[Gründerstory] Die Local-Shopping-Plattform Locafox im Portrait

Schon seit Jahren lässt sich im Einzelhandel eine deutliche Bewegung vom lokalen Handel zum E-Commerce beobachten. Für viele stationäre Händler ist es alles andere als einfach, diesem Trend etwas entgegenzusetzen. Das Start-up Locafox stellt mit seiner Plattform eine Verbindung zwischen der Online- und der Offline-Welt her und ergänzt die Handelslandschaft um eine interessante Komponente.


Locafox sieht sich als Alternative zu Amazon & Co.

Eine aktuelle PwC-Studie von Ende 2015 belegt, dass 64 Prozent der deutschen Konsumenten sich online informieren, bevor sie stationär einen Kauf tätigen. Diese Verhaltensweise bezeichnen Handelsexperten als ROPO. Die Abkürzung steht dabei für „Research Online, Purchase Offline“. Ergänzend hierzu hat Google vor einiger Zeit herausgefunden, dass 80 Prozent der Verbraucher Suchmaschinen einsetzen, um lokale Informationen zu finden und dabei vor allem nach der Verfügbarkeit von Produkten, nach Öffnungszeiten und dem Standort von lokalen Einzelhändlern suchen. Hinzu kommt eine weitere entscheidende Erkenntnis: Die Hälfte der Konsumenten, die im Internet eine lokale Recherche durchführen, besuchen das damit verbundene Geschäft noch am selben Tag.

Die nüchternen Daten und Fakten über das Verbraucherverhalten zeigen dabei eines ganz deutlich: Der aufgeschlossene Kunde von heute wünscht sich eine sehr enge Verbindung zwischen dem Internet auf der einen und dem stationären Handel auf der anderen Seite. Und genau an dieser Stelle kommt das Start-up ins Spiel, das wir Ihnen im Rahmen unserer aktuellen Gründerstory vorstellen möchten. Lernen Sie gemeinsam mit uns Locafox kennen, einen innovativen Marktplatz im Netz, der Konsumenten mit lokalem Bezug seit 2013 ein Zuhause bietet. Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen eines Start-ups werfen, das eindeutig die Zeichen der Zeit erkannt hat und dessen Geschäftsidee sämtliche Voraussetzungen erfüllt, die für einen durchschlagenden Erfolg erforderlich sind.

 

Viele Köche verderben nicht zwangsläufig den Brei

Insgesamt 5 Gründer haben Locafox im Jahr 2013 in Berlin aus der Taufe gehoben und beschäftigen mittlerweile 50 Mitarbeiter aus 15 verschiedenen Nationen in ihrem Start-up. Angesichts der großen Anzahl an Gründern kann man sich hier natürlich fragen, ob nicht das alte Sprichwort, wonach viele Köche den Brei verderben, auf Locafox zutreffen könnte. Die eindeutige Antwort lautet allerdings „Nein“. Die große Bandbreite an Gründerpersönlichkeiten dürfte hier wohl eher Bestandteil der Erfolgsrezeptur sein.

Mit Karl Josef Seilern steht dem Gründerteam ein CEO vor, der zuvor als Geschäftsführer von Rocket Internet Korea viele einschlägige Erfahrungen in der Internetbranche sammeln konnte und der unter anderem bei der internationalen Expansion von Unternehmen wie Wimdu oder Groupon eine entscheidende Rolle spielte. Auch Gründerkollege und CMO Fabian Friede stammt von Rocket Internet und war hier als Global Head of Conversion Optimization in verantwortlicher Position tätig. Lukas Zels sammelte seine ersten Erfahrungen als Gründer bei Kaymu in Nigeria. Hierbei handelt es sich um eine afrikanische Version von eBay. Bei Locafox bekleidet er die Position des CFO und profitiert vor allem von seiner Berufserfahrung im internationalen Bereich. Ergänzt wird das Gründerteam von Rob Morgan und Michael Wendt. Während Rob zuvor als Chefentwickler der australischen Modeplattform THE ICONIC tätig war, beschäftigte sich Michael nach einer Tätigkeit in der Technologieabteilung von Daimler mit dem Aufbau seines eigenen Unternehmens Papersmart, bevor er zu Locafox stieß.

Man kann angesichts der Besetzung dieser Fünfergruppe deutlich erkennen, wie hier berufliche und fachliche Kenntnisse und Expertise in den unterschiedlichsten Bereichen zu einem interessanten Gesamtkonzept gemischt wurden. In diesem Fall hat die Vielfalt der Persönlichkeiten ganz offensichtlich keine schädlichen Auswirkungen gehabt, sondern zum Erfolg beigetragen.

 

Produkte des lokalen Einzelhandels online entdecken

Das geschäftliche Konzept von Locafox gliedert sich in zwei Bereiche, die einander optimal ergänzen. Auf der einen Seite betreibt das Start-up einen Marktplatz, der seinen Besuchern verfügbare Produkte in der unmittelbaren Nähe anzeigt und der mit vielen Recherche- und Filterfunktionen ausgestattet ist. Auf der anderen Seite stellt Locafox kleinen und mittleren Händlern ein spezialisiertes POS-System zur Verfügung, das nicht nur alle erforderlichen Aufgaben in Sachen Kasse, Warenwirtschaft und Unternehmensführung übernimmt, sondern die stationären Händler auch unmittelbar mit dem Internet verbindet und dafür sorgt, dass deren Produkte von Online-Kunden entdeckt und gekauft werden können. Bislang ist Locafox in Berlin, Hamburg, Köln, München, Leipzig, Dortmund, Bochum und Bielefeld aktiv und unterhält hier Geschäftsbeziehungen mit rund 500 verschiedenen Kooperationspartnern.

Der Suchprozess erfolgt für den Konsumenten auf ausgesprochen einfache und rein intuitive Weise. Hierbei besteht sowohl die Möglichkeit, gezielt nach bestimmten Produkten zu suchen als auch in den verschiedenen Kategorien zu stöbern. Außerdem kann man sich auch alle in der Nähe liegenden Geschäfte anzeigen lassen, die mit ihren Produkten bereits bei Locafox vertreten sind. Hat man auf diesem Wege ein interessantes Angebot entdeckt, dann lässt sich per Mausklick dessen Verfügbarkeit vor Ort checken. Ebenso werden die Standorte und die Öffnungszeiten der jeweiligen Händler angezeigt. Außerdem lassen sich Produkte innerhalb von Sekunden reservieren und können dann später einfach im Geschäft abgeholt werden.

Für die angeschlossenen Händler stellt sich die Zusammenarbeit mit Locafox als Rundum-Sorglos-Paket dar. Die Mitarbeiter des Start-ups unterstützen die lokalen Anbieter aktiv dabei, sich und ihre Produkte erfolgreich auf der Plattform zu präsentieren. Die Anbindung erfolgt in Form einer cleveren Lösung, die alle erforderlichen Daten unmittelbar aus dem angeschlossenen Warenwirtschaftssystem bezieht und die sich optimal in den Arbeitsalltag der Händler integrieren lässt.

 

Die Zeichen der Zeit erkennen: Diese Faktoren machen Locafox erfolgreich

Während die Beziehung zwischen der Online- und der Offline-Welt im Einzelhandel oft den thematischen Mittelpunkt für theoretische Exkursionen ohne jeden praktischen Nutzen bildet, haben die Gründer von Locafox nicht lange gezögert und dieses spannende Umfeld einfach zum Zentrum einer bestechenden Geschäftsidee auf der Höhe der Zeit gemacht. Wo anderweitig allenfalls über das künftige Potenzial solcher Lösungen spekuliert wird, liefert Locafox bereits die fertige Lösung, die eine direkte Verbindung zwischen modernen Verbrauchern auf der einen und Einzelhändlern auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen auf der anderen Seite schafft.

Erfolg und Potenzial von Locafox lassen sich nicht zuletzt an der komfortablen Finanzierungssituation ablesen, in der sich das Start-up befindet. Namhafte Investoren haben sich hier nicht lange bitten lassen. Zu diesen zählen zum Beispiel HV Holtzbrinck Ventures, die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg) und die beiden bekannten Unternehmer und Privatinvestoren Dr. Max Iann und Alexander Rittweger. Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfolge und der guten finanziellen Ausstattung kann kein Zweifel daran bestehen, dass Locafox auch die nächsten Stufen auf der Entwicklungsleiter mit guten Ergebnissen meistern wird.

 

 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.