und vorsichtig vorzugehen. Wer Hashtags als Spam einsetzt, zu viele der Begriffe in seine Tweets aufnimmt oder sich mit Tags schmückt, die gar nicht mit den eigenen Inhalten zusammenhängen, wird von den Nutzern schnell als unglaubwürdig eingeschätzt und verliert in der Folge seine Reputation.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.