Datenschutzrechtliche Einwilligung in Online-Shops: 5 Profi-Tipps für mehr Rechtssicherheit

In Deutschland und Europa werden Verbraucher von einer ganzen Reihe an Gesetzen und Bestimmungen geschützt, wenn es um den Einkauf im Internet geht. Für Online-Händler führt dies zu der Konsequenz, dass Sie die relevanten Regelungen kennen und berücksichtigen, da ansonsten rechtliche Probleme und kostspielige Abmahnungen drohen. Da es im Online-Handel immer auch um die Erhebung, Speicherung und Weitergabe personenbezogener Kundendaten geht, kommt der datenschutzrechtlichen Einwilligung in Web-Shops eine besondere Bedeutung zu. Wir erklären Ihnen, wie Sie die Einwilligung in Ihrem Shop rechtssicher gestalten und sich so vor rechtlichen Konsequenzen schützen.

5 Profi-Tipps für mehr Rechtssicherheit

Verbraucherschutz im Web: Manchmal lästig, aber immer notwendig

Als Online-Händler sind Sie von den geltenden rechtlichen Bestimmungen in Sachen Verbraucherschutz sicher das eine oder andere Mal genervt. Juristische Auflagen müssen von Ihnen streng berücksichtigt werden und die entsprechenden Gesetze unterliegen regelmäßigen Veränderungen, sodass Sie sich immer wieder aufs Neue damit beschäftigen müssen. Bevor Sie nun aber zu dem Schluss kommen, dass es sich beim deutschen Verbraucherschutz ausschließlich um eine lästige Pflichtübung für Internetunternehmer handelt, sollten Sie sich vor Augen führen, wie sinnvoll und nützlich die Rechtslage auch für Sie als Online-Händler ist.

Nur die lückenlose gesetzliche Regelung des Online-Handels hat es ermöglicht, dass heute fast jeder Verbraucher in Deutschland bereit ist, seine Einkäufe auch im Internet zu tätigen. Noch vor wenigen Jahren herrschte auf Seiten vieler Konsumenten eine ausgeprägte Unsicherheit und Furcht vor, im World Wide Web auf Betrüger hereinzufallen und in der Folge finanzielle Schäden zu erleiden. Mit zunehmender Rechtssicherheit sind solche Bedenken mehr und mehr zurückgegangen. Heute wissen die Konsumenten, dass sie sich im Online-Handel auf einen verbindlichen Rechtsrahmen verlassen können und vertrauen darauf, dass ihre Interessen und berechtigten Ansprüche gewahrt werden.

Darüber hinaus geben die geltenden Bestimmungen und Gesetze auch Ihnen als Online-Händler ein hohes Maß an Rechtssicherheit. Sie wissen heute exakt, wie Sie sich geschäftlich verhalten müssen, um nicht mit dem Verbraucherschutz in Konflikt zu geraten. Außerdem definieren die jeweiligen Gesetze nicht nur die Rechte der Konsumenten, sondern auch deren Grenzen. Somit werden Sie wirksam vor Kundenforderungen geschützt, die über den geltenden rechtlichen Rahmen hinausgehen. Bevor Sie sich also einen weniger ausgeprägten Verbraucherschutz wünschen, sollten Sie sich klar machen, dass eine stabile und verlässliche Rechtslage die Voraussetzung für ein starkes Wachstum bildet und dass der Verbraucherschutz Sie nicht nur verpflichtet, sondern auch schützt.

Der Datenschutz im Online-Handel: Ein Rechtsgebiet mit Fallstricken

Als Online-Händler gehört es zu Ihren täglichen Aufgaben, die personenbezogenen Daten Ihrer Kunden zu erheben und zu verarbeiten. Hierdurch unterliegt Ihre Tätigkeit immer auch dem strengen deutschen Datenschutz und gerade in diesem Bereich lassen sich in vielen Online-Shop schwerwiegende Fehler entdecken, die meist aus Unwissenheit begangen werden. Einen besonderen Fallstrick birgt die sogenannte datenschutzrechtliche Einwilligung. Hierbei handelt es sich um die Vereinbarung mit Ihren Kunden, die es Ihnen erlaubt, Daten zu erheben, zu verarbeiten und zu nutzen. Schauen wir uns zunächst einmal an, welche Pflichten der Gesetzgeber Ihnen auferlegt, wenn Sie mit Kundendaten umgehen:

  • Jede Erhebung oder Nutzung personenbezogener Daten bedarf einer Einwilligung
  • Diese ist nur dann wirksam, wenn sie freiwillig erfolgt
  • Der Kunde muss auf den Zweck der Datenerhebung hingewiesen werden
  • Die datenschutzrechtliche Einwilligung bedarf der Schriftform
  • Wird sie zusammen mit anderen Erklärungen erteilt, muss sie hervorgehoben werden

Für den Online-Handel hat der Gesetzgeber aus rein praktischen Gründen genehmigt, dass die datenschutzrechtliche Einwilligung in elektronischer Form erfolgen darf. Dies gilt allerdings nur dann, wenn der Nutzer sie bewusst und eindeutig erteilt hat, sie durch den Online-Händler protokolliert wird und der Verbraucher den Inhalt der Einwilligung zu jedem Zeitpunkt erneut abrufen kann. Außerdem muss der Händler die Möglichkeit schaffen, dass die bereits erteilte Einwilligung durch den Nutzer für die Zukunft widerrufen werden kann.

Die folgenden 5 Profi-Tipps helfen Ihnen dabei, die datenschutzrechtliche Einwilligung optimal in Ihren Shop zu integrieren und schützen Sie vor den Konsequenzen rechtlicher Fehler:

Punkt 1: Beschäftigen Sie sich mit der aktuellen Rechtslage

Als Online-Händler sind Sie dazu verpflichtet, die jeweils gültigen rechtlichen Verpflichtungen lückenlos und vollständig zu erfüllen. Um dies gewährleisten zu können, sollten Sie sich mit der aktuellen Rechtslage beschäftigen. Dies ist sowohl durch das Selbststudium per Internet möglich als auch mittels einer Beratung durch einen versierten Juristen. Darüber hinaus finden Sie heute eine große Zahl an Dienstleistern, wie Haendlerbund.de oder Protectedshops.de, die sich auf die juristische Beratung von Online-Shops spezialisiert haben und die Shop-Betreiber mit den aktuell gültigen Rechtstexten versorgen.

Punkt 2: Berücksichtigen Sie gesetzliche Änderungen in der Zukunft

Gesetzliche Bestimmungen sind nicht statisch, sondern unterliegen ständigen Veränderungen und Anpassungen. Es genügt also nicht, Ihren Online-Shop einmalig rechtssicher zu gestalten. Stattdessen müssen Sie sich regelmäßig mit aktuellen Erweiterungen beschäftigen. Wenn Sie zur Gestaltung der rechtlichen Inhalte in Ihrem Online-Shop einen spezialisierten Internetdienstleister beauftragen, trägt dieser Sorge dafür, dass die Rechtstexte immer dem aktuellen Stand der Gesetze entsprechen.

Punkt 3: Separieren Sie die Einwilligung von anderen Erklärungen

Der Gesetzgeber gibt vor, dass die datenschutzrechtliche Einwilligung durch den Nutzer bewusst, eindeutig und freiwillig erteilt werden muss, um gültig zu sein. Hieraus lässt sich die Empfehlung ableiten, dass diese Einwilligung von anderen Erklärungen des Verbrauchers separiert werden sollte. Gestalten Sie die Einwilligung im besten Fall als Opt-in Abfrage mit einer nicht vorangekreuzten Checkbox und trennen Sie sie von anderen Erklärungen, die Ihr Kunde vor der Absendung einer Bestellung abgeben muss.

Punkt 4: Die optimale Platzierung der Einwilligung

Bis vor einiger Zeit haben viele Online-Händler die datenschutzrechtliche Einwilligung unmittelbar über dem Bestell-Button des Checkout-Prozesses platziert. Seit August 2012 verpflichtet der Gesetzgeber die Betreiber von Online-Shops allerdings, verschiedene Informationen zu Waren oder Dienstleistungen, zu anfallenden Versandkosten oder zum Gesamtpreis der Bestellung direkt vor dem Bestellknopf auftauchen zu lassen. Da laut Gesetz der Einsatz von trennenden Elementen zwischen den Pflichtinformationen und dem Bestell-Button nicht mehr zulässig ist, sollte die datenschutzrechtliche Einwilligung oberhalb der vorgeschriebenen Informationen eingeblendet werden.

Punkt 5: Schützen Sie sich vor unangenehmen Konsequenzen

Verstöße gegen die strengen Auflagen des Verbraucherschutzes sind für Online-Händler kein Kavaliersdelikt und können erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen. Wenn Sie Ihre Nutzer nicht oder nicht korrekt über den Datenschutz in Ihrem Shop informieren, dann kann das Geldbußen in einer Höhe von bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen. Gleichzeitig drohen Ihnen Abmahnungen, da viele Gerichte eine mangelnde Information des Verbrauchers als unlauteren Vorsprung im Wettbewerb werten. Um diese Risiken wirksam zu umgehen, sollten Sie sich immer um einen korrekten Umgang mit Ihren rechtlichen Pflichten bemühen und darauf achten, dass die datenschutzrechtliche Einwilligung den geltenden Bestimmungen entspricht.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.