So geht es im Social Media-Marketing weiter: 5 zukunftssichere Strategien

Jeder Online-Händler weiß, dass die sozialen Netze im E-Commerce stetig an Bedeutung zunehmen. Und dennoch sind die entsprechenden Aktivitäten der Marktteilnehmer bisher alles andere als vorbildlich. Vor allem den kleinen und mittleren Shop-Betreibern fällt es augenscheinlich noch schwer, wirklich überzeugende Konzepte in Sachen Social Media-Marketing zu entwickeln und umzusetzen. Wir werfen deshalb für Sie einen Blick auf die aktuellen Trends in diesem wichtigen Bereich und geben Ihnen auf diese Weise wertvolle Anregungen für eigene Kampagnen und Aktionen.

Social Media-Marketing

Social Media-Marketing ist den Kinderschuhen entwachsen

Das Social Media-Marketing im E-Commerce ist eine unmittelbare Reaktion des Handels auf eine noch recht neue Gewohnheit der Verbraucher. Seit immer mehr Menschen die sozialen Netze, allen voran Facebook, Twitter, Google+ oder Pinterest, nutzen, um mit Freunden, Bekannten, Verwandten und Kollegen in Kontakt zu bleiben, haben auch die Online-Händler begonnen darüber nachzudenken, was man mit diesem Potential anfangen könnte. Viele Shop-Betreiber kannten die sozialen Plattformen dabei vor allem von der eigenen privaten Nutzung und hatten auf diese Weise einen sehr direkten Zugang zu den Funktionen und Möglichkeiten dort.

Während es in der Anfangszeit des Social Media-Marketings durchaus authentisch und glaubwürdig wirkte, wenn sich ein Händler innerhalb der Netze persönlich äußerte, ohne ein professionelles Konzept zu vertreten, hat sich der Bereich inzwischen stark verändert. Heute genügt es nicht mehr, wenn ein Händler beschließt, bei dem einen oder anderen Netzwerk vertreten zu sein und dort von Zeit zu Zeit etwas zu posten oder sich an einer Diskussion zu beteiligen.

Stattdessen sind heutzutage seriöse Konzepte erforderlich, die professionell erdacht, geplant und umgesetzt werden müssen. Shop-Betreiber sollten sich deshalb so früh wie möglich mit den aktuellen Trends in Sachen Social Media-Marketing beschäftigen, die das Geschäftsjahr 2014 prägen werden. Dabei kann man vor allem von einem intensiven Blick auf die Methoden und Strategien der großen und erfolgreichen E-Commerce-Anbieter profitieren. Wir haben uns angeschaut, womit sich die Marktriesen im Social Media-Marketing in diesem Jahr beschäftigen werden und stellen Ihnen hier die fünf wichtigsten Trends und Strategien des Jahres vor:

Strategie 1: Die Professionalisierung von Social Media-Marketing

Die Zeiten des unbedarften und konzeptlosen Postens und Kommentierens sind für professionelle Online-Händler vorbei. Stattdessen heißt es jetzt, tragfähige und durchdachte Programme zu erarbeiten und in den sozialen Netzen Schritt für Schritt zu verwirklichen. Dabei sollte jedes Konzept immer mit einer sorgfältigen Definition der eigenen Absichten und Ziele beginnen. In der Regel soll das Social Media-Marketing im Online-Handel vor allem die eigene Community stärken, die Zufriedenheit der Kunden erhöhen und das allgemeine Service-Angebot verbessern. Außerdem lässt sich dieser Marketing-Ansatz hervorragend nutzen, um Kunden systematisch zu finden, binden und zu steuern.

Setzen Sie eine klare und eindeutige Zieldefinition an den Anfang einer jeden Social Media-Marketing-Aktivität und planen Sie Ihre Kampagnen konsequent entlang dieser Ziele. Wenn Sie Schwierigkeiten mit der Konzeption und der Durchführung haben, dann bemühen Sie sich um die Unterstützung von externen Fachleuten und Dienstleistern. Die Infrastruktur ist in diesem Bereich mittlerweile deutlich gewachsen und es gibt viele Unternehmen, die Ihnen bei der Umsetzung von Social Media-Marketing-Kampagnen wirksam helfen können.

Strategie 2: Verknappung signalisiert Exklusivität

Künstliche Verknappung spielt im Marketing seit langer Zeit eine wichtige Rolle. Denken Sie hierbei zum Beispiel an den angesagten Club, der für seine Gäste auch deshalb sehr attraktiv ist, weil nicht jeder eingelassen wird. Oder erinnern Sie sich an den einmaligen Werbefeldzug von Red Bull. Das Unternehmen hatte bei Markteinführung einen immensen Werbedruck aufgebaut, das Getränk aber letztlich nur in sehr geringen Mengen und an wenigen Verkaufsstellen angeboten. Die Folge dieser Verknappung war ein regelrechter Hype auf die neue Marke und unzählige Verbraucher rissen sich förmlich darum, eine einzige Dose des Getränkes zu ergattern.

Im Social Media-Marketing können Sie einen ähnlichen Ansatz wählen und hierdurch ein besonders großes Interesse an Ihren Angeboten erzeugen. Möglich wird dies dadurch, dass Sie Ihren Freunden und Fans bei Facebook & Co. bestimmte Vorzüge, Angebote, Rabatte oder exklusive Inhalte nur zeitlich und mengenmäßig stark begrenzt anbieten und auf diese Weise eine Flut der Begeisterung entfachen. Das Prinzip der künstlichen Verknappung funktioniert fast immer und bildet in vielen Marketing-Strategien eine unschlagbare Grundlage.

Strategie 3: Kanalübergreifendes Social Media-Marketing

In den Anfangszeiten der sozialen Netze hatten viele Verbraucher eine einzige Lieblingsplattform, auf der sie sich vorrangig aufgehalten haben und auch die Online-Händler, die sich bereits mit Social Media-Marketing beschäftigen, beschränken ihre Aktivitäten häufig auf einen einzelnen Kanal. Das Verhalten und die Gewohnheiten der Konsumenten haben sich allerdings mittlerweile längst verändert. Immer mehr Internetnutzer pflegen Accounts auf ganz unterschiedlichen Plattformen, springen zwischen den einzelnen Netzen hin und her und kommunizieren längst übergreifend.

Für Online-Händler wird es insofern allerhöchste Zeit, diese Entwicklung aufzugreifen und ihre Aktivitäten im Social Media-Marketing ebenfalls auf möglichst viele Kanäle auszudehnen. Dies hat zum einen den Vorteil, dass sich natürlich die Gesamtzielgruppe deutlich vergrößert. Zum anderen ermöglicht diese Spielart des Social Media-Marketings aber auch eine deutliche Intensivierung der Sichtbarkeit gegenüber dem einzelnen Verbraucher. Dieser entdeckt das beworbene Unternehmen oder seine Produkte und Angebote gleich auf mehreren Netzwerken und entsprechend vergrößert sich die Wirkung dieser Form der Werbung. Für Online-Händler gibt es dabei längst eine gute Auswahl an Programmen und Tools, mit denen sich das Posten quer über verschiedene Plattformen weitgehend automatisieren lässt. Auf diese Weise bleibt der Aufwand der kanalübergreifenden Kommunikation überschaubar.

Strategie 4: Emotionales Story-Telling

Story-Telling entwickelt sich gerade zum neuen Buzz-Word im Online-Marketing. Hiermit ist die Abkehr von der reinen Faktenvermittlung gemeint. Online-Händler sollen in ihren Inhalten im Web stattdessen lebendige Geschichten erzählen, die den Verbraucher emotional ansprechen und sein Interesse an einem Produkt oder einem Angebot wecken, indem sie direkt auf menschliche Bedürfnisse eingehen. Die klassische Werbung hat diesen Mechanismus bereits vor langer Zeit verstanden. Denken Sie an die vielen Werbespots, die annähernd keine Informationen über ein Produkt enthalten, sondern dem Betrachter stattdessen ein Bild darüber vermitteln, wie er sich fühlen wird, wenn er das Produkt kauft und benutzt. Besonders auffällig ist das zum Beispiel im Automobilbereich. Hier werden annähernd keine technischen Informationen vermittelt. Stattdessen aber komplexe Geschichten, in denen der Fahrer des jeweiligen Wagens in aufregenden, spannenden oder interessanten Situationen gezeigt wird.

Im Online-Handel müssen Sie in gewisser Weise einen Spagat absolvieren. Hier geht es nämlich zum einen darum, den potenziellen Kunden durch eine interessante Geschichte emotional anzusprechen, während Sie gleichzeitig gefordert sind, alle relevanten Produktinformationen zu liefern, die der Verbraucher für seine Kaufentscheidung benötigt. Ideal lässt sich diese Herausforderung durch die Kombination von Social Media-Marketing und Ihrem Web-Shop erreichen. Nutzen Sie die sozialen Netze zum emotionalen Story-Telling und versorgen Sie Ihre Kunden innerhalb der Produktbeschreibungen im Shop mit allen relevanten Informationen und Fakten.

Strategie 5: Mobile Endgeräte spielen eine erhebliche Rolle

Haben Sie gewusst, dass allein Facebook heute weltweit von über einer Milliarde Nutzer mit mobilen Endgeräten angesteuert wird? Hieran kann man erkennen, wie bedeutend die Rolle von Smartphones und Tablets in jedem Bereich der digitalen Kommunikation geworden ist. Für Online-Händler wird es künftig immer wichtiger werden, ihre Inhalte und Angebote vor allem auch für die Nutzer mobiler Endgeräte zu optimieren. In Bezug auf die sozialen Netze leiten sich hieraus zwei strategische Ansätze ab. Zum einen gibt es viele soziale Plattformen, die speziell auf mobile Nutzer ausgerichtet sind und die bislang von den Anbietern im E-Commerce häufig noch unterschätzt werden. Hier sollten Sie als erfolgsorientierter Online-Händler unbedingt nachbessern und sich darum bemühen, möglichst viele verschiedene Plattformen in Ihren Social Media-Marketing-Mix einzubeziehen und dabei vor allem auf die Netze für mobile Verbraucher zu achten.

Zum anderen sollten Sie dafür sorgen, dass mobile Kunden, die ihre Aktivitäten bei den sozialen Netzen per Smartphone oder Tablet verfolgen, bei einem Klick auf Ihre Shop-Seiten immer eine für mobile Endgeräte optimierte Ansicht erhalten. Am besten und einfachsten gelingt dies durch den Umstieg auf ein responsives Webdesign, das sich ganz von selber auf die verschiedenen Endgeräte einstellt, mit denen es aufgerufen wird.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.