Nicht den Anschluss verpassen: 6 Strategien für Ihren Innovationsmotor

Der E-Commerce ist ein Innovationsmarkt. Hier setzen sich immer wieder die ausgefallenen und modernen Trends und Entwicklungen innerhalb von kürzester Zeit durch. Für Online-Händler ist es dabei gar nicht so einfach, nicht den Anschluss zu verpassen. Wir stellen Ihnen deshalb im Folgenden 6 aktuelle Strategien vor, mit denen Sie Ihren Shop auf dem neuesten Stand von Technik und Marketing halten können.

Innovative Konzepte sichern die Umsätze von morgen

Mit Ihrer Entscheidung für den Online-Handel als Betätigungsfeld Ihrer Selbständigkeit haben Sie sich für einen der modernsten Märkte der Welt entschieden. Der Verkauf von Produkten im Internet basiert auf Technologien, die erst wenige Jahrzehnte alt sind. Und fast täglich tauchen neue Entwicklungen auf und verbreiten sich in Windeseile über das gesamte World Wide Web. Viele Online-Händler unterliegen dem Irrtum, dass die Entscheidung für den E-Commerce selbst bereits einen Garant für die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens bietet. Hierbei handelt es sich allerdings um einen schwerwiegenden Irrtum. Zukunftssicher ist Ihr Betrieb nämlich nur dann, wenn Sie dazu bereit und in der Lage sind, sich immer wieder mit neuen Technologien, Konzepten und Innovationen zu beschäftigen.

Diese Aufgabe wird vor allem durch das rasante Tempo der Weiterentwicklung erschwert. Frühere revolutionäre Erfindungen, denken Sie hierbei nur an das Automobil, das Telefon oder den Rundfunk, blieben über Jahrzehnte völlig unverändert. Entscheidende Weiterentwicklungen waren hier nur selten und mit großem zeitlichen Abstand zu beobachten. Bei den Technologien, die den E-Commerce bestimmen und prägen, sieht die Situation heute völlig anders aus. Hier überschlagen sich die neuen Entwicklungen regelrecht und es vergeht kaum ein Monat, in dem sich nicht eine bahnbrechende Innovation durchsetzt, die das Zeug dazu hat, den Markt völlig zu verändern.

Als Online-Händler können Sie es sich daher nicht leisten, die Innovationen zu ignorieren und Ihr gewohntes Business-Modell dauerhaft unverändert fortzuführen. Sie würden in diesem Fall ganz von selbst Marktanteile einbüßen und Ihr Unternehmen früher oder später ruinieren.

 

Die Gewohnheit ist der Feind der Innovation

Wer im E-Commerce erfolgreich tätig ist, der steht fast permanent unter Stress. Als Shop-Betreiber haben Sie eine Fülle von Aufgaben zu erledigen und die meisten davon dulden keinen Aufschub. Sie müssen Ihr Sortiment auf einem aktuellen Stand halten, Ihre Mitarbeiter motivieren, Ihre Kunden zufrieden stellen, jeden einzelnen Auftrag fehlerfrei ausführen, sich mit Marketing-Konzepten beschäftigen, für genügend Neukunden sorgen und Ihre technische Ausstattung auf einem einwandfreien Stand halten. Ganz nebenbei sind Sie auch noch für die allgemeinen Aufgaben eines Unternehmers, zum Beispiel die steuerliche Abwicklung, die Kommunikation mit Banken oder Investoren oder die Verhandlung mit Lieferanten und Geschäftspartnern, zuständig.

Niemand kann es Ihnen verdenken, dass Sie angesichts dieser Auslastung und Anspannung mit der Zeit Ihr Interesse an Neuheiten, Trends und Innovationen verlieren. Und doch handelt es sich hierbei um einen schwerwiegenden Fehler, der mit erheblichen Auswirkungen auf Ihren geschäftlichen Erfolg verbunden ist.

Es ist von daher sehr wichtig, dass Sie einen individuellen Weg finden, der es Ihnen erlaubt, die wirklich wichtigen Entwicklungen Ihrer Branche aufmerksam zu verfolgen und die besten Errungenschaften in Ihr eigenes Geschäftsmodell aufzunehmen. Einen ersten Anfang hierzu bieten Ihnen die folgenden 6 Strategien, die wir für Sie zusammengestellt haben und die Ihnen zeigen sollen, welche Innovationen im heutigen Online-Handel eine wesentliche Rolle spielen.

 

Strategie 1: Neue Produkt- und Marktbereiche

Im E-Commerce entstehen ständig neue Marktsegmente. Hierbei handelt es sich in der Regel allerdings nicht um die Erfindung von Produkten, die es zuvor nicht gab. Vielmehr sprechen wir davon, dass der Online-Handel zunehmend Bereiche übernimmt, die zuvor fest im stationären Handel verankert waren. Möglich wird dies zum einen durch Entwicklungen im Bereich der Internettechnologie und zum anderen durch Verhaltensänderungen der Verbraucher.

Nehmen wir als Beispiel den Handel mit Schuhen. Hier hieß es noch vor wenigen Jahren, dass man diese Produkte nicht im Internet verkaufen könne. Die vor allem weibliche Kundschaft sei zu stark darauf eingestellt, Schuhe in großer Auswahl zu betrachten, in die Hand zu nehmen und vor allem anzuprobieren, als dass man dies im Internet darstellen könne. Heute gilt es dagegen als völlig normal, Schuhe im Internet zu bestellen. In diesem Fall hat die Entwicklung nichts mit einer technischen Errungenschaft zu tun. Das Verhalten der Verbraucher hat sich stattdessen verändert.

Als zweites Beispiel können wir den Verkauf von Brillen mit Sehstärke per Internet betrachten. Hierbei handelt es sich um einen medizinischen Bereich, der bis vor wenigen Jahren fest in der Hand der stationären Optiker war. Niemand hätte sich vorstellen können, eine Brille mit den persönlichen Augenwerten im Internet zu bestellen. Doch mittlerweile ist es einigen Unternehmen in diesem Bereich gelungen, Konzepte zu verwirklichen, die genau das ermöglichen. Brillen können per Web-Cam virtuell anprobiert oder kostenlos zur Probe bestellt werden. Angeschlossene Partner-Optiker führen gleichzeitig überall in Deutschland Sehtests durch und sind Ansprechpartner, wenn die fertige Brille nicht perfekt sitzt und angepasst werden muss.

Man erkennt an dieser Stelle, dass Veränderungen in Bezug auf Infrastrukturen, technische Möglichkeiten oder Verbrauchergewohnheiten immer wieder dazu führen, dass der Online-Handel völlig neue Produktbereiche erobert. Als Shop-Betreiber sollte man aufmerksam auf entsprechende Entwicklungen achten.

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Strategie 2: Curated Commerce

Eine noch recht neue Entwicklung in Bezug auf den Umgang mit Verbrauchern im Online-Handel ist der sogenannte Curated Commerce. Übersetzt bedeutet der Begriff soviel wie begleiteter Einkauf und genau hierum handelt es sich bei diesem Prinzip auch. Das Modell geht davon aus, dass viele Konsumenten kaum Lust oder Zeit dazu haben, sich mit ausgedehnten Shopping-Touren zu beschäftigen, Waren in Augenschein zu nehmen und Kaufentscheidungen zu treffen. Entsprechende Angebote nehmen ihren Kunden den lästigen Teil des Einkaufs ab und wählen die besten Produkte einfach selbst für sie aus.

Stark durchgesetzt hat sich der Curated Commerce bereits im Modebereich. Hier stehen vor allem Männer im Mittelpunkt der Zielgruppenbeschreibung. Durch einen kurzen Fragebogen geben die Kunden anfangs bekannt, welchen Stil sie bevorzugen und welche Kleidung sie gar nicht mögen. Daraufhin beginnen Einkaufsberater damit, regelmäßig Outfits zusammenzustellen und an die Kunden zu versenden. Diese probieren die Kleidung zu Hause in Ruhe an und behalten nur die Stücke, die ihnen wirklich gut gefallen. Durch die Rücksendungen der übrigen Teile lernen die Einkaufsberater die Kunden und ihren Geschmack immer besser kennen und können ihre Auswahl stetig optimieren.

Auch in den Bereichen Kosmetik, Süßigkeiten, Wein, Lebensmittel und sogar Spiel- und Bastelideen für Kinder haben sich die begleiteten Shopping-Modelle schon durchsetzen und etablieren können. Das Konzept bietet hervorragende Ansätze zur Kundenbindung und verschafft Händlern die Aussicht auf regelmäßige Umsätze.

 

Strategie 3: Behavioral Marketing

Unter dem Stichwort Behavioral Marketing fasst man Ansätze zusammen, die das konkrete Verhalten und die Eigenschaften einzelner Konsumenten untersuchen, interpretieren und in die Gestaltung von Angeboten und Oberflächen einfließen lassen. Ein vergleichsweise einfaches Beispiel hierfür besteht bereits darin, wenn der Empfänger eines Newsletters dort mit dem Namen angesprochen wird, unter dem er sich registriert hat.

Wenn wir beim Beispiel des Newsletters bleiben, dann lassen sich schnell deutlich komplexere Formen des Behavioral Marketing erkennen. Moderne E-Mail-Versendungen an angemeldete Kunden berücksichtigen nämlich mittlerweile eine Vielzahl von Merkmalen des Empfängers, denen die komplette Gestaltung der E-Mail folgt. Hier werden zum Beispiel das Surf- und Kaufverhalten exakt aufgegriffen, um die Angebote und Produkte gezielt zu steuern, die im einzelnen Newsletter auftauchen und beworben werden. Auch Eigenschaften wie das Alter, der soziale Status, der Wohnort oder die sonstigen Konsumgewohnheiten werden hier aufgegriffen. Im Ergebnis erhöht sich die Wirkung der Newsletter natürlich signifikant.

Noch weiter gehen Konzepte im Bereich Behavioral Marketing, wenn sie in Echtzeit auf das Verhalten von Besuchern auf Webseiten reagieren. So gibt es mittlerweile Konzepte, bei denen Gestaltung und Inhalt von Shop-Seiten unmittelbar durch die Art verändert werden, wie sich ein Interessent durch einen Internetauftritt bewegt.

Die Erfahrung mit anderen Internet-Technologien, Beispiele hierfür sind das Web 2.0 oder die zunehmende Verbreitung der sozialen Netze, zeigen deutlich, wie schnell entsprechende Entwicklungen ihren Weg in die großen Shop-Systeme und Marktplätze finden. Man kann insofern davon ausgehen, dass die Möglichkeiten des Behavioral Marketings schon in Kürze vielen Online-Händlern zur Verfügung stehen werden.

 

Strategie 4: Abo-Commerce

Jeder erfolgsorientierte Online-Händler verfolgt geschäftliche Ansätze, die ihm zu einem möglichst hohen Anteil an Stammkunden verhelfen. Dies ist insofern erforderlich, als dass die Kosten der Neukundengewinnung in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sind. Will man, dass sich diese Ausgaben refinanzieren, dann genügt oft ein einzelner Einkauf eines Kunden nicht mehr aus. Kostendeckung und Gewinn stellen sich erst dann ein, wenn ein Verbraucher mehrmals im Shop einkauft.

Um dieses Verhalten zu forcieren, werden Modelle im Bereich Abo-Commerce in den letzten Jahren immer beliebter und konnten sich mittlerweile schon auf eine ganze Reihe von Produktbereichen ausdehnen. Grundsätzlich wird dem Verbraucher hierbei angeboten, ein bestimmtes Produkt in einer regelmäßigen zeitlichen Frequenz automatisch zu erhalten. Dies soll für den Konsumenten entweder mit einer besonderen Bequemlichkeit, einer Kostenersparnis oder dem Zugriff auf exklusive Produkte verbunden sein, um einen konkreten Anreiz zu bieten, sich für eine entsprechende Kaufverpflichtung zu entscheiden.

Die Bandbreite der Produktbereiche, die für solche Modelle in Frage kommen, hat sich in den letzten Jahren stetig vergrößert. Heute gibt es unter anderem Windeln, Rasierklingen, Socken und Unterwäsche, Reinigungsmittel, Kosmetika, Kaffee oder Schokolade im praktischen Abo und viele Händler sammeln sehr positive Erfahrungen mit diesem Konzept.

Es lohnt sich für jeden Shop-Betreiber, den eigenen Produktbereich auf abo-taugliche Artikel hin zu untersuchen oder unter Umständen sein Verkaufssegment entsprechend zu erweitern. Die meisten Shop-Systeme sind übrigens mittlerweile in der Lage, den Abo-Commerce darzustellen und abzuwickeln. Im Ergebnis erzielt der Händler verlässliche und regelmäßige Umsätze und baut sich eine feste Basis an Stammkunden auf.

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Strategie 5: Moderne Versandoptionen

Mit der zunehmenden Verbreitung des E-Commerce durch alle gesellschaftlichen Schichten und sämtliche Gruppen von Verbrauchern sind auch die Ansprüche der Käufer an den Kundenservice beträchtlich gestiegen. Die Kundenfreundlichkeit von Shops wird von vielen Verbrauchern als maßgebliches Entscheidungskriterium für einen bestimmten Anbieter betrachtet. Ohne einen umfassenden Service ist es für Shop-Betreiber kaum möglich, ihre Marktposition dauerhaft zu verteidigen.

Im Mittelpunkt der wichtigsten Serviceleistungen im E-Commerce steht dabei der Versand von Waren. Er war von jeher das Nadelöhr bei der Verbreitung des Online-Handels, da er dem Kunden in vielen Fällen Unannehmlichkeiten abverlangt. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die E-Commerce-Branche immer wieder mit Möglichkeiten und Optionen, die dem Kunden die Zustellung seiner Bestellung angenehm und komfortabel gestalten soll.

Eine der ersten Optionen, die sich in diesem Zusammenhang durchsetzen konnten, ist die Möglichkeit für den Kunden, seine Sendung online zu verfolgen und auf diese Weise immer genau zu wissen, wo sich die Ware gerade befindet und wann sie angeliefert wird. Darüber hinaus gibt es immer mehr Shop-Betreiber, die ihren Kunden die Festlegung des Liefertermins und eine komfortable Verwaltung zusätzlicher Lieferadressen ermöglichen.

Immer wieder experimentiert wird mit Methoden, bei denen Kunden die bestellte Ware selbst lokal abholen können. Bei solchen Modellen sind natürlich Händler im Vorteil, die ein eigenes Filialnetz betreiben. Eine der aktuellsten Entwicklung in diesem Bereich ist die Lieferung von Waren noch am selben Tag der Bestellung. Für diese Option muss ein großer logistischer Aufwand dargestellt werden. Allerdings lohnt sich dieser meist, da die Aussicht, ein Produkt schon unmittelbar nach der Bestellung zu erhalten, für viele Kunden kaufentscheidend ist.

Als Online-Händler sollte man grundsätzlich immer nach neuen Möglichkeiten und Methoden Ausschau halten, durch die sich der Kundenservice verbessern lässt. Auf diese Weise lassen sich deutliche Umsatzsteigerungen erreichen.

 

Strategie 6: Multi-Channel-Aktivitäten

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass ein Multi-Channel-Ansatz im Online-Handel nicht wirklich innovativ ist. Hiervon spricht man bekanntlich immer dann, wenn ein Internetunternehmer seine Angebote nicht nur im eigenen Shop, sondern auch auf anderen Marktplätzen anbietet, um auf diese Weise zusätzliche Kundengruppen anzusprechen. Für viele Shop-Betreiber ist es ganz selbstverständlich, ihre Produkte zum Beispiel bei eBay oder Amazon einzustellen. Dort müssen zwar Gebühren entrichtet werden. Allerdings rechnen sich diese meist angesichts der zusätzlichen Umsätze, die sich über diese Plattformen erzielen lassen.

Allerdings sollten sich Online-Händler nicht allein auf die bekannten und bewährten Marktplätze und Plattformen verlassen, sondern immer wieder nach neuen Möglichkeiten suchen, um ihre Produkte zu vermarkten. In jüngerer Zeit haben sich dabei Verbindungen zwischen den sozialen Netzen und direkten Einkaufsgelegenheiten entwickelt. So ist es mittlerweile möglich, Produkte direkt über Facebook oder andere Plattformen anzubieten. Der große Vorteil besteht darin, dass die Nutzer der Netzwerke diese nicht verlassen müssen, um einen Einkauf zu tätigen. Das Wegfallen eines Medienbruchs sorgt in diesem Fall für sehr hohe Verkaufsquoten. Außerdem profitieren entsprechende Angebote davon, dass Kunden bestimmte Artikel unmittelbar im eigenen Freundeskreis empfehlen können und dem Händler auf diese Weise zu weiteren Käufern verhelfen.

In Bezug auf neue potenzielle Absatzkanäle sollte jeder Online-Händler stets die Augen offen halten und versuchen, hier keinen wesentlichen Trend zu verpassen. Gerade neue und innovative Verkaufsstellen im Internet sind oft mit erheblichen Chancen auf zusätzliche Umsätze verbunden.

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.