[Gründerstory] Babbel.com hat das Lernen als Geschäftsmodell endeckt

Der Handel mit immateriellen Gütern ist eine komplizierte Angelegenheit. Immerhin verlangt man hierbei seinen Kunden als Anbieter ab, für etwas zu bezahlen, das man nicht in die Hand nehmen kann. Dass sich ein solches Konzept dennoch als erfolgreiche Geschäftsidee eignet, beweist das Berliner Start-up Babbel, das wir Ihnen im Rahmen unserer aktuellen Gründerstory vorstellen wollen.


 

Es waren immer die großen technischen Entwicklungen, die unsere Welt klein gemacht haben. Früher vor allem die Erfindung der Schifffahrt, der Flugzeuge und der Automobile und heute die Errungenschaften der Digitalisierung, die uns theoretisch mit jedem Menschen auf der ganzen Welt verbinden könnten, wären da nicht die sprachlichen Barrieren. An diesen scheitern nach wie vor viele potenzielle Begegnungen: Wenn wir uns nicht miteinander verständigen können, dann entsteht auch keine Nähe. Das Erlernen von Sprachen spielt daher heute eine größere Rolle als jemals zuvor. Und das Start-up Babbel.com führt vor, wie man dieser Herausforderung auf ganz digitale Weise begegnen kann. Lernen Sie in unserer Gründerstory ein außergewöhnliches Unternehmen und seine Initiatoren kennen. Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns einen Blick hinter die Kulissen von Babbel zu werfen und dabei nicht nur den Werdegang, sondern auch die entscheidenden Erfolgsfaktoren des Start-ups kennenzulernen.

 

Auf Umwegen zu einem außergewöhnlichen Geschäftskonzept

Am Anfang der Geschichte von Babbel stehen die drei Gründer Markus Witte, Thomas Holl und Lorenz Heine. Den drei Akteuren ist eines gemein: Sie kommen alle aus dem Bereich Musiksoftware und waren vor der Gründung des eigenen Unternehmens bei dem Software-Entwickler Native Instruments tätig. Im Jahr 2006 planten die drei, ein gemeinsames Projekt im Bereich Musik zu realisieren. Damals sollte eine Online-Plattform zur Vermittlung der Zusammenarbeit von Musikern entstehen. Doch es kam ganz anders. In gemeinsamen Gesprächen fiel dem Gründerteam auf, dass es im Internet keine Möglichkeit gab, Sprachen zu erlernen. Diese Erkenntnis bildete den Impuls für den Aufbau eines eigenen Unternehmens, das bereits im Jahr 2007 das Licht der Welt erblickte und seine erste App zum Erlernen von Sprachen 2008 auf den Markt brachte. Und seitdem ist der Erfolg des Start-ups nicht mehr abgerissen.

 

Lernen nach innen und nach außen: Die Babbel-Philosophie ist überzeugend

Bei Babbel sind heute insgesamt 400 Menschen damit beschäftigt, dem stetig wachsenden Nutzerkreis eine innovative und flexible Möglichkeit zum Erlernen von Sprachen zur Verfügung zu stellen. Hierbei setzt das Team konsequent auf interaktive Umgebungen, die beliebig per PC, Tablet oder Smartphone ausgenutzt werden können. Ein professionelles Team aus Didaktikern, Autoren und Sprachlehrern hat hierbei für die Sprachen Englisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Portugiesisch, Türkisch, Schwedisch, Niederländisch, Polnisch, Indonesisch, Norwegisch, Dänisch und Russisch individuelle Lernformen auf allen erdenklichen Schwierigkeitsstufen erarbeitet. Das Lernen selbst erfolgt dabei spielerisch und annähernd anstrengungslos. Der einzelne Teilnehmer wird Schritt für Schritt an die neue Sprache herangeführt und erlernt das Sprechen, Schreiben und das Verstehen auf besonders einfache und einprägsame Weise. Die Lernfortschritte werden dabei zentral gespeichert, sodass man, selbst auf wechselnden Geräten, immer genau dort fortfahrenn kann, wo man bei der letzten Lektion aufgehört hat. Lernen mit Babbel macht vom ersten Moment an Spaß und ist für viele Menschen eine höchst willkommene Alternative zu den Erinnerungen an den quälenden Sprachunterricht während der Schulzeit. Der Einstieg erfolgt hierbei annähernd von selbst. Auf den Internetseiten von Babbel ist alles darauf ausgerichtet, neue Besucher das ungewöhnliche Lernkonzept persönlich erspüren zu lassen. Und so dauert es nach dem Betreten der Seiten nur wenige Augenblicke, bis man die ersten Sprachübungen absolviert und hautnah erlebt, wie man die ersten Wörter in einer bisher noch unbekannten Sprache mühelos erlernt.

Natürlich will Babbel mit seinem Konzept Geld verdienen und daher beschränkt sich der kostenlose Einstieg auf die ersten Schritte zum Erlernen einer neuen Sprache. Nachdem man die Mechanik und das Lernprinzip kennengelernt hat, wird man dazu aufgefordert, sich für ein kostenpflichtiges Vertragsmodell zu entscheiden. Die angebotenen Tarife unterscheiden sich in Bezug auf ihre jeweilige Laufzeit. Wer sich zunächst nur für einen Monat verpflichten möchte, der zahlt hierfür 9,95 Euro. Je nach Laufzeit geht die monatliche Gebühr auf bis zu 4,95 Euro herunter. Dies trifft dann zu, wenn sich der Neukunde für das einjährige Vertragsmodell entscheidet.

 

Seit seiner Gründung wurde Babbel mit Preisen und Auszeichnungen buchstäblich überschüttet. Außerdem wird das Unternehmen mit Mitteln des EU Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Neben den eigentlichen Lerninhalten stellt das Start-up auf seinen Seiten auch viele interessante Inhalte zur Verfügung. Im Vordergrund steht dabei ein eigener Blog. Dieser kann von den Besuchern der Seiten in verschiedenen Sprachen gelesen werden, sodass selbst dieser redaktionelle Teil der Internet-Präsenz zum individuellen Lernerlebnis wird.

 

Das Babbel Erfolgsrezept: Liebe zum Detail und maximale Benutzerfreundlichkeit

Es fällt schwer, das Angebot von Babbel mit der gebotenen Distanz zu bewerten. Machen Sie einfach einmal selbst den Versuch und absolvieren Sie auf der Plattform die ersten paar Schritte des Sprachlernprozesses. Hierzu ist nicht mehr erforderlich, als auf der Startseite im zentralen Pull-Down-Menü eine Sprache auszuwählen und auf „jetzt anfangen“ zu klicken. Sie werden jetzt noch gefragt, ob Sie in der jeweiligen Sprache Anfänger sind oder ob Sie bereits über Kenntnisse verfügen. Und schon geht es los. Auf dem Bildschirm erscheint ganz spielerisch die erste Übung, innerhalb derer Sie mit der Maus einfach nur auf eine von zwei Auswahlmöglichkeiten klicken müssen, um zu entscheiden, welches die richtige Übersetzung für eine Phrase ist, die gleichzeitig mit einem ansprechenden Bild illustriert wird.

 

Und genau dieser einfache und völlig barrierefreie Einstieg bildet einen ganz wesentlichen Erfolgsfaktor von Babbel. Der Besucher gerät auf eine entspannte und leichte Art mitten in den Lernprozess und erlebt sofort seine ersten Erfolge. Hier möchte man schnell weiter fortschreiten und Babbel hat alles dafür getan, um seinen Neukunden dabei nicht im Wege zu stehen. Die Umsetzung ist perfekt gelungen und lässt an keiner Stelle ahnen, wie viel didaktisches und pädagogisches Fachwissen hinter der Anwendung steckt. So macht das Erlernen einer Sprache wirklich Spaß.

Für das Geschäftsmodell von Babbel ist es dabei natürlich sehr zuträglich, dass mit einem rein digitalen Produkt gehandelt wird, das nicht an den Kunden verschickt werden muss. Einmal erstellt können die Lerninhalte immer wieder verkauft werden und sorgen so für gute Geschäftszahlen und eine langfristig positive Prognose.

 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.