[Gründerstory] Lemonaid – was für ein fairer Saftladen

Die Supermärkte und Discounter stehen voll mit Getränken aller Art. Vor diesem Hintergrund ist die Frage, ob man wirklich noch einen weiteren Softdrink benötigt, absolut nachvollziehbar. Bei Lemonaid handelt es sich allerdings um weitaus mehr als nur ein Getränk. Was sich hinter dem außergewöhnlichen Geschäftskonzept der Limonaden- Manufaktur aus Hamburg verbirgt, erfahren Sie in der Gründerstory.


Alles andere als ein Saftladen: Lemonaid stellt die Getränkeindustrie auf den Kopf

Bei Lemonaid dreht sich auf den ersten Blick alles um Limonade. Schaut man ein wenig näher hin, dann erkennt man, dass es bei diesem Start-up aus Hamburg um weit mehr geht als nur um den Verkauf von Softdrinks. Neben drei verschiedenen Limonaden versorgt die Lemonaid Beverages GmbH, so die offizielle Firmierung unseres Start-ups, den Markt übrigens auch mit Eistee, der unter dem Markennamen ChariTea angeboten wird. Doch dazu später mehr. Konzentrieren wir uns zunächst einmal auf die herausragenden Merkmale der Produkte von Lemonaid.

 

Diese sind nämlich nicht nur ausgesprochen hochwertig und wohlschmeckend, sondern auch rein biologisch und werden darüber hinaus fair hergestellt. Außerdem fließt ein Teil der Erlöse unmittelbar in soziale und ökonomische Projekte. Mit einem Wort: Lemonaid engagiert sich in Bezug auf den sozialen Wandel. Werfen wir also gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen des Hamburger Start-ups, lernen die Gründer kennen, beschäftigen uns mit dem Geschäftsmodell und analysieren die entscheidenden Erfolgsfaktoren.

 

Am Anfang stand die WG-Küche

Alles hat in einer WG-Küche in Hamburg begonnen. Hier fanden unter den wachsamen Augen der späteren Gründer und Geschäftsführer Jakob Berndt, Paul Bethke und Felix Langguth die ersten Experimente in Sachen selbst hergestellter Limonade statt. Hierzu wurden Fruchtsäfte in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen mit Rohrzucker und Wasser vermischt, kritisch verkostet und schließlich im Freundes- und Bekanntenkreis angeboten, bis schließlich das optimale Rezept für eine hochwertige und wohlschmeckende Limonade gefunden war, die bis heute das Zentrum des Angebotssortiments von Lemonaid bildet. Das frühe Experimentieren spielte sich im Jahr 2008 ab. Ab 2009 erfolgte die Abfüllung der anspruchsvollen Erfrischungsgetränke dann in einem sorgfältig ausgewählten Bio-Betrieb.

 

Angeboten werden die Limonaden mittlerweile in drei verschiedenen Sorten. Die erste Kreation war die Geschmacksrichtung Limette. Im Jahr 2011 kam dann die Sorte Maracuja hinzu. Die jüngste Entwicklung aus dem Hause Lemonaid wird Butorange genannt und besteht aus den Direktsäften von Blutorangen aus Sizilien, Orangen aus Brasilien sowie Zitronen und Kirschen. Sämtliche Zutaten für die angebotenen Limonaden stammen übrigens von zertifizierten Kleinbauern-Kooperativen und entsprechen hohen Bio-Maßstäben. Lemonaid kauft die Rohstoffe zu fairen Konditionen ein und gewährt den Erzeugern damit höhere Preise als eigentlich üblich. Auf diese Weise können in den verschiedenen Herkunftsregionen wichtige und hilfreiche Projekte finanziert werden. Erhältlich sind die Limonaden von Lemonaid mittlerweile eigentlich in ganz Deutschland. Man findet sie unter anderem in Bioläden, in vielen Edeka-Filialen und in ausgewählten gastronomischen Betrieben. Auch per Internet lassen sich die fairen und frischen Softdrinks inzwischen beziehen. Ein entsprechendes Verzeichnis aller Bezugsquellen stellt Lemonaid auf seinen Internetseiten zur Verfügung.

 

Lemonaid und ChariTea: Eine spannende Doppelstrategie mit sozialer Kompetenz

Ein Blick auf die erweiterte Produktstrategie der Lemonaid Beverages GmbH zeigt, dass sich die Freude am kreativen Wortspiel nicht auf den Namen der angebotenen Limonaden beschränkt. Hier die Bezeichnung für Limonade mit dem Wort für Hilfe zu kombinieren, war ohne Frage bereits eine geniale Idee. Das Start-up ist aber am Markt mit einem weiteren Produktbereich vertreten. Dieser beschäftigt sich mit dem Thema Eistee und wurde sinnigerweise „ChariTea“ getauft. Damit erfuhr der Begriff „Charity“, also Wohltätigkeit, eine neue Schreibweise und damit einen direkten Bezug zu den angebotenen Produkten. Von den Erlösen beider Produkte wird ein eigener Förderverein finanziert.

 

Dieser nennt sich konsequenterweise „Lemonaid & ChariTea w.V.“ und hat sich die Durchführung von ganz verschiedenen sozialen Projekten auf die Fahnen geschrieben. Von jeder verkauften Flasche aus dem Sortiment der Lemonaid Beverages GmbH fließen 5 Cent unmittelbar in den Förderverein, der sich damit auf gemeinnützige Weise für nachhaltige Projekte in Paraguay, Sri Lanka, Mexiko und Südafrika engagiert. Unter www.lemonaid-charitea-ev.org stehen interessierten Besuchern viele Informationen über den Verein und seine konkrete Arbeit zur Verfügung. Bislang konnten übrigens bereits 1,2 Millionen Euro eingenommen und sinnvoll eingesetzt werden.

 

Tolle Getränke genießen und damit Gutes bewirken: Erfolgsfaktoren im Überblick

Wir wollen am Ende dieser Gründerstory natürlich auf die relevanten und entscheidenden Erfolgsfaktoren von Lemonaid zu sprechen kommen. Eines muss hierbei ganz klar sein. Egal wie sinnvoll, verantwortlich, wohltätig und nachhaltig ein Unternehmen auch agiert: Ein solches Konzept würde nie funktionieren, wenn das Produkt, das hinter der ganzen Idee steht, nicht von ausgezeichneter Qualität wäre. Schließlich gibt es viele Möglichkeiten, sich sozial zu engagieren, ohne dafür eine bestimmte Limonade zu kaufen.

Verbindet man beides, dann muss das Interesse der Kunden am angebotenen Getränk groß sein und dies erreicht man dauerhaft nur über Qualität. Genau dies ist Jakob Berndt, Paul Bethke und Felix Langguth mit Lemonaid gelungen. Beste Zutaten in zertifizierter Bio-Qualität, aufwendig entwickelte und erprobte Rezepturen und einwandfreie Herstellungsprozesse ohne Chemie schaffen ausgezeichnete Voraussetzungen für ein rundum gutes Produkt. Und da das Auge bekanntlich mit genießt, hat man sich in Hamburg auch mit der Gestaltung der Flaschen für Limonaden und Eistees größte Mühe gegeben und so besonders ansehnliche Getränke mit ausgeprägtem Style kreiert.

Das Produkt und seine Philosophie fallen bei kritischen und verantwortungsbewussten Verbrauchern auf fruchtbaren Boden. Noch mehr als das Prädikat Bio dürfte hierbei der konsequent faire Umgang mit den Erzeugern der gut ausgewählten Rohstoffe zählen. Diese Getränke kann man mit gutem Gewissen genießen, wohl wissend, dass man damit gleichzeitig sinnvolle und wichtige Projekte unterstützt und einen persönlichen Beitrag für eine bessere Welt leistet. So viel positives Engagement muss man einem Start-up allerdings auch glauben können. Und damit dies der Fall ist, haben sich die Gründer und Geschäftsführer von Lemonaid für eine konsequent transparente Unternehmenspolitik entschieden.

Ein Besuch auf den Internetseiten des Unternehmens versorgt Besucher und Kunden mit vielfältigen Informationen über das Start-up und seine Grundsätze, die Produkte und ihre Eigenschaften und über das soziale Engagement, die unterstützten Projekte und die konkreten Beweggründe für das ungewöhnliche Konzept. Wer sich intensiv mit den dargebotenen Inhalten beschäftigt, der wird keinen Zweifel daran hegen, dass man es hier mit einem authentischen, aufrechten und verantwortungsbewussten Unternehmen zu tun hat, das mit seinem hochwertigen Produkt einen ganz wesentlichen Beitrag zum sozialen Wandel leistet.

 


 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.