[Gründerstory] trivago – Eine ganz besondere Suchmaschine

Wer in der heutigen Zeit ein Internetunternehmen gründet, der braucht sich nicht zwangsläufig auf den Handel zu konzentrieren. Immer mehr Start-ups stellen eindrucksvoll unter Beweis, dass sich mit klugen Dienstleistungen oft weitaus schneller Geld verdienen lässt. Ein Beispiel hierfür wollen wir Ihnen in unserer aktuellen Gründerstory vorstellen. Lernen Sie mit uns zusammen trivago kennen.


trivago ist beinahe schon ein Synonym für cleveres Reisen

Wenn Ihnen jemand erzählen würde, dass er die Geschäftsidee verfolgt, eine Suchmaschine im Internet zu starten, dann würden Sie ihn mit großer Wahrscheinlichkeit für wahnsinnig erklären und hätten mit dieser Einschätzung angesichts der immensen Marktmacht von Google vermutlich recht. Ganz anders sieht die Sache allerdings aus, wenn der Benutzer dieser Suchmaschine sich dort auf die Suche nach ganz speziellen Inhalten und Angeboten macht. Und genau dies ist bei unserem Start-up des Monats, der trivago GmbH aus Düsseldorf, der Fall. Es handelt sich bei trivago nämlich um eine Meta-Suchmaschine für Übernachtungen in Hotels, Hostels oder Bed and Breakfast-Unterkünften. Und die folgende Gründerstory wird Ihnen auf eindrucksvolle Weise zeigen, was sich hinter dem bekannten Reisedienst tatsächlich verbirgt und aus welchen Gründen dieses Start-up fast unvergleichliche Erfolge feiern kann. Begleiten Sie uns also auf einer kleinen Reise in ein Unternehmen, das im Jahr 2005 von Rolf Schrömgens, Malte Siewert, Peter Vinnemeier, die trivago heute immer noch leiten, gegründet wurde.

 

trivago: Was machen die eigentlich genau?

Angesichts von 120 Millionen Besuchern pro Monat ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie trivago bereits persönlich kennen, nicht allzu klein. Nehmen wir uns dennoch einen kleinen Moment Zeit, um zu betrachten, womit sich das erfolgreiche Unternehmen eigentlich genau beschäftigt. Das Konzept hinter dem Start-up ist so einfach und nachvollziehbar, dass wir wirklich nur einen Augenblick benötigen, um es zu erklären. Für den Besucher funktioniert trivago ebenso einfach wie Google. Nach dem Aufruf der Seite erscheint ein zentrales Eingabefeld, das dazu auffordert, einen Städte oder Ortsnamen einzugeben. Sobald dies erfolgt ist, tauchen auf einer übersichtlichen Seite alle verfügbaren Unterkünfte auf, die zunächst nach Beliebtheit sortiert sind. Es besteht nun ergänzend die Möglichkeit, sich für einen gewünschten Reisezeitraum und für einen bestimmten Zimmertyp zu entscheiden.

 

Außerdem stehen verschiedenen Filter- und Sortierfunktionen zur Verfügung. Hierzu zählen zum Beispiel Nutzerbewertungen, Übernachtungspreise oder Ausstattungsmerkmale. Zu jeder Übernachtungsmöglichkeit wird der günstigste Angebotspreis angezeigt. Darüber hinaus erfährt der Nutzer, welche höheren Preise durch andere Anbieter aufgerufen werden. Interessiert man sich nun näher für ein bestimmtes Angebot, dann gelangt man per Mausklick unmittelbar zum jeweiligen Buchungspartner. Und spätestens an dieser Stelle bemerkt man als Anwender, dass man es bei trivago nicht mit einem Reiseveranstalter, sondern lediglich mit dem Betreiber einer Such- und Vermittlungsseite zu tun hat. Wir wollen an dieser Stelle allerdings nicht zu kurz greifen.

trivago bietet dem Verbraucher nämlich einiges mehr, als nur eine bloße Auflistung von freien Möglichkeiten zur Übernachtung in aller Welt. Ergänzend steht hier nämlich ein Informationsangebot zur Verfügung, das wirklich umfangreich ist. Neben vielen Detailangaben zu den einzelnen Hotels, Hostels und anderen Unterkünften erweist sich bei der Hotelsuche vor allem das durchdachte Bewertungssystem als hilfreich. Hier entdeckt man nämlich auf einen Blick alle Vor- und Nachteile der jeweiligen Angebote und erhält auf diese Weise eine sehr wirkungsvolle Hilfe bei der Auswahl von günstigen Übernachtungsmöglichkeiten. Dabei beschränkt sich trivago ganz und gar nicht auf wenige Länder oder gar den deutschen Markt. Mittlerweile betreibt das Start-up nämlich insgesamt 55 Länderplattformen und bedient seine Besucher in 33 verschiedenen Sprachen. Um die besten Hotel-Deals zielsicher aufzuspüren, scannt trivago mehr als 250 Buchungsseiten im Internet und ist dadurch in der Lage, dem Reisenden jederzeit die besten Angebote weltweit zur Verfügung zu stellen.

 

Expansion durch Internationalisierung: Schritt für Schritt zum globalen Erfolg

Wir haben es bei trivago nicht gerade mit einem jungen Unternehmen zu tun. Immerhin liegt die Gründung bereits mehr als zehn Jahre zurück. Warum wir trivago übrigens immer noch als Start-up bezeichnen, werden Sie im nächsten Abschnitt erfahren. Zunächst möchten wir Ihre Aufmerksamkeit allerdings auf die Entwicklungsschritte lenken, die das Unternehmen seit seiner Gründung absolviert hat. Und diese könnte man fast durchgängig unter das Motto „Expansion“ stellen. Nach der eigentlichen Gründung im Jahr 2005 erfolgte der Start der deutschen Internetseite im Jahr 2006. Ab 2007 widmete sich das Team zunächst der Expansion innerhalb Europas. So wurden unter anderem Seiten in Spanien, Italien und Frankreich gestartet. 2009 richtete sich die Aufmerksamkeit verstärkt auf Süd- und Nordamerika.

Ab 2013 kamen als neue Märkte die asiatisch-pazifischen Länder hinzu. Heute beschäftigt trivago rund 950 Mitarbeiter. Alleine der Umsatz des ersten Quartals 2016 betrug bereits 176 Millionen US-Dollar. Seit 2012 ist übrigens das amerikanische Online-Reisebüro Expedia im Besitz von 61,6 Prozent der Anteile an trivago. Hierfür waren 477 Millionen Euro als Kaufsumme geflossen. Geht man von diesem Übernahmepreis aus, dann belief sich der Gesamtwert von trivago im Jahr 2012 auf rund 775 Millionen Euro. Führt man sich vor Augen, dass diese immense Wertentwicklung lediglich sieben Jahre in Anspruch genommen hat, dann kann nicht der mindeste Zweifel daran aufkommen, dass wir es hier mit einem der erfolgreichsten Internet-Start-ups überhaupt zu tun haben.

Erfolgsfaktoren in der Übersicht: Start-up Spirit als dauerhaftes Konzept

Wir haben bereits gesehen, dass eines der Erfolgsrezepte von trivago eng mit dem Stichwort der internationalen Expansion verbunden ist. Man hat in Düsseldorf sehr frühzeitig erkannt, wie aussichtsreich das angestoßene Geschäftsmodell war und folgerichtig darauf gesetzt, es maximal zu multiplizieren. Nicht außer Acht lassen dürfen wir darüber hinaus, dass es sich um ein Internetangebot mit einer wirklich vorbildlichen Usability handelt. Die Bedienung der Seite erschließt sich selbst Menschen ohne vertiefte PC-Kenntnisse innerhalb von Sekunden, während sich der konkrete Nutzen auf den ersten Blick erklärt. Einfacher kann ein Geschäftsmodell nicht aufgebaut sein und dieses Merkmal dürfte einen erheblichen Anteil am Erfolg von trivago haben.

 

Last but not least müssen wir einen zusätzlichen Punkt berücksichtigen, der das Unternehmen von anderen Anbietern im Internet unterscheidet. Dem Gründungs- und Leitungsteam ist es nämlich eindeutig gelungen, bei trivago dauerhaft den Geist des Start-ups zu bewahren. Die Mitarbeiter sind hoch motiviert und von ihrem Arbeitgeber restlos begeistert. Sie genießen viele Sonderrechte und einzigartige Möglichkeiten im Unternehmen, können sich beruflich sehr frei entwickeln und identifizieren sich daher stark mit dem, was sie im Unternehmen leisten. Und genau hier liegt auch der Grund, warum wir es für angemessen halten, trivago selbst nach mehr als zehn erfolgreichen Jahren am Markt immer noch als Start-up zu bezeichnen.

 

 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.