[Gründerstory] Der-Zuckerbäcker.de bietet Süßigkeiten mit dem Kiosk-Charme alter Zeiten an

Bei manchen Handelskonzepten im Internet kommt es gar nicht so sehr darauf an, was man verkauft, sondern wie man seine Waren anbietet. Das Start-up Der-Zuckerbäcker.de hat sich 2010 für die Umsetzung einer Geschäftsidee entschieden, die vor allem sehr viel Charme besitzt und die ihren Erfolg einem hohen Maß an Authentizität verdankt.


 

Ein Motto als Gründungscredo: Erwachsensein ist Kindsein mit mehr Rechten

Nüchtern betrachtet handelt es sich bei dem Online-Shop von „Der Zuckerbäcker“ um ein Süßwarengeschäft im Internet, das seinen Kunden aktuell rund 250 verschiedene Sorten Süßigkeiten anbietet, die sowohl fertig gemischt als auch in individuellen Mischungen bestellt werden können. Bereits nach wenigen Minuten auf den Internetseiten des Start-ups wird jedem Besucher klar, dass es hier auf keinen Fall um eine nüchterne Betrachtung geht, sondern dass stattdessen starke Emotionen im Spiel sind, wenn es den Zuckerbäcker betrifft.

 

Im Oktober 2010 wurde das Unternehmen von den drei Gründern Corinna Lenz, Anastasios Paliakoudis und Christopher Pfahl in Heilbronn ins Leben gerufen. Bis heute konnte das Start-up ein schönes Wachstum absolvieren, beschäftigt mittlerweile fast 40 Mitarbeiter und hat sich einen festen Platz in den Herzen deutscher Naschkatzen erobert. Wir stellen Ihnen das Unternehmen ausführlich vor, berichten über den bisherigen Werdegang und beleuchten vor allem die entscheidenden Erfolgsfaktoren.

 

250 Lieblings-Süßigkeiten für jeden Geschmack

Der Zuckerbäcker versteht sich selbst als Süßigkeitenshop mit Kiosk- Charme und knüpft so unmittelbar an die Zeiten an, in denen man vor der Schule oder in der großen Pause mit leuchtenden Augen vor dem Kiosk- Besitzer stand und sich voller Vorfreude seine ganz individuelle Süßwarentüte zusammenstellen ließ. Drei Schlümpfe, acht Cola-Fläschchen, zwei saure Zungen und vier Lakritzschnecken: So klangen damals die Bestellungen und genau so sind sie heute noch beim Zuckerbäcker möglich. Ausgewählt wird dabei aus insgesamt 250 verschiedenen Süßigkeiten, die ganz nach Belieben in den Warenkorb gelegt werden und die von dort aus den Weg in die persönliche Tüte finden.

Die Auswahl wird durch gute Abbildungen und viele Informationen über die einzelnen Produkte deutlich erleichtert. Diese befinden sich außerdem in aussagekräftigen Kategorien, sodass man auf Anhieb die eigenen Lieblingsartikel entdeckt. Wer keine Lust auf die individuelle Zusammenstellung hat, der entdeckt im Shop viele bereits vorgefertigte Sets, die sich sowohl zum Selbstessen als auch zum Verschenken anbieten. Letztere können dabei übrigens sehr komfortabel direkt an den Empfänger versendet werden. Darüber hinaus sind auch Geschenkgutscheine erhältlich. Ein eigener Unternehmensbreich beschäftigt sich außerdem mit Süßigkeiten speziell für Firmen, die zu diesem Zweck beispielsweise in bestimmten Farbkombinationen hergestellt werden können.

 

Wichtige Meilensteine auf dem Weg zum Erfolg

Der Zuckerbäcker wurde im Oktober 2010 nach dem Bootstrapping-Prinzip gegründet. Hiervon spricht man immer dann, wenn keine externen Gelder zur Gründung und Umsetzung eingesetzt, sondern wenn anstehende Investitionen stattdessen aus Eigenmitteln und aus ersten Gewinnen finanziert werden. Diese Finanzierungsform kommt immer dann in Frage, wenn für die reinen Geschäftsgründung keine sonderlichen Anschaffungen getätigt werden müssen. Kommt ein Unternehmen also ohne den Einsatz von speziellen Maschinen aus und benötigt auch ansonsten keine kostspieligen Investitionen, dann handelt es sich beim Bootstrapping oft um eine bevorzugte Form zur Realisierung.

 

Der Zuckerbäcker konnte sein Wachstum während der ersten drei Jahre also aus eigenen Mitteln finanzieren und entschied sich erst im Jahr 2014 dazu, durch die Integration von Investoren in Sachen Markteroberung ein etwas höheres Tempo anzuschlagen. Hierzu wurde zum einen eine Vereinbarung mit der lokalen Investorengruppe Food-Angels geschlossen und zum anderen ein Investment der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg in Anspruch genommen. Insgesamt wurde auf diesem Wege ein mittlerer sechsstelliger Betrag eingeworben, um ein schnelleres Wachstum zu erreichen. Nach wie vor wird beim Zuckerbäcker übrigens auf eigene Maschinen verzichtet. Bei aller Offenheit für neuzeitliche und innovative Konzepte werden die Süßigkeiten immer noch per Hand zusammengestellt und verpackt. Für die Zukunft hat sich das Start-up vorgenommen, den eigenen Bekanntheitsgrad weiter zu steigern und im Laufe der Zeit sein Image als deutscher „Willy Wonka“ zu festigen.

Mitgründer Christopher Pfahl ist übrigens Anfang 2015 aus der Geschäftsleitung ausgestiegen. Schweren Herzens entschied er sich dafür, sich künftig vor allem mit dem väterlichen Unternehmen zu beschäftigen. Er bleibt allerdings mit dem Zuckerbäcker freundschaftlich verbunden und unterstützt sein früheres Unternehmen nach Kräften von außen.

 

Die Freude zählt: Vor und hinter der virtuellen Ladenkasse

Manchen Unternehmen gelingt es einfach, neben den konkreten Produkten und Angeboten etwas ganz besonderes auszustrahlen. Beim Zuckerbäcker handelt es sich um genau einen solchen Fall. Das Start-up strahlt über sämtliche Kanäle pure Freude aus und macht neuen Besuchern innerhalb von wenigen Sekunden Lust auf die angebotenen Leckereien und das damit verbundene Lebensgefühl.

Gefühle: Genau hierum geht es beim Internetauftritt des nostalgisch anmutenden Süßwarenladens im Netz. Jeder Kunde kann hier die Seele baumeln lassen und sich selbst in die Tage der Kindheit zurückversetzen, in denen man den Kiosk an der nächsten Ecke ohne zu zögern mit dem Paradies gleichgesetzt hätte. Die Macher hinter dem Zuckerbäcker wünschen sich – und das nimmt man ihnen auch tatsächlich ab – ein wenig mehr Freude in das Leben ihrer erwachsenen Kunden zu bringen. Diese sollen sich vor Augen führen, dass Erwachsensein nichts anderes ist, als Kindsein mit mehr Rechten. Dieser Ansatz wird im Shop der Zuckerbäcker so konsequent vertreten, dass man sich seiner anziehenden Wirkung nicht wirklich entziehen kann.

 

Und nicht nur gegenüber den Kunden wird diese Philosophie konsequent vertreten. Auch innerhalb des Start-ups legt man größten Wert auf Freude, eine familiäre Atmosphäre und einen guten Zusammenhalt. Der Zuckerbäcker scheint für alle Beteiligten eine reine Herzensangelegenheit zu sein und genau das spürt man deutlich. Besonders gelungen ist dabei die textliche Gestaltung des Online-Shops. Ob in den Produktbeschreibungen, auf der Startseite, in den Texten zu bestimmten Kategorien oder auch im eigenen Blog: Überall stößt man als Besucher auf ansteckende Freude, witzige Begebenheiten und auf ein hohes Maß an Natürlichkeit. Dies alles führt dazu, dass man diesem Unternehmen den Umsatz gönnt und genau hinter diesem Phänomen steckt mit Sicherheit eine ganz wesentliche Ursache für den Erfolg des Start-ups.

An dem Konzept der Zuckerbäcker kann man sehr deutlich erkennen, dass es im Online-Handel stark darauf ankommt, auf welche konkrete Weise man Produkte anbietet und dass man auch mit eher unspektakulären Artikeln einen durchschlagenden Erfolg erzielen kann, wenn man sie nur in eine gute Geschichte einbettet.

 


 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.