[Gründerstory] Auch ohne Shopping immer perfekt gekleidet: Modomoto.de

Der Verkauf von Herrenbekleidung im Internet gehört vielleicht nicht unbedingt zu den Geschäftsbereichen, die einem den Atem vor lauter Spannung stocken lassen. Kombiniert man dieses eher altbackene Thema allerdings mit dem Curated-Shopping-Prinzip, dann kann hieraus ein Konzept entstehen, das wir unseren Lesern im Rahmen der Gründerstory keinesfalls vorenthalten wollen.


In unserer aktuellen Gründerstory lernen Sie eine echte Powerfrau kennen. Corinna Powalla hat im Jahr 2011 das Start-up Modomoto gegründet und zieht seitdem Männer in Deutschland und Österreich gut an. Würde es sich bei dem Unternehmen lediglich um einen weiteren Online-Shop für Herrenbekleidung handeln, dann wäre dies kaum einer Erwähnung wert. Stattdessen sprechen wir hier über ein Konzept, bei dem Stil- und Einkaufsberatung zu einem Gesamtpaket verbunden wurden, das es in sich hat. Wer bei Modomoto einkauft, der braucht sich nicht erst lange durch ein unüberschaubares Warenangebot zu quälen. Stattdessen wählen erfahrene Modeexperten exakt diejenigen Stücke aus, die bestmöglich zum einzelnen Kunden passen. Wir stellen Ihnen das ungewöhnliche Unternehmen und seine Gründerin vor und beschäftigen uns mit den entscheidenden Erfolgsfaktoren von Modomoto.

 

Nur für Männer: Die bequeme Einkaufsvariante für Shopping-Muffel

Der Begriff „Curated Shopping“ gehört zu den vergleichsweise neuen Bezeichnungen, auf die man im E-Commerce heute häufiger stößt. Gemeint ist hiermit die aktive Shopping-Begleitung von Kunden, die selber keine Zeit oder keine Lust haben, sich mit dem Einkauf im Internet zu beschäftigen. Hierbei versorgt der Verbraucher den Anbieter einmalig mit allerhand persönlichen Informationen, die Auskunft über den individuellen Stil und Geschmack geben und erhält im Gegenzug eine Auswahl an Kleidungsstücken zugeschickt. Hieraus wählt er nun diejenigen Stücke aus, die ihm gefallen und schickt die übrigen Artikel einfach wieder zurück.

Im Falle von Modomoto beschränkt sich das Angebot streng auf Männer. Die Herren werden mit aktuellen und hochwertigen Shirts, Hosen, Pullovern, Jacken, Sakkos und Accessoires ausgestattet, ohne sich selber auch nur die geringsten Gedanken über die Auswahl machen zu müssen. Geliefert wird dabei grundsätzlich in vollständigen Outfits, so dass man sich auch zu Hause nicht mit der Frage nach der optimalen Kombination beschäftigen muss. Jeder Bestellung liegt außerdem eine persönliche Mitteilung des jeweiligen Modeberaters bei, die nicht nur für eine freundliche Atmosphäre sorgt, sondern auch so manchen Styling-Tipp für den Empfänger bereit hält.

 

Vom persönlichen Erlebnis zur erfolgreichen Geschäftsidee

Die meisten Startups lassen sich heute eine mehr oder weniger glaubwürdige Gründungsgeschichte einfallen, in der erzählt wird, wie die Geschäftsidee angeblich entstanden ist. Im Falle von Corinna Powalla und ihrem Unternehmen Modomoto möchte man keinen Augenblick am Wahrheitsgehalt der Gründerstory zweifeln, was sicher nicht alleine an der sympathischen und authentischen Ausstrahlung der Powerfrau aus Berlin liegt. Corinna lernte das Prinzip „Curated Shopping“ nämlich ganz direkt und unmittelbar anhand ihres Freundes kennen. Dieser hat zwar ein Faible für gute Kleidung, gleichzeitig allerdings nicht das geringste Interesse daran, seine Freizeit in Kaufhäusern und Einkaufszentren zu verbringen. So kam der späteren Unternehmerin schon früh die Aufgabe zu, die passende Garderobe für ihren Liebsten auszuwählen und einzukaufen.

Hierbei konnte Corinna Powalla die Feststellung machen, dass sie im Laufe der Zeit und mit wachsender Erfahrung den Geschmack ihres Freundes immer besser traf. Musste sie anfänglich noch das ein oder andere Stück in den jeweiligen Laden zurückbringen, so reduzierte sich der Anteil der nicht passenden Kleidungsstücke und Accessoires fortlaufend. Mit dieser positiven Erfahrung entstand gleichzeitig die Idee für Modomoto. Betrachtet man nämlich das Geschäftskonzept des Startups, dann stellt man fest, dass die rund 150 Mitarbeiter für ihre 150.000 Kunden eigentlich nichts anderes tun, als Corinna Powalla damals für ihren Freund. Mittlerweile dürfte der Gründerin und Geschäftsführerin allerdings wohl die Zeit fehlen, um ihre Expertise in Sachen Mode und guter Geschmack auch im privaten Umfeld anzubieten. Zwar hat sich die Allein-Gründerin mit dem Co-Geschäftsführer Andreas Fischer, bei Modomoto zuständig für Einkauf, Marketing und PR, inzwischen eine tatkräftige Unterstützung gesichert. Genug zu tun bleibt allerdings mehr als genug.

 

Einfach, bequem und schön: Die Erfolgsfaktoren von Modomoto

Wer zum ersten Mal von Curated-Shopping-Konzepten hört, der muss sich wahrscheinlich erst noch an den Gedanken gewöhnen, dass man seine Kleidung nicht mehr selber aussucht, sondern diese Aufgabe einem erfahrenen Modeexperten überlässt. Wer sich mit diesem Geschäftsmodell allerdings erst einmal angefreundet hat, der wird die enorme Bequemlichkeit, die damit verbunden ist, schnell zu schätzen wissen. Naturgemäß spricht dieses Konzept vor allem solche Kunden an, die zwar keinen Spaß am Einkaufen haben, aber dennoch gerne gut angezogen sein wollen. Mit anderen Worten hat man es hier vorrangig mit männlichen Zielgruppen zu tun und vor diesem Hintergrund ist die Beschränkung auf Herrenmode ein sehr sinnvoller Ansatz im Modomoto Konzept.

Beschäftigt man sich mit der Plattform selber, mit der Art, wie man bei Modomoto einkauft und bei den vielen Feedbacks und Verbraucherberichten im Web, dann stellt man schnell fest, dass das engagierte Team um Gründerin und Geschäftsführerin Corinna Powalla hier wirklich alles richtig gemacht hat. Das beginnt bei der ansprechenden Gestaltung der Webseiten, geht über die einfache Möglichkeit, seinen persönlichen Geschmack und seine individuellen Vorlieben zu übermitteln und reicht hin bis zur Zusammenstellung und äußeren Gestaltung der einzelnen Sendungen, der unproblematischen Rücksendung und der gesamten Kundenbetreuung. All diese Faktoren sind gemeinsam in der Lage, Verbraucher von Modomoto zu überzeugen und die mittlerweile rund 150.000 Kunden seit 2011 sprechen hierbei eine recht deutliche Sprache.

Corinna Powalla selber muss nicht lange nachdenken, wenn sie darüber befragt wird, welche Dinge bei Modomoto bisher besonders gut gelaufen sind. Da ist zum einen natürlich die Entscheidung, das Startup überhaupt zu gründen. Dieser Entschluss hat sich als richtig erwiesen und das Unternehmen kann stolz darauf verweisen, Deutschlands erster und größter Curated-Shopping-Service für Männer zu sein. Darüber hinaus wurden rechtzeitig die richtigen Mitarbeiter eingestellt. Vor Wachstum hat man bei Modomoto in Berlin nämlich keine Angst, weil man genau weiß, dass man gut aufgestellt ist. Die persönliche Einstellung von Corinna Powalla führt dazu, dass man sich in ihrem Unternehmen die Freiheit nehmen kann, Dinge einfach einmal auszuprobieren, ohne sich vorher unendlich lange den Kopf darüber zu zerbrechen, was alles schief gehen könnte. Und schließlich hat es Modomoto sehr gut getan, dass man hier sämtliche Prozesse und Abläufe von Anfang an inhouse dargestellt hat, wodurch sich die gesamte Wertschöpfungskette im eigenen Hause abspielt.

 


 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.