[Interview] IKEA®-Hacks fürs Kinderzimmer mit Limmaland

Möbel des schwedischen Möbelgiganten IKEA® finden sich nahezu in allen Kinderzimmern wieder. Wer das schlichte Design individualisieren möchte, kann durch die Produkte von Limmaland sein eigenes IKEA®-Reich erschaffen. Im Interview mit INTERNETHANDEL erklären die Gründerinnen Stefanie Gärtner und Rabea Knippscheer ihren Weg in die Selbstständigkeit – mit allen Herausforderungen und auch unerwarteten Fortschritten.

 

1. Wer sind Sie und wie würden Sie Limmaland selbst beschreiben?
Limmaland ist die Online-Plattform für IKEA-Hacks für Kinder. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, bekannte IKEA-Möbel in kreative Spiel- und Erlebniswelten zu verwandeln. Passend dazu stellen wir unserer wachsenden Community zahlreiche Ideen und Bastelvorlagen zur Verfügung, um die Kinderwelt bunter und erlebnisreicher zu gestalten. Aktuell umfasst unser Sortiment mehr als 150 Designs, Muster und Farben. Produziert wird in Deutschland nach hohen Qualitätsstandards für Kinder.

2. Seit wann gibt es Limmaland und was war der entscheidende Gründungsimpuls?
Die Geschichte von Limmaland begann vor ca. drei Jahren, als wir im Internet nach neuen Ideen für unsere eigene Inneneinrichtung suchten. Immer wieder stießen wir auf IKEA-Hacks. Dabei geht es darum, IKEA-Möbel umzugestalten, in ihrer Nutzung zu verändern oder zu individualisieren. Ein Trend, der kontinuierlich wächst. Denn immer mehr Menschen haben den Wunsch, Individualisierung in ihren vier Wänden umzusetzen und suchen Alternativen und Ergänzungen zur bekannten IKEA-Massenware. Eine der wichtigsten Zielgruppen von IKEA sind junge Familien. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir für Kinder besonders viele individuelle und flexible Erweiterungen gefunden haben.

3. Wie verlief die eigentliche Gründungsphase? Hatten Sie im Vorfeld der Gründung Sorgen oder Bedenken?
In der ersten Gründungsphase haben wir uns ausgiebig damit beschäftigt, ob das Geschäft tragbar ist. Das heißt, wir haben einen klassischen Businessplan geschrieben und viel gerechnet. Dies hat geholfen, Bedenken im Vorfeld zu minimieren.

 

4. Wie entstand Ihr Firmenname Limmaland?
Unser Name ist Programm und beschreibt unser Geschäft:„LIMMA“ ist das schwedische Wort für „KLEBEN“ und in unserem IKEA TRAUMLAND gibt es viel zu entdecken!

5. Wie wurde das Gründungskapital finanziert und war die Finanzplanung auch für kritische Momente innerhalb der ersten sechs Monate ausgelegt?
Limmaland ist komplett eigenfinanziert. Da wir komplett on demand produzieren lassen, können wir unseren Finanzierungsbedarf sehr schlank halten.

6. Wo sehen Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal gegenüber Ihren Mitbewerbern?
Weltweit gibt es neben Limmaland kein weiteres Unternehmen, das den Fokus auf IKEA-Möbel im Kinderzimmer legt, diese individualisiert und ihnen einen Mehrwert zum Spielen schenkt. Kurz gesagt: Spielmöbel ganz einfach selber machen – mit passgenauem Zubehör für IKEA Möbel!

 

7. Welches war die größte Herausforderung, die von Ihnen bewältigt werden musste?
Am Anfang war es eine Herausforderung, einen passenden Lieferanten zu finden, welcher bereit war, kleine Stückzahlen für uns zu fertigen und gleichzeitig große Produktionskapazitäten für uns vorzuhalten. Auch die Erfüllung aller Anforderungen der Spielzeugrichtlinien in Deutschland und Europa stellten eine Herausforderung dar.

8. Was würden Sie rückblickend auf die Startphase von Limmaland ändern?
Ehrlich gesagt nicht viel. Die Fokussierung auf eine Nische war die richtige Entscheidung. Wir haben unsere Erfahrungen am Markt gesammelt und uns auf unsere Kunden eingestellt. Die Kunden wünschten sich mehr Individualität, die wir ihnen durch mehr Produktgrößen, Farben, Muster und nicht zuletzt durch unseren neuen Konfigurator geben konnten. Unsere Kunden sind begeistert und wir sind es auch. Vielleicht haben wir am Anfang nicht „groß genug“ gedacht. Aber das haben wir nun auch gelernt.

9. Gab es während der Gründungszeit auch unerwartete Fortschritte oder Meilensteine?
Ein großartiges Gefühl war, als IKEA Frankfurt unsere Produkte mit in seine Ausstellung genommen hat. Wir sind nicht auf IKEA zugegangen, sondern IKEA hat uns gefragt. Außerdem haben wir uns sehr über den ersten Platz beim Gründerpreis der Kölner Wirtschaftsjunioren gefreut. In diesem Wettbewerb wird vor allem die Gründerpersönlichkeit ausgezeichnet. Das war ein großes Lob für unsere Arbeit und ist für uns die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind!

 

10. Nach dem erfolgreichen Start: Wie schöpfen Sie neue Energie und Motivation für Limmaland?
Die Energie ist stets da, da wir es lieben, kreativ zu sein, neue Ideen zu entwickeln und mit Kunden zu kommunizieren. Das ist unser Kerngeschäft und solange wir tun, was wir gerne tun, wird das vermutlich auch so bleiben.

11. Welche Eigenschaften sollte ein Existenzgründer mitbringen und welche eigene Erfahrung würden Sie an andere Gründer weitergeben?
Unser Tipp an andere Gründer ist, sich von Höhen und Tiefen nicht beeindrucken zu lassen, auch wenn das nicht leicht ist. Gründen ist fast immer eine Achterbahnfahrt und es wird gute und weniger gute Momente als Unternehmer geben. Uns hat geholfen, nicht allein zu gründen. Wir waren von Anfang an zu zweit. Ein Gründerteam sollte darauf achten, gleiche Werte zu haben und am besten unterschiedliche Kompetenzen einbringen zu können. Außerdem gibt es mittlerweile viele Netzwerke für Gründer, die professionelle und kostenlose Beratungen anbieten. Wir empfehlen, diese ausgiebig zu nutzen.

12. Wo sehen Sie zukünftig die größten Herausforderungen für Limmaland und welche sind Ihre nächsten angestrebten Meilensteine?
Dieses Jahr konzentrieren wir uns darauf, weitere tolle Produkte auf den Markt zu bringen. Wir möchten mit unseren Kunden „wachsen“ und noch mehr individualisierbare Produkte anbieten. Außerdem möchten wir europaweit stärker wachsen. Wichtig ist uns auch, unsere IKEA-Hack-Community für Kinder weiter auszubauen und uns noch mehr zu vernetzen.

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.