[Gründerstory] Die Welt dreht sich um Reis. Hier zumindest. Reishunger.de im Portrait.

Es gibt mit Sicherheit spannendere und aufregendere Produktbereiche als die Grundnahrungsmittel des alltäglichen Bedarfs. Und dennoch ist es dem Start-up Reishunger aus Bremen gelungen, Millionenumsätze mit dem Verkauf von Reis zu erzielen. Wie das funktioniert, wie sich der Werdegang des Unternehmens gestaltete und welche Faktoren für den Erfolg verantwortlich sind, erfahren Sie in unserer Gründerstory.


Der Handel mit alltäglichen Produkten als Erfolgskonzept

Wer die Internetseiten von Reishunger besucht, der erhält ziemlich genau das, was er angesichts des Firmennamens erwartet: Im Web-Shop des Start-ups aus Bremen dreht sich alles um qualitativ hochwertigen Reis, das passende Zubehör, kulinarisch anspruchsvolle Zutaten, ausgefallene Rezeptideen und das geballte Fachwissen rund um eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Welt. Sohrab Mohammad und Torben Buttjer haben das Unternehmen im Jahr 2011 gegründet und feiern seitdem einen Erfolg nach dem anderen. Was den Besucher im Shop von Reishunger konkret erwartet, wie sich der bisherige Werdegang des sympathischen Startups bisher gestaltet hat, welches Finanzierungskonzept hinter dem Unternehmen steht, wie es den Gründer in der „Höhle der Löwen“ ergangen ist und welche entscheidenden Faktoren zum Erfolg geführt haben, erfahren Sie in unserer aktuellen Gründerstory.

 

Ein rundes Konzept: 22 Sorten Reis, nützliches Zubehör und tolle Rezepte

Im Falle dieses Start-ups ist der Name eindeutig Programm. Wer sich auf die Seiten von Reishunger begibt, der wird in jedem Fall Appetit auf dieses außergewöhnlich vielseitige Getreidekorn entwickeln und ganz nebenbei eine ganze Menge über ein anspruchsvolles Nahrungsmittel erfahren, das in deutschen Küchen leider viel zu häufig ein eher trauriges und eintöniges Dasein fristet. Im Zentrum des Lieferprogramms stehen über 20 verschiedene Reissorten aus vielen Regionen der Welt. Ausführliche Beschreibungen der einzelnen Angebote vermitteln viel interessantes Hintergrundwissen und machen neugierig auf Sorten, die man bisher noch nicht ausprobiert hat. Ergänzt wird das Hauptsortiment durch eine gute Auswahl an Linsen, Bulgur, Quinoa und Hirse. Ebenso werden Gewürz-Mixe, Reiskocher, Stäbchen oder Schälchen angeboten.

 

Eine eigene Kategorie im Shop beschäftigt sich mit Sushi und bietet interessierten Kunden alles, was Sie benötigen, um das japanische Gericht in hoher Qualität selbst herstellen zu können. Weitere Rubriken beschäftigen sich mit Curry, Risotto oder Pseudogetreide. Darüber hinaus hält Reishunger für seine Kunden eine Reihe von Probierboxen mit verschiedenen Sorten Reis bereit, stellt jede Menge Rezepte zur Verfügung und vermittelt viel interessantes und spannendes Fachwissen.

 

Am Anfang stand das schlechte Essen in der Mensa

Der Impuls zur Gründung eines eigenen Unternehmens entsteht bekanntlich häufig aus einer nebensächlichen Begebenheit, einer alltäglichen Situation, einem kleinen Ärgernis oder einer unscheinbaren Beobachtung. In dieser Hinsicht bilden die Reishunger GmbH aus Bremen und ihre beiden Gründer Sohrab Mohammad und Torben Buttjer keine Ausnahme. Alles begann im Jahr 2010 beim unvermeidlichen Besuch der Uni-Mensa. Hier entstand nämlich die Idee zum späteren Unternehmen, als wieder einmal der pappige und wenig attraktiv schmeckende Reis serviert wurde. Heute erinnern sich die Gründer noch immer an ihre damalige Reaktion: „Wir fragten uns, warum eigentlich Reis in Deutschland immer nach nichts schmecken muss“, so Sohrab Mohammad.

 

Ab diesem Zeitpunkt wurde konzipiert, geplant und vorbereitet und bereits zu Beginn des Jahres 2011 konnten das Unternehmen gegründet und der eigene Web-Shop für guten Reis aus aller Welt gestartet werden. 2012 stellten die beiden Gründer ihren ersten Angestellten ein und erweiterten das Reissortiment kräftig. In den nächsten Jahren wurde das Lieferprogramm zunächst um Rezeptboxen und später um Produkte wie Reiskocher oder Reisgläser erweitert. Noch größere Bekanntheit erlangte das Unternehmen durch einen Auftritt im Vox-Format „Die Höhle der Löwen“ im September 2016. Heute beschäftigen Sohrab Mohammad und Torben Buttjer rund 70 Mitarbeiter und haben ihr Unternehmen auf eine Gesamtfläche von fast 2.000 Quadratmetern ausgedehnt.

 

Auf wirtschaftlicher Ebene hat sich das Start-up von Beginn an autonom aufgestellt. Begonnen haben die Gründer mit privatem Kapital, leicht angereichert mit einer kleinen Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung Bremen. Das erste Jahr verlief dann leicht defizitär. Aber schon ab dem zweiten Geschäftsjahr konnten deutliche Gewinne erzielt werden. Heute können Sohrab Mohammad und Torben Buttjer einen jährlichen Millionenumsatz vorweisen. Entsprechend ehrgeizig waren die Investitionsziele, die Reishunger beim Auftritt vor den „Vox Löwen“ benannten. 450.000 Euro sollten nach der Einschätzung der jungen Unternehmer für einen Anteil in Höhe von 5 Prozent fließen. Ein Deal kam angesichts dieser Wünsche nicht zustande. Einen wahren Bestellansturm konnte das Start-up nach der Ausstrahlung aber dennoch verzeichnen. Und vielleicht lag hierin auch die eigentliche Intention bei der Teilnahme an dem TV-Format. Immerhin stand pünktlich zur Sendung im Reishunger Online-Shop eine Kennenlernbox mit den beliebtesten Produkten aus dem Sortiment zur Verfügung, die mit einem „fetten Löwenrabatt“ ausgestattet war und entsprechend häufig geordert wurde.

 

Welches sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren?

Es kann kein Zweifel daran bestehen: Bei Reishunger handelt es sich ganz eindeutig um ein erfolgreiches Start-up und es gibt sehr konkrete Gründe und Faktoren, die diesen Erfolg ermöglicht haben. Alles beginnt zunächst einmal mit der konsequenten Konzentration auf ein klar definiertes Thema. Jeder Besucher entwickelt alleine vor dem Hintergrund des Namens des Unternehmens bereits eine Vorstellung vom Angebot, die nicht enttäuscht wird. Die Köpfe hinter Reishunger haben sich vor allem intensiv mit der Auswahl und dem Einkauf ihrer Waren beschäftigt. An die überwiegend aus biologischem Anbau stammenden Reissorten werden in Sachen Sensorik und Geschmack sehr hohe Anforderungen gestellt. Der Einkauf erfolgt dabei unmittelbar bei den Erzeugern. Der Zwischenhandel wird auf diese Weise konsequent umgangen. Dies sorgt nicht nur für sehr gute Einkaufskonditionen. Es macht die Herkunft der einzelnen Sorten auch zu einer ausgesprochen authentischen Angelegenheit.

Auf der Suche nach den entscheidenden Erfolgsfaktoren darf man auf keinen Fall die gekonnte Umsetzung unerwähnt lassen. Die Plattform von Reishunger bietet eine gelungene Kombination aus Web-Shop, Wissensvermittlung und Ideenbörse für Rezepte. Sohrab Mohammad und Torben Buttjer sind damit als Botschafter für Reis. Was also 2011 mit der Unzufriedenheit angesichts des schlechten und oft gedankenlosen Umgangs mit einem so schmackhaften, wertvollen und vielseitigen Nahrungsmittel wie Reis begann, ist mittlerweile zu einer erfolgreichen Mission geworden. Wenn heute immer mehr Menschen in Deutschland einen ganz anderen Umgang mit Reis pflegen, dann trägt das Start-up aus Bremen in jedem Fall einen deutlichen Anteil daran.

 

 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.