Können Sie gut „Nein“ sagen?

Als Unternehmer werden Sie oft um Ihre Zustimmung gebeten. Lehnt man eine Bitte ab, empfindet man sich selber schnell als herzlos oder unfreundlich. Wir erklären Ihnen, warum es uns oft so schwer fällt, „Nein“ zu sagen und stellen Ihnen 6 Strategien vor, die Ihnen dabei helfen, auch einmal etwas abzulehnen.

Können Sie gut "Nein" sagen?

Achten Sie einmal darauf, wie oft Sie im Laufe eines einzigen Tages um etwas gebeten oder nach etwas gefragt werden. Sie werden erstaunt sein, mit welcher Häufigkeit Sie sich im ganz normalen Alltag für ein „Ja“ oder ein „Nein“ entscheiden müssen. Setzen Sie Ihre Beobachtung fort und erleben Sie einmal ganz bewusst, wie häufig Sie spontan dazu neigen, einer Bitte oder einem Anliegen, das an Sie herangetragen wird, ohne lange Bedenkzeit zuzustimmen. Sie werden schnell feststellen, dass es uns deutlich leichter fällt, „Ja“ zu sagen als etwas abzulehnen. Die Gründe, die uns zu Jasagern machen, sind vielfältig:

  1. „Ja“ sagen ist meist der bequemere Weg
  2. Wer immer „Nein“ sagt, gilt schnell als herzlos
  3. Die Angst vor Ablehnung macht uns zum Jasager
  4. „Nein“ zu sagen hat oft Konsequenzen
  5. Wir haben das Bedürfnis, gebraucht zu werden

Eine wichtige Ursache unserer Neigung zum „Ja“ sagen, wurzelt in unserer Bequemlichkeit. Wer „Nein“ sagt, muss seine Entscheidung begründen, wird hierfür oft kritisiert und soll meist eine Rechtfertigung für seine Ablehnung vorbringen. Wer einfach nur zustimmt, wird in der Regel in Ruhe gelassen und braucht sich nicht länger mit der jeweiligen Situation zu beschäftigen. Außerdem gilt man als notorischer Neinsager schnell als egoistisch, kalt und herzlos und in diesem Ruf möchte kaum jemand gerne stehen. Wer „Nein“ sagt, begibt sich damit immer auch in die Gefahr, von anderen abgelehnt zu werden. Um dieses Risiko zu umgehen, stimmen wir häufig Dingen zu, die wir eigentlich nicht in Ordnung finden.

Wenn wir etwas ablehnen, dann führt dies für uns oft zu direkten Konsequenzen. Wir geraten vielleicht in einen Streit mit dem Fragesteller, sind seiner Kritik ausgesetzt und befürchten, unser Ansehen bei ihm zu verlieren. Und da wir als Menschen generell gerne das Gefühl haben, gebraucht zu werden, neigen wir ohnehin dazu, den Wünschen anderer zu entsprechen und die Anerkennung zu genießen, die uns daraufhin entgegengebracht wird.

Nun mag es für private Personen nicht viel mehr als eine kleine Schwäche oder ein unbedeutendes Ärgernis sein, wenn es uns Schwierigkeiten bereitet, die Wünsche und Anforderungen anderer abzulehnen. Wenn wir allerdings als verantwortlicher Unternehmer handeln, dann sieht die Sache schon ganz anders aus.

Warum ist ein „Nein“ vor allem für Unternehmer so wichtig?

Das „Ja“ eines Unternehmers hat in der Regel weitreichende Konsequenzen. Es ist die Reaktion auf eine der unzähligen Entscheidungen, die uns Tag für Tag abverlangt werden. Die Summe unserer Entscheidungen wiederum bestimmt darüber, mit welchem Erfolg wir unser Unternehmen führen. Wir stellen also fest, dass es für den Unternehmer weit mehr als ein unbedeutendes Ärgernis oder eine kleine Schwäche ist, wenn er Schwierigkeiten damit hat, etwas abzulehnen. Führen wir uns mal einige Situationen vor Augen, in denen wir uns als Chef eines Unternehmens für ein „Ja“ oder ein „Nein“ entscheiden müssen.

  • Ein Angestellter bittet um eine Gehaltserhöhung
  • Ein Lieferant stellt ein Produkt vor und will, dass wir es kaufen
  • Ein Kunde fordert einen Preisnachlass auf eine bestimmte Leistung

Mit Sicherheit kommen Ihnen diese Situationen bekannt vor, denn sie gehören zu den ganz alltäglichen Fragestellungen, mit denen man sich als Unternehmer beschäftigen muss. Die Entscheidungen, die uns hier abverlangt werden, sind allerdings mit weitreichenden Konsequenzen verbunden. Werfen wir einmal einen Blick darauf:

Wenn Sie der Bitte eines Angestellten um mehr Gehalt nachkommen, dann kostet Sie das von diesem Moment an Monat für Monat mehr Geld. Und damit nicht genug: Gewähren Sie einem Mitarbeiter eine Erhöhung seiner Bezüge, dann können andere Angestellte dasselbe Recht auch für sich einfordern. Mit einer Gehaltserhöhung sollten Sie das besondere …

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Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.