[Gründerstory] Feuerwear – Upcycling als einzigartiges Erfolgskonzept

Beim Upcycling dreht sich alles darum, aus Abfällen oder anscheinend nutzlosen Materialien neue Waren herzustellen. Diese Besonderheit besteht also darin, den Wert des Ausgangsmaterials eindeutig zu steigern. Und genau dieser Vorgang steht im Mittelpunkt des Start-ups Feuerwear aus Köln, das wir Ihnen in unserer aktuellen Gründerstory ausführlich vorstellen wollen.

 

Aus alt mach neu: Feuerwehrschläuche als Basis für angesagte Produkte

Das Logo ist einfach und eingängig und der Firmenname erlaubt eine ganze Reihe von originellen Slogans und witzigen Zusammenhängen: Ein erster Blick auf den „Feuerwear“-Schriftzug reicht im Prinzip bereits aus, um zu verstehen, dass es sich hier um eine kreative Marke und eine außergewöhnliche Geschäftsidee handelt. Martin und Robert Klüsener produzieren in Köln hochwertige Taschen und Accessoires. Und da dieser Produktbereich allein noch keine sonderliche Attraktion wäre, schlugen die beiden Jungunternehmer konsequent den Weg des Upcycling ein.

 

Die angebotenen Produkte werden nämlich aus ausgedienten Feuerwehrschläuchen gefertigt und erhalten auf diese Weise nicht nur eine spannende Vorgeschichte, sondern auch einzigartige Materialeigenschaften. Was es mit der Feuerwear aus Köln auf sich hat, wer hinter der cleveren Geschäftsidee steckt, welche Meilensteine das Start-up bereits absolviert hat und welche entscheidenden Faktoren zum großen Erfolg geführt haben, erfahren Sie in unserer aktuellen Gründerstory.

 

Jedes Stück ein Unikat: Bei Feuerwear wird Individualität groß geschrieben

Die Internetseiten von Feuerwear präsentieren sich dem interessierten Besucher eigentlich als gut strukturierter Online-Shop mit vielen interessanten Informationen rund um die angebotenen Produkte. Hierbei handelt es sich vorrangig um Taschen und Accessoires, wie Portemonnaies, Gürtel, Schlüsselanhänger, Schreibmappen sowie Hüllen und Cases für Smartphones und Tablets. Alle angebotenen Produkte stammen aus der hauseigenen Produktion und machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Das wäre allerdings noch nicht weiter erwähnenswert, würde es sich beim Ausgangsmaterial für die verschiedenen Kreationen nicht um ein ganz besonderes Material handeln. Jedes einzelne Stück wird nämlich aus gebrauchtem Feuerwehrschlauch hergestellt. Dieser Rohstoff besteht an der Außenseite aus hochfestem Polyestergarn und im Innern aus widerstandsfähigem Gummi.

 

Was man in diesem Zusammenhang wissen muss: Feuerwehrschläuche werden nach jedem einzelnen Einsatz auf eventuelle Schäden geprüft und werden augenblicklich ausgemustert, wenn sie auch nur die kleinste Verletzung aufweisen. Das Team von Feuerwear verhilft den Druckschläuchen nun zu einem zweiten Leben. Natürlich wird das Material vor der weiteren Verarbeitung erst einmal gründlich gewaschen, getrocknet und aufbereitet. Allerdings behalten die einzelnen Schlauchstücke, die später zu Taschen und Accessoires verarbeitet werden, ihre individuellen Merkmale. Hierbei kann es sich um Spuren der harten Einsätze im Feuerwehralltag ebenso handeln wie um charakteristische Aufdrucke von Typenbezeichnungen oder Schlaucharten.

 

Da diese Merkmale auch nach der sorgfältigen Verarbeitung erhalten bleiben, entstehen bei Feuerwear ausschließlich Unikate. Und damit es nicht dem Zufall überlassen bleibt, mit welchen individuellen Eigenarten das künftige Lieblingsprodukt ausgestattet ist, kann sich jeder Kunde anhand von reichhaltigen Abbildungen tatsächlich für sein persönliches Unikat entscheiden. Einmal im Jahr erlebt das ohnehin schon reichhaltige Sortiment eine entscheidende Aufwertung. Dann werden nämlich im Rahmen der Sonder-Edition „Lightline“ die vergleichsweise geringen Bestände von Schläuchen in auffälligen Signalfarben in ganz besondere Produkte verwandelt. Hier muss man sich als interessierter Kunde allerdings sehr beeilen, da diese Kollektion im Handumdrehen vergriffen ist und man ein ganzes Jahr warten muss, bis Nachschub zur Verfügung steht.

 

Ein außergewöhnliches Konzept erobert den Markt mit Bravour

Gegründet wurde Feuerwear ursprünglich zunächst als Alleingang des Designers und Bekleidungstechnikers Martin Klüsener. Im Jahr 2009 schloss sich sein Bruder Robert an und man wandelte das Start-up gemeinsam in die Feuerwear GmbH & Co. KG um. Hier ist Martin nach wie vor hauptsächlich für die Kollektion und ihre Produktion zuständig, während sich Robert eher mit kaufmännischen Themen und der Vermarktung beschäftigt. Das ungewöhnliche Konzept ist dabei eindeutig aufgegangen. Allein innerhalb der vergangenen drei Jahre wurden in dem Kölner Unternehmen rund 100.000 Meter Feuerwehrschlauch verarbeitet.

Martin Klüsener, Gründer und kreativer Kopf von Feuerwear, hatte bereits in seiner Kindheit ein ausgeprägtes Interesse am textilen Gestalten. Daher stand früh fest, dass auch sein beruflicher Werdegang in eine entsprechende Richtung gehen sollte. Erste Experimente in Sachen Taschenherstellung wurden dabei übrigens mit Segeltuch, LKW-Plane und sogar Kaffeesäcken unternommen, bis die Wahl schließlich auf den Feuerwehrschlauch fiel. Die Prototypen entstanden noch im elterlichen Keller, bis schließlich die ersten professionellen Strukturen gebildet wurden.

 

In diesem Jahr erlebte Feuerwear bereits das zehnjährige Jubiläum. Das Interesse an den angebotenen Produkten, die sich sowohl durch ihre Originalität als auch durch die hohe Material- und Verarbeitungsqualität auszeichnen, ist seitdem ungebrochen. Interessant in diesem Zusammenhang: Da die Produkte von Feuerwear konsequent auf den Einsatz von tierischen Materialien verzichten, dies ist im Bereich Taschen und Accessoires keinesfalls selbstverständlich, wurde das Start-up mit dem begehrten PETA Approved Vegan Award ausgezeichnet.

 

Die Erfolgsfaktoren: Eine konsequente Geschäftsidee mit hohen Ansprüchen

Mitunter besteht unsere Aufgabe bei der Vorstellung von Unternehmen im Rahmen unserer monatlichen Gründerstory darin, eine komplizierte Geschäftsidee in ihre einzelnen Bestandteile herunterzubrechen, um auf einfache Weise zu erklären, was eigentlich den außergewöhnlichen Erfolg eines jungen Unternehmens kennzeichnet. Bei Feuerwear liegt der Fall allerdings ganz anders, da das eigentliche Geschäftskonzept kein bisschen kompliziert, sondern eher sehr einfach ist. Überzeugt hat uns dabei vor allem die Grundidee, die Konsequenz, mit der hier Upcycling praktiziert wird, die umwerfende Individualität der angebotenen Produkte und natürlich deren außergewöhnliche Gestaltung und hochwertige Verarbeitung. Aber gehen wir der Reihe nach vor:

 

Viele Unternehmen versuchen sich heute unter dem Stichwort Upcycling zu inszenieren, da ein nachhaltiger und achtsamer Umgang mit Ressourcen zunehmend im Trend liegt. Aber nur selten gelingt es, dass ein tatsächliches Abfallprodukt nicht nur nebensächlich in die Produktion einbezogen wird, sondern den entscheidenden Mittelpunkt einer Geschäftsidee bildet. Und genau das ist bei Feuerwear der Fall. Die angebotenen Produkte bestehen zum Großteil aus Feuerwehrschläuchen, die auf dem Müll gelandet wären, hätte man sie nicht zu Taschen und Accessoires verarbeitet. Und damit nicht genug. Die Verarbeitung ist so hochwertig und robust, dass es sehr lange dauern wird, bis die ersten Feuerwear-Produkte ihrerseits zu Abfall werden. Es handelt sich also um einen doppelt nachhaltigen Ansatz, der bei den Kunden verdientermaßen sehr gut ankommt.

 

Eine wichtige Rolle in Bezug auf den Erfolg des Start-ups aus Köln spielt darüber hinaus mit Sicherheit die konsequente Ausrichtung auf Unikate. Jeder Kunde erhält ein einzigartiges Stück. Dieses kann er sich im eigenen Online-Shop persönlich aus einer großen Zahl von Modellen aussuchen. Jeder Online-Händler kann wohl ermessen, wie aufwendig es ist, individuelle Produkte einzeln zu fotografieren, zu beschreiben, in den Shop einzustellen und separat zu versenden.

 


 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.