[Gründerstory] Hafervoll: Ein ungewöhnliches Produkt erobert die Märkte

Manche Unternehmen wurden gerade dadurch erfolgreich, dass sie vor allem mit einem einzigen Produkt in Verbindung gebracht werden. Wenn das Start-up Hafervoll eines Tages berühmt sein wird, dann wird man es ebenfalls mit nur einem Produkt in Verbindung bringen: Dem Müsliriegel. Dass dieser alles andere als eintönig ist, erfahren Sie in unserer Gründerstory.

Vom Müsliriegel zum Gründungserfolg

Wenn man den Firmennamen des Kölner Start-ups hört, das wir Ihnen heute vorstellen wollen, dann denkt man ganz automatisch an gesunde Ernährung. Mit dem Namen Hafervoll haben sich die beiden Gründer Philip Kahnis und Robert Kronekker für eine Bezeichnung entschieden, die Assoziationen in den Köpfen der Menschen erzeugt. Und verkehrt liegt man mit den ersten Ideen über das, was dieses Unternehmen wohl anbietet, nicht.

Es handelt sich im weitesten Sinne um Müsliriegel. Diese sind aber alles andere als gewöhnlich. Wir haben es nämlich mit Produkten zu tun, die über eine ganze Reihe von Alleinstellungsmerkmalen verfügen. Welche dies sind, was es mit dem Start-up Hafervoll auf sich hat, wie sich der bisherige Werdegang darstellte und welche Faktoren in diesem Fall zum Erfolg geführt haben, erfahren Sie in dieser Gründerstory.

Wir werfen gemeinsam mit Ihnen einen intensiven Blick hinter die Kulissen des jungen Unternehmens und beleuchten dort die Hintergründe. Wir lassen auch die Gründer zu Wort kommen und zeichnen ein vollständiges und nachvollziehbares Bild. Dieses Bild kann Ihnen als Vorlage und als Vorbild für eigene Gedankenspiele und Gründungsaktivitäten dienen.

Was bitte ist ein Flapjack?

Bevor wir richtig in die Vorstellung von Hafervoll einsteigen können, müssen wir zunächst einen wichtigen Begriff klären. Die beiden Gründer Philip Kahnis und Robert Kronekker würden sich nämlich dagegen wehren, wenn ihr Produkt als schnöder Müsliriegel bezeichnet wird. Im Unternehmen und auch gegenüber Kunden spricht man stattdessen von einem Flapjack.

In den USA versteht man unter einem Flapjack einen Pfannkuchen. Hier kommt man also in Bezug auf die Aufklärung über die Bezeichnung nicht weiter. Im britischen Englisch dagegen bezeichnet Flapjack eine Form von Haferkeks. Dieser wird traditionell aus wenigen Zutaten hergestellt und dann im Ofen frisch gebacken. Und genau so stellt sich auch die Zubereitung der Produkte von Hafervoll dar. Kein Wunder also, dass man diese als Flapjack und nicht als Müsliriegel bezeichnen sollte.

Gewöhnliche Müsliriegel werden übrigens gepresst. Der Flapjack von Hafervoll wird stattdessen schonend im Ofen gebacken. Er enthält ausschließlich natürliche Zutaten. Bei der Herstellung wird vollständig auf Chemie, Füllstoffe, künstliche Aromen, Farbstoffe, Geschmacksverstärker oder Konservierungsmittel verzichtet. Die Herstellung selbst erfolgt in liebevoller Handarbeit. Die Flapjacks werden auf Blechen ausgerollt und dann im Ofen gebacken. Die Flapjacks von Hafervoll gibt es aktuell in zehn verschiedenen Sorten.

Mittlerweile sind sie in vielen Geschäften in ganz Deutschland erhältlich. Man kann sie aber natürlich auch auf den Internetseiten von Hafervoll bestellen. Hier werden verschiedene Boxen mit 6, 10 oder auch 18 Flapjacks angeboten. Dabei kann man sich für sortenreine Varianten entscheiden, oder Sets mit verschiedenen Geschmacksrichtungen wählen. Erhältlich sind außerdem verschiedene Müslimischungen, vegane Proteine und Gutscheine. Im Mittelpunkt des Sortiments steht aber eindeutig der Flapjack.

Beeindruckende Erfolgsmeldungen folgen einander auf dem Fuß

Die Gründungsgeschichte von Hafervoll beginnt im Jahr 2013. Philip Kahnis und Robert Kronekker lernten sich bei einem Unternehmen für Sportnahrung kennen und entwickelten gemeinsam im Laufe der Zeit den Plan, eine neue Version des Müsliriegels zu erfinden und zu verkaufen. Hierzu wurden zunächst natürlich jede Menge Experimente in der heimischen Küche unternommen, bis schließlich eine Rezeptur zustande kam, die beiden Gründern gefiel.

Nun ging es an die Erstfinanzierung und hierzu entschieden sich Philip Kahnis und Robert Kronekker für die Crowdfunding- Plattform Startnext. Innerhalb von drei Monaten konnten ab Juni 2013 die bescheiden anmutenden 9.999 Euro Startkapital eingeworben werden. Im Anschluss daran suchte sich das junge Team einen Business Angel, der den weiteren Aufbau finanzieren würde.

Ein solcher wurde in Form der Food Angels auch bereits im Jahr 2013 gefunden. Nun konnte gemeinsam die Hafervoll GmbH in Köln gegründet werden. Bereits im Januar 2014 fand sich ein erster EDEKA Markt bereit, die Flapjacks des jungen Unternehmens zu verkaufen. Schon nach kurzer Zeit folgten weitere Listungen bei Globus und Combi. Zu einem spektakulären Deal kam es im Jahr 2015, als die Drogeriekette Rossmann sich dazu entschied, die Flapjacks von Hafervoll in insgesamt 1.200 Filialen anzubieten.

Dies nehmen Philip Kahnis und Robert Kronekker zum Anlass, die Verpackung der Flapjacks zu überarbeiten und professioneller zu gestalten. Im Mai 2015 gewinnt Hafervoll den Innovationspreis des Symposiums Feines Essen und Trinken. Und im Sommer 2015 wird bereits der einmillionste Flapjack gebacken. Schon im Jahr 2016 belegt Hafervoll im Bereich Supermärkte und Drogerie nach Nielsen mit den Flapjacks den dritten Platz. Ab 2017 wird das Sortiment um Riegel mit besonders hohem Protein-Anteil erweitert. Außerdem erweitern die Gründer die Distribution um Österreich und die Schweiz. Im August 2017 kommt es zu einer weiteren Ergänzung des Sortiments: Hafervoll bietet jetzt einen veganen Flapjack in der Geschmacksrichtung Cranberry-Kakao an.

Die Flapjacks von Hafervoll sind vor allem authentisch

Vielleicht geht es Ihnen auch so: Man liest etwas über Hafervoll, über Philip Kahnis und Robert Kronekker und über die Flapjacks und will das Produkt eigentlich sofort probieren. Dies ist ein eindeutiges Kennzeichen dafür, dass die Gründer in diesem Fall eine ganze Menge Dinge richtig umgesetzt haben. Man spürt einfach, dass es sich um ein authentisches und ehrliches Produkt handelt und man hat sofort die Empfindung, dass hier ein sympathisches Unternehmen voll und ganz hinter dem eigenen Produkt steht.

Aber auch in Bezug auf die Entwicklung des Start-ups ist bei Hafervoll vieles genau richtig gelaufen. Dies beginnt bei der vergleichsweise bescheidenen Startfinanzierung per Crowdfunding, geht über die Entscheidung für eine Kooperation mit den Food Angels und reicht hin bis zu den sehr erfolgreichen Bemühungen, in wirklich wichtigen Läden in Deutschland, Österreich und der Schweiz gelistet zu sein. Auch hinsichtlich der recht überschaubaren Sortenvielfalt lässt sich kein Kritikpunkt finden. Trotz weniger Sorten ist für jeden etwas dabei und es kommt zumindest nicht zu der Situation, dass man sich nicht für ein Produkt entscheiden kann. Die Geschichte von Hafervoll wird in jedem Fall spannend bleiben.

 


 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.