[Gründerstory] TobyRich setzt sich mit Toys an die Spitze

Die Gründung eines Start-ups soll zum Erfolg führen und ist, da es hier oft um viel Geld geht, eine eher ernste Angelegenheit. Gleichzeitig wollen Gründer aber auch möglichst viel Spaß und Freude empfinden, wenn sie damit beschäftigt sind, ihren beruflichen Traum zu verwirklichen. TobyRich zeigt eindrucksvoll, dass Spaß und Ernst sich nicht ausschließen müssen.


 

Der Traum vom Fliegen einmal ganz anders

Fliegen fasziniert die Menschen schon seit sehr langer Zeit. Es ist einfach beeindruckend, Objekte zu beobachten, die sich dreidimensional durch die Luft bewegen und noch viel faszinierender ist es natürlich, solche Fluggeräte selbst zu steuern. Die beiden Bremer Gründer Ulrich Ditschler und Tobias Dazenko sind bereits seit ihrer Kindheit von allem begeistert, was mit der Fliegerei zu tun hat. Seit 2013 kultivieren die beiden Gründer ihr gemeinsames Interesse in einem Start-up, das sich eine ungewöhnliche Mission auf die Fahnen geschrieben hat: TobyRich bietet seinen Kunden ein Flugzeug, das sich mit dem Smartphone steuern lässt und erfüllt damit sehr vielen Menschen einen lang gehegten Traum. Unsere Gründerstory stellt Ihnen das Start-up mit all seinen Facetten vor. Sie werden die beiden Gründer kennenlernen und erfahren, wie der Start des Unternehmens verlaufen ist. Wir berichten über die Finanzierung einer außergewöhnlichen Idee und beleuchten für Sie die entscheidenden Erfolgsfaktoren von TobyRich.

 

Drohnen und Gadgets: Gesteuert vom eigenen Smartphone

„Wir wollen das Internet der Dinge für die Spielzeugindustrie werden.“ So lautet die Mission von Ulrich Ditschler und Tobias Dazenko und wer sich genauer mit TobyRich und dem Portfolio dieses Start-ups beschäftigt, der stellt schnell fest, dass die beiden Gründer ihr ursprüngliches Ziel bereits erreicht haben. Bei dem Start-up in Bremen dreht sich alles um federleichte Flugzeuge, die sich per Smartphone steuern lassen. Dabei werden drei verschiedene Modelle auf den Internetseiten von TobyRich vorgestellt. Hierbei handelt es sich um das Einsteigermodell Moskito, das Rennflugzeug SmartPlane Pro und das VR Luftfahrzeug SmartPlane Pro FPV. Alle drei Modelle bieten eigenständige Konzepte. Der Moskito ist vor allem auf eine intuitive und einfache Steuerung ausgerichtet. SmartPlane Pro ermöglicht besonders schnelles Fliegen und aufregende Stunts. Und Smart-Plane Pro FPV bietet dem Anwender durch VR-Technologie das Erlebnis, selbst im virtuellen Cockpit zu sitzen, während er das Fluggerät steuert.

Während es sich bei den SmartPlane Pro Modellen bisher noch um Ankündigungen handelt – die Produkte werden kurzfristig verfügbar sein – ist der Moskito bereits erhältlich und gerade im Begriff, den Markt und die Herzen flugbegeisterter Verbraucher im Sturm zu erobern.

 

Das Modell ist zum Beispiel bei Amazon für rund 50 Euro erhältlich und bietet alles, was das Fliegerherz begehrt. Der Moskito ist ultraleicht, erreicht Flughöhen von bis zu 60 Metern und bleibt mit einer einzigen Ladung per USB-Kabel für 12 Minuten in der Luft. Gesteuert wird das kleine Flugzeug ganz intuitiv per Smartphone. Hierbei nutzt der Anwender entweder Kippbewegungen seines Telefons oder setzt den mitgelieferten Joystick ein, der einfach auf das Smartphone aufgesetzt wird und aus dem Gerät in Sekundenschnelle ein Gamepad macht. Insgesamt stehen bei drei verschiedene Schwierigkeitsstufen zur Auswahl: Anfänger, Fortgeschrittener und Experte. Ein Tutorial bietet dabei eine interaktive Flugschule, sodass jedermann schnell in die Lage versetzt wird, den Moskito zu steuern und sich ganz persönlich den Traum vom Fliegen zu erfüllen. Kompatibel ist das kleine Flugzeug mit allen Android-Geräten ab Version 4.3, die über Bluetooth Smart verfügen, mit allen iPhones ab 4s, dem iPod touch ab der 5. Generation oder dem iPad ab der 3. Generation. Der Moskito kann übrigens sowohl draußen als auch drinnen eingesetzt werden. Seine Materialien sind dabei so gewählt, dass der eine oder andere Crash dem Flugzeug nicht schadet. Geliefert wird der Moskito komplett mit Joystick, USB-Ladekabel, einem Ersatzpropeller und einer Anleitung.

 

Zwei Wirtschaftsingenieure erfüllen sich einen Kindheitstraum

Der Startschuss für die Gründung von TobyRich erfolgte im November 2013. Der Name des Start-ups wirkt auf den ersten Blick ein wenig irritierend. Fast automatisch kommen dem Betrachter Assoziationen an „Reichtum“ in den Sinn. In Wirklichkeit handelt es sich aber lediglich um eine Wortschöpfung, die auf die Namen der Gründer zurückgeht. „Toby“ ist dabei dem Vornamen von Tobias Dazenko entnommen, während das „Rich“ aus dem Vornamen von Ulrich Ditschler stammt. Insgesamt kann man sagen, dass TobyRich ein eingängiger Firmenname ist, der gut im Gedächtnis bleibt.

Die Mission des jungen Gründerteams war einfach und ambitioniert. Man nahm sich in Bremen vor, das erste vom Smartphone gesteuerte Flugzeug der Welt bauen. Nach rund 1,5 Jahren Entwicklungszeit wurde das Ziel erreicht. Mit einem Gewicht von lediglich vier Gramm und einer Größe von 16 cm stand der erste Flieger zur Verfügung, der mit dem iPhone gesteuert werden konnte.

Die Finanzierung des jungen Unternehmens erfolgte zunächst aus Eigenkapital. Darüber hinaus nutzten Ulrich Ditschler und Tobias Dazenko das EXIST-Gründerstipendium. Hierbei handelt es sich um ein staatliches Förderprogramm für Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Gefördert werden dabei ausschließlich innovative technologieorientierte oder wissensbasierte Projekte mit signifikanten Alleinstellungsmerkmalen und guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten. TobyRich war in der Lage, alle Kriterien mühelos zu erfüllen. Ergänzt wurde das Finanzierungskonzept schließlich im Jahr 2014 durch eine Investition der Bremer Aufbau-Bank.

 

Quadrocopter kann jeder: TobyRich setzt stattdessen auf das klassische Flugzeuge

Wie immer an dieser Stelle in unserer Gründungsstory wollen wir abschließend einen Blick auf die entscheidenden Erfolgsfaktoren des Unternehmens werfen. Bei TobyRich steht hier sicherlich im Vordergrund, dass die Gründer ein wirklich innovatives, ungewöhnliches und sympathisches Produkt an den Start gebracht haben. Man merkt der gesamten Kommunikation auf den Webseiten von TobyRich an, dass Ulrich Ditschler und Tobias Dazenko voll und ganz hinter ihren Produkten stehen. Dies sorgt für eine authentische Ausstrahlung und macht das Unternehmen vertrauenswürdig.
Interessant am Gesamtkonzept ist, dass sich TobyRich nicht mit einem eigenen Endkundenvertrieb belastet. Auf den Internetseiten führen die Kauflinks unmittelbar zu Amazon und anderen Anbietern, über die sich die Produkte online bestellen lassen. Man konzentriert sich in Bremen wohl stattdessen lieber auf die Entwicklung von weiteren Innovationen.

In Bezug auf den Bekanntheitsgrad von TobyRich war es mit Sicherheit eine gute Idee, im Jahr 2016 in „Die Höhle der Löwen“ bei VOX aufzutreten. Und auch ansonsten zeigen intensive Blicke in das Konzept und in die bisherige Firmengeschichte, dass Ulrich Ditschler und Tobias Dazenko eine ganze Menge richtig angepackt haben und den Erfolg damit auf ganzer Linie verdienen. Dass es für TobyRich auch erfolgreich weitergehen wird, daran kann kein Zweifel bestehen.

 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.