[Gründerstory] Bikemap.net als Routendienst für ambitionierte Radfahrer

Wem es gelingt, die Phänomenologie der sozialen Netze mit dem Thema Breitensport zu verbinden, der hat es in der Gründerszene schon so gut wie geschafft. Im Rahmen unserer Gründerstory stellen wir Ihnen das österreichische Start-up Bikemap vor, das die clevere Kombination von sozialer Plattform und Routendienst für ambitionierte Radfahrer zum ausgesprochen erfolgreichen Thema gemacht hat.


Vom Geheimtipp zum Massenphänomen: Bikemap erobert die Sportlerherzen

Alles begann vor ungefähr acht Jahren damit, dass eine Handvoll begeisterter Radfahrer ihre Touren und Routen miteinander und mit ihren Freunden teilen wollten. In Zeiten von GPS und entsprechenden Mobilgeräten rein technisch betrachtet eigentlich eine relativ einfache Angelegenheit. Ein kluges Gesamtkonzept und eine ganze Reihe von richtigen Entscheidungen haben aus dem Privatprojekt mittlerweile eine Plattform entwickelt, die internationale Beachtung findet. Unter der Leitung von Mitbegründer und Geschäftsführer Christof Hinterplattner erobert die Bikemap GmbH heute von Wien aus die Herzen der Radfahrer auf der ganzen Welt. Und ein Ende der einmaligen Erfolgsgeschichte ist noch lange nicht abzusehen.

Mehr als 500.000 User bilden den belebten Mittelpunkt von Bikemap. Hier sind inzwischen sage und schreibe über 2,8 Millionen Routen mit einer Gesamtlänge von 237.498.392 Kilometern verfügbar. Täglich kommen bis zu 1.500 Strecken hinzu. Hierzu lässt sich ein integrierter Routenplaner perfekt einsetzen. Mit wenigen Mausklicks und Eingaben definiert man hier auf gut aufgelöstem Kartenmaterial individuelle Strecken und behält dabei sowohl die Länge als auch die zu absolvierenden Höhenmeter immer im Blick. Auf diese Weise geht die Planung von Strecken auch unerfahrenen Anwendern leicht von der Hand. Sowohl eigene Strecken als auch die Routen anderer Nutzer lassen sich komfortabel und schnell auf viele verschiedene Mobilgeräte herunterladen und können dadurch bequem unterwegs genutzt werden. Hierzu lassen sich kostenlos Apps für Android und iOS laden. Darüber hinaus werden aber im Prinzip auch alle Devices unterstützt, die GPX-Daten verarbeiten können.

 

Womit verdienen die eigentlich ihr Geld? Zur Monetarisierung eines Start-ups

Bikemap gehört eindeutig zu den Geschäftskonzepten im Internet, bei denen man auf den ersten Blick nicht wirklich erkennen kann, wie dort eigentlich das erforderliche Geld verdient wird. Schließlich ist der Betrieb einer Plattform dieser Größenordnung mit hohen Kosten verbunden und selbst die großzügigsten Investorengelder sind irgendwann aufgebraucht. Spätestens dann muss ein überzeugendes Konzept zum Geldverdienen her, da auch stark frequentierte Start-ups ansonsten den eigenen Untergang riskieren. Eines ist klar: Natürlich lässt ein Portal mit derart vielen Usern es durchaus zu, gewisse Einnahmen über Werbung zu erzielen.

 

Diese dürften bei Bikemap zumindest einen Teil der anfallenden Kosten decken. Hinzu kommt die aktive Vermarktung eigener Entwicklungsleistungen. Vor allem an den ausgeklügelten Routing-Lösungen haben scheinbar verschiedene Anbieter aus dem Bereich Navigation und GPS großes Interesse und sind daher bereit, bares Geld dafür zu bezahlen, bestimmte Programmbestandteile nutzen zu können. Darüber hinaus wird Bikemap schon bald damit beginnen, kostenpflichtige Zusatzleistungen für angemeldete User anzubieten. Dabei sollen die bereits bekannten Features wohl kostenlos bleiben.

Lediglich für zusätzliche Optionen, hierzu könnte zum Beispiel die Offline- Navigation zählen, werden Gebühren fällig. Last but not least gehört Bikemap natürlich zu jenen Unternehmen, innerhalb derer eine große Menge überaus interessanter Daten anfallen. In einem aktuellen Interview spricht Mitbegründer und Geschäftsführer Christof Hinterplattner von Kooperationen mit Regionen und der Industrie und erwähnt in diesem Zusammenhang das Stichwort „Big-Data Intelligence“. Nähere Details werden bislang noch nicht veröffentlicht, sodass man nur darüber spekulieren kann, ob Bikemap über die aktive Vermarktung von anonymisierten Nutzerdaten nachdenkt.

 

Magnet für User und Investoren: Das Geschäftspotenzial ist fast unbegrenzt

Unabhängig davon, dass die finalen Konzepte zur Monetarisierung wohl noch nicht vollständig fertig sind, kann sich das Team von Bikemap über mangelndes Interesse auf Seiten von namhaften Investoren nicht beklagen. Noch Ende 2015 konnten 700.000 Euro eingeworben werden. Das Geld wird vor allem dazu eingesetzt, um das Entwicklungsteam zu erweitern und geplante Features schneller umzusetzen.

Eine solch intensive Berücksichtigung durch wohlwollende Geldgeber ist bei einem jungen Unternehmen, dem es bislang noch an eindeutigen Einkommensmodellen mangelt, nur durch ein überdurchschnittlich großes Potenzial erklärbar. Und genau dieses erwächst aus der konsequenten Ausrichtung von Bikemap auf internationale Märkte. Dies erkennt man bereits beim ersten Besuch allein schon daran, dass die gesamte Plattform in insgesamt 12 verschiedenen Sprachen zur Verfügung steht. User aus mehr als 80 Ländern verleihen Bikemap ein hohes Maß an Popularität, die darüber hinaus auch davon angeregt wird, dass Radfahren weltweit zu einem immer beliebteren Sport wird. Angesichts dieser Potenziale erscheint die Strategie des österreichischen Start-ups erst einmal eine riesige Userbase zu schaffen und sich erst im zweiten Schritt konsequent mit der Monetarisierung zu beschäftigen, sinnvoll und angemessen. So zumindest sehen es auch die Investoren und solange sich hieran nichts ändert, kann Bikemap sehr gelassen in die Zukunft blicken.

 

Der Nutzen steht immer im Vordergrund: Erfolgsfaktoren von Bikemap

Wenn man sich die Frage stellt, von welchen Faktoren die große Beliebtheit und Verbreitung von Bikemap hauptsächlich ausgeht, dann gelangt man schnell zu der Einsicht, dass die Entwickler des Start-ups unglaublich wenig falsch und unglaublich viel richtig angepackt haben. Die vielen Möglichkeiten der Plattform erschließen sich jedem Besucher unmittelbar nach dem Betreten der Seiten. Als passionierter Radfahrer ist man eigentlich täglich auf der Suche nach neuen Strecken und diese entdeckt man bei Bikemap in Hülle und Fülle. Ob in der näheren Umgebung, im Rahmen eines Urlaubs oder zur Entdeckung einer ganz neuen Region, ob flache Entspannunsstrecken oder anspruchsvolle Höhenkurse, ob mit dem Rennrad, dem Mountainbike oder dem Tourenrad: Bikemap hält für jeden Geschmack und jede Anforderung unzählige Strecken bereit. Diese stammen alle von aktiven Usern und genießen daher ein hohes Maß an Vertrauenswürdigkeit. Es versteht sich dabei von selbst, dass man alle Strecken mit sehr wenig Aufwand auf beliebige mobile Devices laden kann, um sich unterwegs komfortabel navigieren zu lassen.

Umgekehrt funktioniert das Prinzip natürlich ebenso gut: Absolvierte Strecken lassen sich hochladen und so mit der Community teilen. Gleichzeitig tauchen sie dann im persönlichen Trainingstagebuch auf, sodass man stets den Überblick über die eigenen Leistungen und vor allem die individuelle Leistungssteigerung behält. Für den einzelnen Anwender ist Bikemap ausgesprochen nützlich. In Verbindung damit, dass sich der Routendienst kostenlos nutzen lässt, ist es daher kein Wunder, dass die Community ständig wächst.

 

 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.