SEO aktuell: Was sind eigentlich schlechte Gastartikel?

Gastartikel in Blogs sind nach wie vor eine beliebtes Instrument zur Suchmaschinenoptimierung, mit denen auf eigene Inhalte hingewiesen und – je nach Qualität des Blogs – hochwertige Backlinks gesammelt werden können. Nachdem sich aufgrund einiger Aussagen von Matt Cutts und den jüngst von Google durchgeführten Maßnahmen gegen Linktauschnetzwerke einige Panik in Bezug auf das „guest blogging“ verbreitet hat, wollen wir uns einmal genauer ansehen, wodurch sich minderwertige Gastartikel überhaupt auszeichnen.

Woran erkennt man schlechte Gastartikel?

An dieser Stelle wollen wir gleich klarstellen: Gastartikel in Blogs sind – auch aus der Sicht von Google – nicht  an sich etwas Schlechtes. Sie stellen nach wie vor eine gute Möglichkeit dar, hochwertige Inhalte für Ihre eigene Seite zu erhalten oder Ihre Reichweite durch eine Veröffentlichung auf einer anderen Webseite zu erhöhen.

Warum Google dieses Thema heute nur etwas kritischer betrachtet, haben wir vor einigen Wochen schon etwas genauer beleuchtet. Umschreibt man es mit den Worten von Matt Cutts, ist das „guest blogging“ in den letzten Jahren von einer einst respektablen Tätigkeit immer mehr verkommen zu einer Spam-Praxis, bei der es vermehrt nur noch darum ging, PageRank gegen Geld weiterzugeben. Letzteres stellt einen klaren Verstoß gegen die Google-Qualitätsrichtlinien dar, weshalb der Suchmaschinenriese diese Form des Webspams verstärkt ins Visier genommen hat.

Auschlaggebend für die Einstufung eine Gastartikels als mögliche Spam-Maßnahme ist – wie bei sonstigem Content auch – die Qualität des Contents. Minderwertige Gastartikel, die dem Leser kaum Informationsgehalt und somit keinen Mehrwert bieten, sind aller Wahrscheinlichkeit nicht zum Selbstzweck, sondern einzig mit dem Ziel der Vererbung von PageRank durch einen Backlink. Wer auf diese Form des Linkbuildings setzt, dürfte in naher Zukunft einige böse Überraschungen erleben, denn hier schwingt Google gewaltig die Spam-Keule.

Hochwertige Gastartikel hingegen sind auch aus Google-Sicht nichts Verwerfliches, denn sie liefern dem User einen Mehrwert und darum geht es Google letztendlich bei der Beurteilung einer Website.

Wie unterscheiden sich hochwertige von minderwertigen Gastartikeln?

Reden wir nicht länger um den heißen Brei herum. Um zu entscheiden, ob es sinnvoll für Sie ist, einen Gastartikel auf einer anderen Seite zu veröffentlichen oder einen fremden Gastartikel für Ihre eigene Seite anzunehmen, stellt sich natürlich folgende Frage: Welche Kriterien sind ausschlaggebend für die Unterscheidung zwischen hochwertigen und minderwertigen Artikeln? Einige Anhaltspunkte für die Beantwortung dieser Frage gibt Matt Cutts in einigen Videos selbst:

  1. Um den Lesern überhaupt einen gewissen Informationsgehalt bieten zu können, sollten (Gast-)Artikel schon etwas umfangreicher sein. Wenn man die weit verbreiteten Gastbeiträge mit 300-500 Wörtern laut Matt Cutts überhaupt als Artikel bezeichnen kann, signalisieren diese Texte sicher keine inhaltliche Qualität.
  2. Viele Keywords in Linktexten sprechen nicht unbedingt für die Qualität des Textes, sondern signalisieren eher Linkspam.
  3. Der gesunde Menschenverstand gebietet es eigentlich schon: Der Gastartikel sollte auf jedem Fall auch in einem inhaltlichen Bezug zu dem jeweiligen Blog stehen. Anderenfalls kann er den Besuchern des Blogs höchstwahrscheinlich auch keinen Mehrwert geben.
  4. Das sogenannte article spinning, also das Umschreiben eines Gastartikels, um ihn auf mehreren verschiedenen Seiten veröffentlichen zu können, spricht auf jeden Fall „spammige“ Artikel.
  5. Bei der Veröffentlichung eines Gastartikels sollten Sie auf jeden Fall auch einen Textabschnitt einfügen, warum Sie diesen Gastautoren eingeladen haben, auf Ihrer Seite etwas zu veröffentlichen. Der Autor sollte im Idealfall ein Experte auf dem Gebiet sein, um das sich der Artikel inhaltlich dreht.

Zuguterletzt noch ein Tipp. Bevor Sie einen eigenen, hochwertigen Gastartikel zur Veröffentlichung auf einer fremden Seite einreichen, sollten Sie sich die entsprechende Seite genau anschauen. Handelt es sich dabei z.B. um einen Gastartikel-Blog, der hauptsächlich Artikel anderer Autoren enthält und augenscheinlich nur dem Zweck dient, Artikel samt Backlink ungeachtet ihrer Qualität gegen Bezahlung zu veröffentlichen, sollten Sie die Finger davon lassen! Mit Sicherheit hat auch Google das schon erkannt und diese Seite dementsprechend als minderwertig eingestuft. Egal wie gut Ihr Artikel ist: Eine Veröffentlichung auf einer solchen Seite kann Ihnen nur schaden.

In diesem Video fasst Matt Cutts noch einmal zusammen, welche Kriterien für Spam-Gastartikel sprechen:

SEO aktuell: Was sind eigentlich schlechte Gastartikel? | internethandel-Blog

 

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Blog von Matt Cutts:

www.mattcutts.com/blog/guest-blogging

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.