Ratgeber Marketing für Online-Händler – Teil 2: SEO und SEM

Nachdem wir Ihnen im ersten Teil unserer Serie über Online-Marketing das Social Media-Marketing und das E-Mail-Marketing näher gebracht haben, stehen die Suchmaschinen im Mittelpunkt des zweiten Teils. Sie werden heute die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung (SEO) und des Suchmaschinenmarketing (SEM) kennenlernen und dabei erlernen, wie Sie diese beiden mächtigen Werkzeuge selber einsetzen können, um Ihre Umsätze und Gewinne deutlich zu steigern.

Marketing für Online-Händler: SEO und SEM

Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Beginnen wir unsere Einführung in das Online-Marketing auf Basis der Suchmaschinen mit der sogenannten Suchmaschinenoptimierung, auch SEO genannt. Als Online-Händler kennen Sie diesen Begriff natürlich und verfügen längst über eine Vorstellung, was es damit auf sich hat. Im Grunde genommen dreht sich bei SEO alles darum, Ihre Angebote bei einer Suchanfrage durch einen Internetnutzer möglichst weit oben auf der Ergebnisseite zu platzieren. Doch warum ist das eigentlich so wichtig?

Um die Bedeutung der Suchmaschinenoptimierung zu erkennen, brauchen Sie nur Ihr eigenes Surfverhalten zu beobachten. Stellen Sie sich einfach einmal vor, Sie würden in Düsseldorf wohnen und wären auf der Suche nach einer günstigen Autowerkstatt für eine anstehende Inspektion. Um die Recherche nach einem passenden Anbieter durchzuführen, entscheiden Sie sich dafür, eine Suchmaschine zu nutzen. In Deutschland handelt es sich dabei in mehr als 95 Prozent der Fälle um Google. Nehmen wir also an, dass Sie Google nutzen, um eine Werkstatt zu finden. Wahrscheinlich werden Sie dort die Suchbegriffe Autowerkstatt, Düsseldorf, Inspektion und günstig eingeben. Sie erhalten nun mehr als 1,5 Millionen Suchergebnisse. Ganz weit oben auf der Ergebnisseite entdecken Sie dabei Einträge der Werkstattketten ATU und Pitstop und die Wahrscheinlichkeit, dass Sie später bei einem der beiden Anbieter landen werden, ist nicht gerade gering.

An diesem kleinen Beispiel kann man sofort erkennen, wie wichtig die Suchmaschinenoptimierung ist. Beobachten Sie sich einmal selber. Sie sind nämlich nicht dazu bereit, sich mit mehr als 10 der über 1,5 Millionen Einträge zu beschäftigen. Vielleicht würden Sie auf Seite 50 eine sehr günstige Werkstatt direkt in Ihrer Nachbarschaft entdecken. Hierzu wird es allerdings nie kommen, da sich Ihre Aufmerksamkeit auf die erste Ergebnisseite beschränkt. So geht es zumindest den meisten Verbrauchern, die sich im Internet auf die Suche nach etwas begeben. Und so, wie ATU und Pitstop ihre Chancen auf einen interessanten Neukunden durch die Suchmaschinenoptimierung deutlich verbessert haben, so sollten Sie es in Bezug auf Ihren Online-Shop auch tun.

Die Suchmaschinenoptimierung ist dabei ein komplexer und auch komplizierter Bereich. Wenn Sie es in einem hart umkämpften Markt wirklich zu einem guten Ergebnis bringen wollen, dann werden Sie ohne professionelle Unterstützung kaum auskommen. Natürlich können Sie sich alternativ auch selber mit dem weiten Feld der Suchmaschinenoptimierung beschäftigen. Das kostet allerdings eine Menge Zeit, die Ihnen im Arbeitsalltag dann fehlen wird. Besser ist es, wenn Sie hier mit einem externen Dienstleister arbeiten oder, je nach Größe Ihres Unternehmens, einen entsprechend ausgebildeten und versierten Mitarbeiter einstellen. Darüber hinaus gibt es allerdings viele Kleinigkeiten, auf die Sie selber achten können, um Ihr Ranking bei Google & Co. zu verbessern. Achten Sie hierzu einfach auf Tipps und Tricks in der Fachpresse und auf entsprechenden Internetseiten und versuchen Sie möglichst viel davon auf Ihren eigenen Seiten umzusetzen.

Suchmaschinenmarketing (SEM)

Der Bereich Suchmaschinenmarketing (SEM) ist eng mit der Suchmaschinenoptimierung verbunden, unterscheidet sich aber dennoch stark davon. Von SEM spricht man immer dann, wenn Sie speziell gebuchte Anzeigen auf den Ergebnisseiten von Google oder anderen Suchmaschinen nutzen, um neue Kunden und potenzielle Käufer auf sich aufmerksam zu machen.

Als Internetnutzer kennen Sie natürlich die gekennzeichneten Anzeigen, die oberhalb der eigentlichen Suchergebnisse angezeigt werden. Als Unternehmer haben Sie die Möglichkeit, diese Anzeigen zu buchen. Die konkrete Position Ihres Eintrags wird dabei in einer Art von Bieterverfahren verkauft. Je mehr Geld Sie bereit sind, für einen Klick auf die jeweilige Anzeige zu bezahlen, desto häufiger und desto weiter oben erscheint Ihr Eintrag. Dabei legen Sie natürlich selber fest, unter welchen Suchbegriffen Ihre Anzeige überhaupt eingeblendet werden soll.

Zur Bewertung und Beurteilung dieser Form des Marketings muss man berücksichtigen, dass der durchschnittliche Internetnutzer lieber auf ein echtes Suchergebnis klickt, als auf eine gebuchte Anzeige. Die Frage, ob Sie durch die Buchung dennoch eine hohe Klickrate erreichen, hängt vor allem von der textlichen Gestaltung der Anzeige ab. Es lohnt sich von daher, sich mit der Kunst der Anzeigenbetextung zu beschäftigen, um möglichst gute Ergebnisse zu erzielen. Allerdings sollten Sie immer berücksichtigen, dass eine Anzeigenkampagne im Rahmen Ihrer SEM-Aktivitäten immer nur solange wirkt, wie Sie die jeweiligen Anzeigen buchen und bezahlen. Im Gegensatz hierzu hat die Suchmaschinenoptimierung eine deutlich längere Wirkung und hilft Ihnen daher dauerhaft bei der Gewinnung von Neukunden.

Es gilt von daher sehr genau abzuwägen, ob es sich tatsächlich rentiert, Geld in eine Anzeigenkampagne bei Google oder anderen Suchmaschinen zu investieren oder ob man sich lieber direkt mit der Suchmaschinenoptimierung beschäftigen sollte.

Tipp 1: SEO gehört in die Hände von Profis

Wenn Sie innerhalb Ihres Unternehmens tatsächlich auf Neukunden und damit auf eine gute Position bei Google angewiesen sind, dann sollten Sie sich diesem Thema mit der gebotenen Professionalität annehmen. Google achtet bei der Bestimmung Ihres Rankings auf über 200 Faktoren. Solange Sie diese nicht detailliert kennen und genau wissen, was Sie tun müssen, um sie optimal zu bedienen, sollten Sie den Bereich SEO lieber professionellen Anbietern und Fachkräften überlassen.

Tipp 2: OnPage- und OffPage-Optimierung

Eine wichtige Unterscheidung im Bereich SEO vollzieht sich zwischen der OnPage- und der OffPage-Optimierung. Von OnPage-Optimierung spricht man immer dann, wenn es sich um Veränderungen an den eigenen Seiten handelt. Die OffPage-Optimierung beschäftigt sich stattdessen vor allem mit Ihrem Linkaufbau im Internet. Diesen Unterschied sollten Sie verinnerlichen, um die Arbeit der Fachleute für SEO besser zu verstehen.

Tipp 3: Analysieren Sie Ihren Bedarf

Der Einsatz von Suchmaschinenmarketing lohnt sich vor allem dann, wenn Sie kurzfristig Ihre Verkaufsquoten erhöhen wollen. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie vorübergehend ein Produkt anbieten, mit dem Sie sonst nicht handeln oder wenn Sie noch auf den Effekt Ihrer Bemühungen in Sachen Suchmaschinenoptimierung warten. Setzen Sie SEM nach Möglichkeit nur dann ein, wenn Sie einen solch guten Grund hierfür haben und nutzen Sie das Suchmaschinenmarketing nach Möglichkeit nur zeitlich befristet.

Tipp 4: Beschäftigen Sie sich mit der Anzeigengestaltung

Der konkrete Text Ihrer Anzeigen bei den Suchmaschinen hat einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg, den Sie damit erreichen können. Beschäftigen Sie sich daher entweder selber mit der textlichen Gestaltung Ihrer entsprechenden Werbemittel oder übergeben Sie diese Aufgabe an einen erfahrenen externen Texter.

 

 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.