[Interview] Maßanzug einfach online mit Lanieri.com

Maßgeschneiderte Anzüge online konfigurieren. Wir sind die Einzigen, die einen echten italienischen, maßgeschneiderten Anzug sowohl online als auch in unseren Ateliers verkaufen. Mit diesem Statement beschreiben die beiden Gründer Riccardo Schiavotto und Simone Maggi ihr Start-up Lanieri. Kunden können sich online wie offline beraten und vermessen lassen, um einen echten italienischen Maßanzug konfektioniert zu bekommen!

1. Herr Schiavotto, wer sind Sie?
Ich bin Riccardo Schiavotto, Mitbegründer von Lanieri. com, dem ersten E-Commerce, der maßgeschneiderte italienische Anzüge mithilfe einer Online-Plattform anbietet. Merkwürdig genug, dass ich ein Ingenieur bin, der eine Modemarke gegründet hat!

2. Wie würden Sie Lanieri selbst beschreiben?
Lanieri ist im Grunde eine Neuerfindung, wie Männer einkaufen. Mit unserem Omnichannel-Ansatz von E-Commerce und physischen Geschäften versuchen wir, jeden einzelnen Problempunkt des formalen Menswear Shopping-Erlebnisses zu lösen.

Vom Sortiment bis zur Größenbestimmung, von der Erleichterung des Kaufs bis hin zu den richtigen In-Store-Empfehlungen haben wir unsere Kunden abgedeckt.

3. Seit wann gibt es Lanieri und was war der entscheidende Gründungsimpuls?
Lanieri wurde im Jahr 2013, während eines MBA (Master of Business Administration), gegründet, den Simone Maggi – der andere Lanieri Mitbegründer – und ich absolvierten. Wir gründeten Lanieri, nachdem wir beide eine vorausgehende Berufserfahrung in einer Beratungsfirma gemacht hatten: Wir mussten jeden Tag einen Anzug tragen und das Einkaufserlebnis war einfach schrecklich. Darüber hinaus, während der ersten Nachforschung zur Industrie, erkannten wir bald, dass die traditionelle italienische Schneiderei am Rande des Aussterbens stand: immer mehr Schneider setzten sich zur Ruhe ohne eine neue Generation zu hinterlassen, die ihre Arbeit übernehmen würde.

 

4. Wie verlief die eigentliche Gründungsphase?
Wir gründeten das Unternehmen mit unseren Ersparnissen, die hauptsächlich zum Bezahlen der Website und einiger Samples verwendet wurden. Wir haben uns damals nicht vorgestellt, dass es bald unser Vollzeitjob werden würde. Am Anfang sahen wir es als Nebenprojekt.

5. Wie wurde das Gründungskapital finanziert und war die Finanzplanung auch für kritische Momente innerhalb der ersten sechs Monate ausgelegt?
Was alles verändert hat, war die beiläufige Begegnung mit den CEOs einiger der prestigeträchtigsten Wollspinnereien in Italien. Sie waren dabei, Partner zu suchen, um etwas Ähnliches zu schaffen, aber sie taten sich schwer, die richtigen Talente dafür zu finden. Sobald sie unser Projekt entdeckten, schlugen sie vor, es zu finanzieren!

6. Wo sehen Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal gegenüber Ihren Mitbewerbern?
Wir sind die Einzigen, die einen echten italienischen, maßgeschneiderten Anzug sowohl online als auch in unseren Ateliers verkaufen.

 

7. Welches war die größte Herausforderung, die von Ihnen bewältigt werden musste?
Unsere größte Herausforderung ist es, das Vertrauen unserer Kunden zu gewinnen. Es ist eine völlig neue Möglichkeit, solch ein komplexes Produkt zu kaufen und die meisten sind skeptisch, dass es überhaupt funktionieren kann. Wir haben einige topaktuelle Algorithmen entwickelt, um anatomische Messungen in Produktmessungen umzuwandeln. Daher sind wir sehr überzeugt von unserem Potenzial, ein hervorragendes Kundenerlebnis bieten zu können. Bisher haben uns mehr als 5.000 Männer für ihre Anzüge und Hemden ausgewählt.

8. Gab es während der Gründungszeit auch unerwartete Fortschritte oder Meilensteine?
Am Anfang dachten wir, dass dieses Geschäft komplett online funktionieren könnte. Wir mussten aber ein Offline-Erlebnis hinzufügen, um es wirklich zum Laufen zu bringen. Am Ende des Tages kaufen die meisten Kunden folgendermaßen ein: sie überprüfen, was sie mögen, entweder im Geschäft oder online und kaufen dann ein, wo es für sie am bequemsten ist.

9. Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe und wie wollen Sie diese erreichen?
Unsere Zielgruppe sind Männer von 35 bis 55 Jahren, die jeden Tag einen Anzug zur Arbeit tragen müssen. Wir erreichen sie durch verschiedene Mittel, von digitalem Marketing bis hin zu Empfehlungsprogrammen.

 

10. Nach dem erfolgreichen Start: Wie schöpfen Sie neue Energie und Motivation für Lanieri?
Wir können sagen, dass wir nicht mehr in der Startphase sind, aber wir sind gerade in die Scale-up-Phase gekommen, was wohl noch spannender ist! Also brauche ich wirklich keine Tricks, um Energie oder Motivation zu finden, um ehrlich zu sein!

11. Welche Eigenschaften sollte ein Existenzgründer mitbringen?
Ich denke, dass jeder Gründer bereit sein sollte, methodisch von Misserfolg zu Misserfolg zu gehen, auf dem Weg sein eigenes Fachgebiet zu erkennen und zu studieren und auf dem aufzubauen, was funktioniert hat.

12. Welche sind Ihre nächsten angestrebten Meilensteine?
Die zentrale Herausforderung besteht darin, erfolgreich neue Märkte zu betreten! Im Moment sind wir auf den europäischen Markt fokussiert, aber wir wollen bis Ende 2017 in den nordamerikanischen Markt eindringen.

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.