[Interview] Schneidebrett neu gedacht

Das Frankfurter Brett denkt das Schneidebrett neu: Die neuartige Küchenwerkbank mit lückenlos angeschlossenen Behältern für geschnittene Lebensmittel oder auch Abfälle begeistert Profis und ambitionierte Hobbyköche gleichermaßen. Die beiden Gründer Johannes und Joseph Schreiter haben ein neuartiges Schneidebrett erfunden, das reale Küchenprobleme effektiv löst. Doch trotz hohem Kundeninteresse und einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne war der Start des Start-ups alles andere als einfach.


1. Herr Schreiter, wer sind Sie?
Zusammen mit meinem Zwillingsbruder Johannes Schreiter bin ich -Joseph- Gründer & Geschäftsführer der Frankfurter Brett GmbH. Wir haben vor rund 1,5 Jahren das Frankfurter Brett auf den Markt gebracht und sind seitdem mit dem Verkauf und der Herstellung der Bretter gut ausgelastet.

2. Wie verlief die eigentliche Gründungsphase?
Wir sind im September 2015 mit einer ersten Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter.com gestartet und haben dort rund 130.000€ an Vorbestellungen für unsere Premium-Bretter eingesammelt. Direkt im Anschluss an unsere „erfolgreiche“ Kampagne waren wir zusätzlich noch bei Kabel1 in einem ausführlichen Beitrag zu sehen, was die anfängliche Euphorie noch weiter befeuert hat. Nach 3 Monaten und kostenintensiven Problemen bei der Herstellung waren zwar die ersten 1000 Bretter hergestellt und verkauft, aber wir waren auch fast pleite – wir haben einfach falsch kalkuliert. Das war der Anlass, unseren ersten Businessplan zu schreiben, und mit der wohlwollenden Unterstützung von Freunden, Geschäftspartnern und Bekannten konnten wir unsere finanzielle Durststrecke überwinden. Im November 2016 sind wir dann mit einer „Massenmarkt“-tauglichen Variante unseres Bretts gestartet, wiederum per Corwdfunding. Unser Produktvideo ist in den sozialen Medien viral total durchgestartet, und mit ca. 4.500 Vorbestellungen im Wert von rund 900.000 Euro sind wir nun schuldenfrei, haben ordentlich kalkulierte Produkte, eine 1A-Produktion und eine effiziente Logistik aufgebaut und blicken sehr zuversichtlich in die Zukunft.

3. Wo sehen Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal gegenüber Ihren Mitbewerbern?
Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir tatsächlich ein Produkt erfunden haben, welches es so noch nicht gab, aber gleichzeitig reale Küchenprobleme löst. Zusammen mit unserer sehr persönlichen Kommunikation auf unserer Webseite, unserer authentischen Kochleidenschaft und unserer absoluten Produktverliebtheit kommt eine recht einzigartige Mischung zusammen. Zudem profitieren wir natürlich sehr vom anhaltenden Trend zum Thema „Kochen“ und sprechen erfolgreich eine anspruchsvolle Klientel an.

 

4. Welches war die größte Herausforderung, die von Ihnen bewältigt werden musste?
Sowohl Johannes als auch ich sind beide absolute Branchen-Quereinsteiger und haben beide vorher weder hochpreisige Produkte hergestellt noch international vertrieben. Es war also mit Sicherheit die beeindruckende Komplexität der Gesamtsituation und die vielen, vielen parallel stattfindenden -mitunter sehr steilen – Lernkurven, die für uns (und ich denke für alle Gründer) die größte Herausforderung darstellten.

5. Gab es während der Gründungszeit auch unerwartete Fortschritte oder Meilensteine?
Am Vorabend unserer ersten Crowdfunding-Kampagne haben wir zufällig einen Bekannten in einem Restaurant getroffen, dem wir unsere Idee „gepitcht“ haben und den wir sofort von unserem Produkt überzeugen konnten: Da haben wir das erste Mal das Gefühl gehabt, dass unser Projekt reales Potenzial hat und erfolgreich sein könnte.

 

6. Welches Gefühl hatten Sie bei dem ersten Kunden?
Eben jener Bekannter war übrigens dann auch auf Kickstarter unser aller erster Kunde und ist heute unser Mentor und Business-Angel, an den wir uns immer wenden, um unsere Pläne absegnen zu lassen. Das hat uns bei aller Aufregung immer sehr viel Sicherheit gegeben.

7. Wo sehen Sie zukünftig die größten Herausforderungen für Ihr Unternehmen Frankfurter Brett?
Wir arbeiten gerade am „Frankfurter Brett 2.0“, was einen kompletten Relaunch von Webshop und Webseite und noch ein paar nette Erweiterungen der Produktpalette umfasst. Insgesamt wollen wir das Thema „Schneidebrett“ noch viel stärker ausbreiten und viel tiefer in die Materie einsteigen: Das Thema Schneidebrett ist noch lange nicht zu Ende gedacht.

 

 


 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.