[Gründerstory] Foodguide: Tinder für Essen

Sie gehen davon aus, dass der Markt in Bezug auf die sozialen Netze bereits so stark besetzt ist, dass man hier als Start-up ohnehin keine Chance hat, sich mit einem neuen Konzept zu positionieren? Weit gefehlt. Unsere Gründerstory zeigt Ihnen am Beispiel von Foodguide aus Hamburg, wie man in diesem Bereich mit der passenden Idee erfolgreich punkten kann.


 

Diese App führt zu den besten Speisen in aller Welt

Wenn wir im Zusammenhang mit Foodguide vom „Tinder für Essen“ sprechen, dann treten wir damit garantiert niemandem zu nahe. Dieser Vergleich stammt nämlich von Malte Steiert selbst, der die Foodguide APP UG (haftungsbeschränkt) aus Hamburg zusammen mit Co-Founder Nico Pliquett gegründet hat. Im Mittelpunkt steht bei dem Start-up der Wunsch, Menschen zu besserem Essen zu verhelfen. Hierzu dreht sich alles um leckere Gerichte aus diversen Restaurants, die von Usern der App per Fotografie eingestellt werden. Damit ist bereits einer der ganz wesentlichen Unterschiede zwischen Foodguide und vielen ähnlichen Plattformen genannt. Hier geht es nämlich hauptsächlich um Gerichte und weniger um die einzelnen Restaurants. Was ansonsten das Konzept des Hamburger Start-ups auszeichnet, welche Meilensteine es bisher absolvieren konnte und welches die entscheidenden Erfolgsfaktoren sind, das erfahren Sie in der folgenden Gründerstory.

Ein ganzheitlicher Ansatz in jeglicher Hinsicht

Foodguide präsentiert sich seinen Anwendern als App, die sowohl für iOS als auch für Android verfügbar ist und kostenlos heruntergeladen werden kann. Die Internetseite des Start-ups bietet lediglich allgemeine Informationen. Ohne die App ist das Angebot nicht zu nutzen, was verständlich ist, wenn man sich die Funktionen näher anschaut.

Die Foodguide App funktioniert aus der Sicht des Users ganz einfach. Sie präsentiert sich dem Anwender als eine Art von sozialem Netzwerk, in dem sich alles um Locations dreht, bei denen man an gutes Essen gelangen kann. Entsprechend werden Restaurants in der direkten Umgebung angezeigt. Gefiltert wird dabei nach verschiedenen Kriterien. Zum einen werden die von Freunden und Bekannten empfohlenen Gerichte verstärkt angezeigt. Zum anderen sammelt die App Informationen über die eigenen Vorlieben. Dies geschieht auf denkbar einfache Weise. Der Anwender bekommt immer wieder Fotos von Gerichten zu sehen und reagiert auf diese durch einfache Fingerbewegungen. Wischt er nach links, dann bringt er damit zum Ausdruck, dass ihm das Gericht gefällt. Ein Wischen nach rechts zeigt dagegen an, dass man auf diese Speise eher verzichten könnte.

Im Laufe der Zeit lernt der Foodguide seinen Nutzer immer besser kennen und bietet ihm daher noch besser zutreffende Vorschläge. Diese sind übrigens in vielen Fällen mit weiteren Optionen verbunden. So kann man bestimmte Gerichte zum Beispiel unmittelbar bestellen oder in den jeweiligen Restaurants per Smartphone direkt einen Tisch reservieren. Lange muss man hier übrigens nicht studieren. Die Foodguide App bevorzugt grundsätzlich das einfache Foto. Malte Steiert und Nico Pliquett sind davon überzeugt, dass ein Bild deutlich mehr sagt, als 1000 Worte.

 

Schritt für Schritt aus dem eigenen Cashflow gegründet

Begonnen hat eigentlich alles mit einem Auslandsaufenthalt des späteren Gründers Malte Steiert. Dieser stammt aus einem kleineren Dorf und hatte schon von Kindheit an einen besonderen Bezug zu gutem und vor allem natürlichen Essen entwickelt. Als Malte ein Auslandssemester in Bangkok verbrachte, wurde er mit der Essenskultur Südostasiens konfrontiert und war auf Anhieb begeistert davon. Essen ist in Thailand der zentrale Drehund Angelpunkt der ganzen Gesellschaft und steht absolut im Mittelpunkt. Die Menschen definieren sich über das Essen und zelebrieren die gemeinsame Aufnahme von Speisen. Zurückgekehrt nach Deutschland versuchte Malte Steiert, das Erlebte auch hierzulande zu kultivieren. Er scheiterte aber daran, dass er es als sehr schwierig empfand, auf die Schnelle an gute und aussagekräftige Informationen über in direkter Nähe erhältliche Speisen zu gelangen.

So entstand die erste Idee zu Foodguide und gemeinsam mit Co-Founder Nico Pliquett stieg Malte Steiert nun unmittelbar in die aufwendige Programmierung der App ein. Hierbei wurde kein fremdes Kapital in die Hand genommen. Stattdessen erfolgten Gründung und Aufbau des Start-ups aus dem Cashflow. Schnell wurde deutlich, dass es bei diesem Geschäftsmodell vor allem auf Internationalisierung ankäme. Entsprechend engagierten sich die Gründer vor allem im nordamerikanischen Raum und sammelten hier wichtige Erfahrungen mit der dortigen Internet-Branche.

Foodguide ist in jedem Fall auf Wachstumskurs und wird von immer mehr Usern genutzt. Und an Ideen mangelt es dem jungen Gründerteam dabei auch nicht. Malte Steiert kann sich gut vorstellen, das Grundprinzip von Foodguide künftig auf andere Lebensbereiche auszudehnen. Hierbei könnte es sich zum Beispiel um die Themen Urlaub, Hotel, Drinks, Clubs oder Veranstaltungen handeln. Wichtig dabei: Um die Authentizität zu erhalten, muss auch bei künftigen Entwicklungen der Content immer von den Usern selbst stammen.

 

Authentizität ist Trumpf: Die Erfolgsfaktoren von Foodguide in der Übersicht

Authentizität ist mit Sicherheit das wichtigste Stichwort, wenn man sich mit der Frage beschäftigt, was Foodguide eigentlich erfolgreich macht. Wer die App nutzt, der weiß ganz genau, dass aller Content immer von gleichgesinnten Nutzern und weder von Gastronomen noch von Redakteuren stammt. Hierbei stehen Bilder grundsätzlich im Mittelpunkt. Ein Foto zeigt sehr schnell, was der Benutzer mit einem Angebot verbindet und muss nicht erst lange interpretiert werden.

Ein weiterer Erfolgsaspekt ist die konsequente Konzentration auf die Gerichte. Das Team von Foodguide ist der Auffassung, dass jemand, der eine einzelne Speise in einem Restaurant zu sich genommen hat, nicht zwangsläufig das ganze Lokal bewerten kann. Also beschränkt man sich darauf, dass die User das teilen und bewerten, was sie wirklich kennen, nämlich das konkrete Gericht. Die Betrachtung der zahlreichen Fotos von köstlichen Speisen macht Appetit und bietet tolle Inspirationen. Auf diese Weise stellt die App von Foodguide auch ein gutes Stück an Entertainment dar.

Nicht zuletzt haben es die Gründer frühzeitig verstanden, auf Internationalisierung zu setzen. Schließlich wollen sie ihre User nicht nur im Wohnumfeld begleiten, sondern auch dann, wenn sich diese gerade auf Reisen befinden. Ganz nebenbei erobert man auf diese Weise die internationalen Märkte natürlich gleich mit. Angesichts des Engagements, des Ideenreichtums und des bisherigen Erfolges braucht man sich um dieses Start-up garantiert keine Sorgen zu machen. Von Malte Steiert und Nico Pliquett wird man in Zukunft mit Sicherheit noch eine ganze Menge zu hören bekommen.

 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.