[Gründerstory] Have it Back – Das Fundbüro wird digital

Daten sind die Währung unserer Zeit. Und immer wieder entwickeln clevere Gründer Ideen und Konzepte, bei denen es um eine besonders kreative Form der Datenverarbeitung geht. Wir stellen Ihnen mit dem „Zentralen Fundbüro“ ein deutsches Start-up vor, das sich weltweit damit beschäftigt, Menschen, die etwas verloren haben, ihren Besitz wieder zu beschaffen.

 

Lost and Found: Wir alle haben ständig mit Verlustsachen zu tun

Wussten Sie eigentlich, dass jeder Mensch pro Jahr im Durchschnitt mit 1,24 Verlustsachen zu tun hat und dass der Wert pro Fundsache im Mittel bei fast 138 Euro liegt? Allein in Deutschland gehen jährlich rund 100 Millionen Dinge verloren. In den USA sind es sogar rund 400 Millionen.

Betrachtet man lediglich die acht größten Flughäfen Europas, dann bringen es diese gemeinsam auf 175.000 verschwundene Laptops. Und in Deutschland werden jedes Jahr 4 Millionen Handys verloren oder gestohlen. Nun kennen wir alle das gute alte Fundbüro, in dem man Fundsachen regional abgeben kann. Derjenige, der den Verlust erlitten hat, wird unter Umständen dort vorstellig, vorausgesetzt, er weiß überhaupt, wo sein Besitz verloren gegangen ist.

Das regionale Fundsachen-Konzept will nicht mehr so richtig in unsere Zeit passen. Und so haben sich die Gründer Markus Schaarschmidt, Antonio Vega und Tobias Freyberg dazu entschieden, das Prinzip Fundbüro ins 21 Jahrhundert zu holen und hierbei auf digitale Technologie, intelligente Netzwerke und das Internet zu setzen. Wir stellen Ihnen das ebenso spannende wie erfolgreiche Start-up im Folgenden vor, machen Sie mit den Gründern bekannt, skizzieren den bisherigen Werdegang und beleuchten die entscheidenden Erfolgsfaktoren.

 

Das zentrale Fundbüro: Die Metasuchmaschine für alle Fundsachen

Wenn wir etwas verloren haben, dann stellt dies in vielen Fällen einen empfindlichen Verlust dar. Ob ein Laptop mit vielen persönlichen Daten und wichtigen Inhalten, ein geliebtes Kuscheltier, eine Handtasche oder eine Brieftasche mit unverzichtbaren Dokumenten oder ein schönes Kleidungsstück, um nur einige Beispiele zu nennen: Oft trifft uns der Verlust hart und wir würden einiges dafür bewerkstelligen, den Gegenstand zurückzuerlangen.

Dies ist umso schwieriger, als dass man meistens nicht genau wissen kann, ob es sich wirklich um einen reinen Verlust handelt oder ob wir vielleicht sogar bestohlen worden sind. Wenn wir uns erinnern können, wo genau die Sache verloren gegangen ist, dann wenden wir uns unter Umständen an die Bahn, eine Fluggesellschaft, ein Hotel oder einen anderen Betreiber oder Veranstalter. Ist uns dies aber nicht klar, dann bleibt im Prinzip nur der Weg zum regionalen Fundbüro, in der vagen Hoffnung, dass jemand unseren Besitz gefunden und sich zudem die Mühe gegeben hat, ihn extra zur zuständigen Behörde zu bringen.

Das ganze Prozedere klingt absolut veraltet, wenn man sich vor Augen führt, dass mittlerweile moderne Technologien verfügbar sind, mit denen sich die Vermittlung zwischen den Findern von Gegenständen und denen, die sie verloren haben, sehr einfach gestalten lässt. Weltweit kann man nämlich die Webseiten von Fundbüros online abfragen und die Ergebnisse solcher Suchvorgänge können komfortabel und übersichtlich dargestellt werden.

Markus Schaarschmidt, Antonio Vega und Tobias Freyberg bieten ihre Lösungen aber nicht nur demjenigen an, der etwas verloren hat. Auch die offiziellen Fundbüros haben die Möglichkeit, die Software des Start-ups zu nutzen und auf diese Weise ihre eigenen Prozesse deutlich zu verbessern. So spricht das Portfolio Privatpersonen, Unternehmen und kommunale Stellen an und ist damit strategisch sehr breit aufgestellt.

 

Vom zentralen Fundbüro zu „Have It Back“

Es könnte den einen oder anderen Beobachter vielleicht verwirren, dass das digitale Fundbüro unter verschiedenen Bezeichnungen aktiv ist. Hier wollen wir kurz für Klarheit sorgen. In Deutschland wird die Plattform unter der Bezeichnung „Zentrales Fundbüro“ geführt. Im Zuge der Internationalisierung war es erforderlich, einen Namen zu finden, der auch außerhalb des deutschsprachigen Bereichs verstanden wird.

Hier setzt man daher auf die Bezeichnung „Have it Back“. Dementsprechend sind die Webseiten in Deutschland unter www.zentralesfundbuero.de und international unter www.haveitback.com zu erreichen. Anbieter des gesamten Services ist, um noch einen dritten Namen ins Spiel zu bringen, die getsteroo GmbH in Frankfurt am Main. Wie so oft entstand die Idee zur Gründung des Unternehmens durch eine persönliche Erfahrung mit Verlustsachen im Gründerteam. Gemeinsam ärgerte man sich über die desolate Lost and Found-Landschaft und begann darüber nachzudenken, eine Suchmaschine speziell für Fundsachen zu entwickeln.

Schnell wurde das anfängliche Konzept um einen interessanten WhatsApp-Service erweitert. Hier erfolgt die Kommunikation zwischen Findern und Verlierern auf besonders einfache, schnelle und unkomplizierte Art und Weise. Dies funktioniert zumindest solange, wie nicht das Smartphone selbst verloren gegangen ist.

Das Start-up ist insgesamt sowohl in ganz Europa als auch in den USA aktiv. Hierzu wird neben dem Hauptquartier in Frankfurt eine eigene Niederlassung in San Francisco betrieben. Die Finanzierung des Start-ups basiert übrigens nicht auf einer Beteiligung am Finderlohn. Stattdessen werden Einnahmen durch zusätzliche Services, auch solche im B2B-Bereich, erzielt.

 

Eine geniale Idee findet immer ihren Markt

Bei diesem Startup punktet vor allem die eigentliche Idee. Es ist auf der einen Seite so genial und auf der anderen Seite so naheliegend, den antiquierten Umgang mit Fund- und Verlustsachen einer umfassenden Erneuerung zu unterziehen. Dies haben die Gründer Markus Schaarschmidt, Antonio Vega und Tobias Freyberg mit Bravur absolviert und vor diesem Hintergrund kann es nicht verwundern, dass das Konzept gut angenommen wird und erfolgreich ist.

Für den Anwender präsentiert sich das Konzept dabei vor allem sehr einfach. Im Prinzip entscheidet man sich lediglich, ob man einen Fund oder einen Verlust melden möchte. Das System führt jeden Nutzer anschließend durch einen einfachen Prozess, innerhalb dessen persönliche Informationen und Angaben über den verlorenen Gegenstand oder die Fundsache gemeldet werden. Die Suche nach verlorenem Besitz erfolgt nun auf Metabasis innerhalb von vielen verschiedenen Suchmaschinen und Fundseiten. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, einen vermissten Gegenstand innerhalb von kurzer Zeit wieder zu finden, erheblich.

Auch in Bezug auf die Kommunikation zwischen Privatpersonen, Behörden und Unternehmen stellt das zentrale Fundbüro verschiedene Hilfsmittel und Möglichkeiten zur Unterstützung bereit. Das Konzept wird insgesamt von allen Beteiligten gut angenommen, weil es sich konsequent am Bedarf orientiert, optimal die modernen technischen Möglichkeiten einsetzt und für jeden Anwender transparent, verständlich und einfach ist. Man kann davon ausgehen, dass sich das zentrale Fundbüro künftig noch deutlich stärker ausdehnen und in Europa und den USA vielen Menschen zur Wiedererlangung verlorener Dinge verhelfen wird.

 

 


 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.