[Interview] Mit einem Klick einen echten Brief versenden mit EMailBrief24.de

Wie so oft bei Start-ups hatten die Gründer von EmailBrief24.de ein Problem, für das es keine zufriedenstellende Lösung auf dem Markt gab. So starteten Christian Giehl und André Dörrzapf ihren Service, dass Kunden mit nur einem Klick einen echten Brief versenden können. So muss in Zeiten selbstfahrender Autos niemand mehr im Regen zum Briefkasten laufen.

 

1. Wer sind Sie?
Wir, Christian Giehl und André Dörrzapf betreiben seit drei Jahren eine IT-Beratung, bis wir auf die Idee kamen, EMailBrief24 zu entwickeln, seither verschicken wir die Post unserer Kunden.

2. Wie würden Sie EMailBrief24 selbst beschreiben?
Wir sind die weltweit einfachste Lösung, einen Brief zu verschicken. Unsere Kunden schreiben ihre Briefe wie gewohnt, anstatt diesen selbst zu drucken und zur Post zu bringen, schicken Sie die Datei im Anhang einer E-Mail an auftrag@emailbrief24.de. Der Brief wird nun automatisch gedruckt, kuvertiert und mit der Deutschen Post zugestellt. Der Kunde spart nicht nur Zeit und Stress, die Briefe sind aufgrund unseres Rabattes billiger als eine Briefmarke.

3. Seit wann gibt es EMailBrief24 und was war der entscheidende Gründungsimpuls?
André musste ein Angebot an unseren Kunden per Brief schicken. Als er unfähig war, dieses so zu falten, dass die Empfängeradresse im Sichtfenster des Kuverts war, kam uns die Idee. Denn gerade junge Menschen schreiben lieber E-Mails, oft sind allerdings noch Briefe erforderlich. Aber in Zeiten selbstfahrender Autos sollte niemand mehr im Regen zum Briefkasten laufen müssen.

 

4. Wie verlief die eigentliche Gründungsphase?
Da wir eine bestehende Unternehmung hatten, war die Gründung natürlich ein hohes Risiko. Gerade Freunde haben oft gefragt, ob wir dieses wirklich eingehen wollen. Wir sind aber beide absolut überzeugt von der Idee! Gerade auf dem deutschen Markt hatten wir allerdings oft das Gefühl, dass unsere Lösung zu einfach ist – der Deutsche glaubt wohl immer noch, was nicht teuer und kompliziert ist, funktioniert nicht.

5. Wie wurde das Gründungskapital finanziert?
Die Gründung haben wir aus Mitteln der IT-Beratung eigenfinanziert. Natürlich wird es da manchmal eng, wenn man nachts entwickelt und über Tag für die bestehenden Kunden arbeitet. Einmal gab es am Ende vom Monat nur noch Bohnen mit Speck, der Aufwand hat sich allerdings gelohnt! Aktuell suchen wir eine Wachstumsfinanzierung i.H.v. 750.000€.

6. Wo sehen Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal gegenüber Ihren Mitbewerbern?
Wir ermöglichen unseren Kunden, ganz bequem im Anhang einer E-Mail echte Briefe zu verschicken. Zusätzlich sparen wir ihnen 8 Cent Porto bei jedem Brief durch unseren Portorabatt sowie die vollständigen Druck-, Material- und Arbeitskosten. Mit dem einfachsten Anmeldeverfahren (lediglich einmalig E-Mail- und Rechnungsadresse) sind wir in 1 Minute startbereit.

 

7. Welches war die größte Herausforderung, die von Ihnen bewältigt werden musste?
Die ersten Kunden zu überzeugen, dass man heutzutage Briefe nicht mehr selbst drucken und zur Post tragen muss. Gerade am Anfang haben sich Kunden schwer getan, einem Start-up Ihre Post anzuvertrauen.

8. Was würden Sie rückblickend auf die Startphase von EMailBrief24 ändern?
Nicht viel – wir sind mit dem Verlauf sehr glücklich. Wir würden allerdings noch früher mit dem Produkt an die Kunden herantreten, um dieses mit den Kunden gemeinsam zu entwickeln.

9. Gab es während der Gründungszeit auch unerwartete Fortschritte oder Meilensteine?
Ein großer Meilenstein waren die ersten CRM/ Buchhaltungssoftwareanbieter, die entdeckt haben, wie einfach sie uns integrieren können (da diese die bestehende E-Mail-Funktion nutzen können). Das hat uns viele Briefe auf einmal gebracht.

 

10. Welches Gefühl hatten Sie bei dem ersten Kunden?
Das Gefühl beim ersten Kunden? Aufgeregt und erleichtert, da der Kunde begeistert von unserer Lösung war.

11. Welche Eigenschaften sollte ein Existenzgründer mitbringen?
Nie aufgeben, viel selbst machen und euch über das freuen, was ihr erreicht. Leider findet man niemanden, der einem am Anfang die Arbeit wirklich erleichtern kann, da die Aufgaben sehr vielseitig und komplex sind, gefühlt macht man jeden Tag einen anderen Job.

12. Welche sind Ihre nächsten angestrebten Meilensteine?
Wir wollen, dass die Menschen beim Versenden eines Briefes an eine E-Mail und nicht mehr an einen Briefkasten denken. Der nächste große Schritt ist der Briefversand innerhalb Europas zum Inlandsporto des Ziellandes. Da wir die Briefe ja im Zielland ausdrucken können.

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.