[Gründerstory] MyCleaner, eine saubere Geschäftsidee

Eine Geschäftsidee, wie clever sie auch sein mag, ist immer nur so gut wie ihre konkrete Umsetzung. Bei der Überführung von theoretischen Konzepten in die harte Praxis entscheidet sich nämlich, ob ein Start-up wirklich erfolgreich wird. Unser hier vorliegendes Gründungsbeispiel ist in dieser Hinsicht mustergültig aufgestellt und überzeugt vor allem durch ein ungewöhnliches Maß an Konsequenz.


 

Komfortable und kreative Dienstleistungen haben Potenzial

Wer vor der Frage steht, sich selbständig zu machen, der muss sich potenziell entscheiden, ob er Hersteller, Händler oder Dienstleister werden möchte. Die deutsche Wirtschaft gilt heute vor allem im Dienstleistungssektor als besonders stark und das Start-up, das wir Ihnen heute vorstellen wollen, hat sich genau in diesem Bereich angesiedelt. Wie Sie allerdings gleich feststellen werden, wurde die Geschäftsidee dabei aber so konzipiert, dass sie zusätzliche Potenziale aus der Entwicklung und dem Verkauf von Produkten gewinnt und dadurch besonders breit aufgestellt ist. Die fünf Gründer Slawa Kister, Abdula Hamed, Mohamed Hamed, Natalia Kister und Dmitry Klimensky haben Ihr Start-up „MyCleaner“ im Jahr 2011 in Stuttgart aus der Taufe gehoben und können sich seitdem über mangelnden Erfolg ganz sicher nicht beschweren. Wie es zu der Gründung gekommen ist, welche Stationen das junge Unternehmen bereits absolviert und welche Schwierigkeiten es gelöst hat und wie sich der durchschlagende Erfolg des Start-ups erklären lässt, erfahren Sie in der folgenden Gründerstory.

 

Autoreinigung vor Ort: Ein Konzept mit vielen Optionen

Das Auto ist nach wie vor der Deutschen liebstes Kind. Hierzulande ist die Leidenschaft für hochwertige Fahrzeuge nach wie vor sehr groß und ein edler Wagen benötigt dabei auch eine recht aufwendige Pflege. Genau für diese fehlt es den Freunden gehobener Automobilkultur aber nicht selten an Zeit, Lust und Gelegenheit. Schließlich ist die Autowäsche mit einem hohen Zeitbedarf verbunden und bedingt darüber hinaus eine ganze Menge Körpereinsatz. An genau diesem Punkt setzt die Geschäftsidee von MyCleaner ein. Das Start-up bietet seinen Kunden nämlich die professionelle Autoreinigung vor Ort an und musste, um dieses Konzept überhaupt in die Tat umsetzen zu können, zunächst einmal eine Reihe von technischen Herausforderungen meistern.

Aber der Reihe nach: Der Service von MyCleaner ist aus Sicht des Kunden eigentlich ganz einfach. Über die Online-Plattform des Unternehmens kann man mit wenigen Eingaben und Mausklicks auf einfachste Weise einen Termin für die Autoreinigung direkt vor Ort buchen. Diese kann eigentlich an jedem beliebigen Ort erfolgen, egal ob Parkplatz, Parkhaus oder Straße. Sofort wird man während des Buchungsvorgangs über freie Termine informiert und kann komfortabel den persönlichen Wunschzeitpunkt auswählen. Angeboten wird der Service bereits jetzt in 13 großen Regionen innerhalb Deutschlands und die Tendenz ist steigend. Im Zuge der Buchung kann man übrigens auch exakt festlegen, welche Teile des Autos auf welche Weise und mit welchem Aufwand gereinigt werden sollen. Je nach Größe des Fahrzeuges und den gebuchten Leistungen beginnen die Angebote von MyCleaner bereits ab 19,99 Euro.

 

Die Reinigungsfachkräfte von MyCleaner kommen nun zum vereinbarten Einsatzort und bringen alles mit, was für die Fahrzeugreinigung benötigt wird. Diese erfolgt dabei nicht mit Wasser, sondern stattdessen mit speziell entwickelten Reinigungs-Fluids. Auf diese Weise erfolgt die Fahrzeugpflege besonders umweltfreundlich. Auch professionelle Staubsauger und Generatoren zur Stromerzeugung befinden sich im Gepäck der fleißigen Cleaner. Es wird also weder ein Strom- noch ein Wasseranschluss vor Ort benötigt.

 

Die bisherigen Stationen eines faszinierenden Start-ups

Die Idee für die Gründung von MyCleaner entstand unmittelbar aus einer Problematik heraus, die von den Initiatoren am eigenen Leib empfunden wurde. Als viel beschäftigte Menschen fehlte es nämlich Slawa Kister, Abdula Hamed, Mohamed Hamed, Natalia Kister und Dmitry Klimensky häufig selbst an Zeit und Gelegenheit für die regelmäßige Autopflege und so begann man im Team über mögliche Lösungen nachzudenken.

Die eigentliche Gründung erfolgte dann im Jahre 2011 zunächst aus Eigenmitteln. Schon kurz nach dem eigentlichen Start konnte sich das junge Unternehmen über erste Firmenkunden freuen und dabei gleichzeitig feststellen, dass sich Car-Sharing-Anbieter schnell zu einer ausgesprochen interessanten Zielgruppe entwickelten, die bis heute eine besonders wichtige Rolle spielt.

 

Zum weiteren Ausbau des Geschäftsmodells wurde im Jahr 2014 das Crowdfunding als Finanzierungsmethode genutzt. MyCleaner ging aus einem entsprechenden Projekt bei der Plattform Seedmatch erfolgreich hervor und konnte insgesamt fast 200.000 Euro von 250 verschiedenen Investoren einwerben.

Und wem Konzept und Gründer bereits bekannt vorkommen: Vielleicht kennen Sie das MyCleaner-Team ja von seinem Auftritt in der zweiten Folge von „Höhle der Löwen“ bei VOX im August 2014. Auch hier präsentierte das Start-up seine Geschäftsidee. Es gelang dabei sogar, innerhalb der Sendung einen Deal mit der Löwin Judith Williams auszuhandeln. Dieser wurde zwar nach der Sendung in beiderseitigem Einvernehmen wieder aufgelöst. Dennoch ist man nach wie vor in freundschaftlicher Verbindung zueinander und grundsätzlich an Kooperationen interessiert.

 

Fünf kluge Köpfe, gemeinsam auf dem Weg zum Erfolg

Als regelmäßiger Leser unserer Gründerstory wissen Sie, dass wir uns in diesem letzten Abschnitt intensiv mit der Frage beschäftigen, was die vorgestellten Unternehmen eigentlich erfolgreich gemacht hat. Schließlich sollen Ihnen unsere Ausführungen unter anderem auch als Anregung für eigene Gründungen dienen. Im Falle von MyCleaner können wir direkt mehrere Erfolgsfaktoren nennen.

Da ist zum einen natürlich die wirklich ausgezeichnete Geschäftsidee, die am Markt auf ein großes Interesse stößt und dabei sowohl für Privat- als auch für Firmenkunden interessant ist und darüber hinaus vor allem für Car-Sharing- Anbieter eine wichtige Rolle spielt. Da ist zum anderen die ausgesprochen schlanke und konsequente Umsetzung der Geschäftsidee, die sich auf wirklich Wesentliches beschränkt und sich dabei keine erkennbaren Fehler leistet. Hinzu kommt das geniale Konzept, die bei der Reinigung eingesetzten Spezialprodukte nicht nur zu verwenden, sondern auch im eigenen Online-Shop zum Kauf anzubieten und im Rahmen von sehr gut erstellten Videos exakt zu erklären, wie diese angewendet werden müssen. Alle drei Punkte zusammen ergeben ein Erfolgskonzept mit Langzeitwirkung.

 

Darüber hinaus gibt es aber einen weiteren wichtigen Faktor, der in den Persönlichkeiten der Beteiligten begründet. Das fünfköpfige Team agiert nämlich aus der fantastischen Situation heraus, dass alle wesentlichen Aufgaben innerhalb der Geschäftsleitung dargestellt werden können. Ob Finanzen und Investor Relations, Vertrieb, Kundenbetreuung und Kundenbindung, Rekrutierung und Ausbildung des Reinigungspersonals, Gestaltung und Umsetzung der Online-Plattform und der Medieninhalte oder Softwareentwicklung und Bereitstellung von Analysedaten: Slawa Kister, Abdula Hamed, Mohamed Hamed, Natalia Kister und Dmitry Klimensky erledigen diese entscheidenden Aufgaben in Eigenregie und haben es dadurch selbst in der Hand, ihr junges Unternehmen auf Erfolgskurs zu halten.

 

 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.