[Gründerstory] Amorelie – der Online-Sexshop speziell für Frauen

Als Gründer im Internet muss man das Rad nicht immer neu erfinden. Manchmal genügt es schon, es anders zu interpretieren und es innovativ an unsere Zeit anzupassen. Dies zeigt der Online-Sexshop Amorelie auf besonders eindrucksvolle Weise. Lernen Sie in unserer Gründerstory das Start-up, seine Initiatoren und die entscheidenden Erfolgsfaktoren kennen.


 

Beim Stichwort Sexshop denken die meisten Menschen wohl an kleine, halbseidene Geschäfte in schlechten Gegenden, die verstohlen von dunkel gekleideten Männern umschlichen und schließlich betreten werden und über deren Ladentheken schmuddelige Produkte wandern. Wie anders stellt sich dieses Bild dar, wenn wir es mit dem Online-Sexshop Amorelie zu tun haben, dessen Angebote vor allem auf weibliche Kundschaft ausgerichtet sind und der wie das pure Gegenteil der althergebrachten Erotik-Branche wirkt.

In unserer aktuellen Gründerstory stellen wir Ihnen den Online-Sexshop Amorelie ausführlich vor. Lernen Sie die beiden Gründer und die Entstehungsgeschichte des Unternehmens kennen, werfen Sie gemeinsam mit uns einen intensiven Blick hinter die Kulissen des innovativen Start-ups und erfahren Sie detailliert, welche Faktoren Amorelie innerhalb von kürzester Zeit zu maximalem Erfolg verholfen haben.

 

„Sex and the City“ als Inspiration

Wie kommt man, ohne jeglichen Bezug zur Erotik-Branche, eigentlich auf den Gedanken, im Internet einen Sexshop zu eröffnen? Für Lea-Sophie Cramer und Sebastian Pollok hat die Entscheidung zur Gründung vor allem etwas mit einem zeitgemäßen Umgang mit Sexualität, Erotik und Liebe zu tun. Der Erfolg von „Sex and the City“ oder „Shades of Grey“ zeigte kurz vor der Gründung des Unternehmens deutlich, dass in Bezug auf körperliche Leidenschaften längst eine Enttabuisierung stattgefunden hat. Diese Entwicklung hatte sich allerdings noch nicht auf Struktur und Angebote der Branche für Liebesspielzeug ausgewirkt. Und genau an dieser Stelle identifizierten die Gründer eine spannende Marktlücke und zögerten nicht lange, ihr Konzept in die Tat umzusetzen. Ende 2012 wurde die Idee für Amorelie geboren und bereits im Februar 2013 öffnete der neue Online- Sexshop seine virtuellen Pforten.

Die Gründer Lea-Sophie Cramer und Sebastian Pollok sind gleich mehrfach dafür prädestiniert, ein solches Projekt erfolgreich umzusetzen. Lea-Sophie war nach ihrem BWL-Studium in Mannheim zunächst als Beraterin bei der Boston Consulting Group und bei Rocket Internet tätig. Anschließend wechselte sie zu Groupon und stieg dort innerhalb von kurzer Zeit zum Vice President International für den asiatischen Markt auf. Sebastian Pollok absolvierte ebenfalls BWL und entschied sich nach Zwischenstationen bei der Boston Consulting Group und bei Rocket Internet für ein Engagement bei Venture Capital Fonds BV in San Francisco. An Business-Erfahrung mangelte es dem Gründungsteam von Amorelie also schon einmal nicht. Hinzu kommt, dass beide nach eigener Definition selbst ihrer Zielgruppe angehören. Dies macht Entscheidungen über die Aufmachung des Shops, den Service, die Angebote und die konkreten Produkte deutlich einfacher. Und schließlich stellt es einen wesentlichen Vorteil dar, dass Lea-Sophie Cramer und Sebastian Pollok über einen weiblichen und einen männlichen Blickwinkel auf das eigene Projekt verfügen.

 

Einfühlsame Beratung und innovative Formate stehen im Mittelpunkt

Die Gründer bezeichnen ihren Sexshop als Online-Lifestyle-Shop für mehr Spaß am Liebesleben, neugierige Singles und Paare mit ausgewähltem Liebesspielzeug, sexy Dessous und sinnlichem Soft-Bondage-Zubehör und bieten innerhalb des breit gefächerten Sortiments vor allem Vibratoren und Dildos, BHs, Slips und Corsagen sowie Kosmetikprodukte, Bücher und Massageöle an. Solide finanziert wurde das Start-up aus einer Kombination von Venture Capital und Business Angels. Seit August 2014 ist Amorelie nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern auch in der Schweiz aktiv. Die grundlegende Ausrichtung des Shops zielt ganz klar auf Paare ab und bricht dadurch mit den angestaubten Traditionen der Branche.

Um Kundinnen und Kunden den Aufenthalt bei Amorelie so angenehm, aufregend und interessant wie möglich zu gestalten, haben sich Lea-Sophie Cramer und Sebastian Pollok einiges einfallen lassen. Da ist zum einen das wirklich sehr umfangreiche Lieferprogramm, das über eine einfache und transparente Navigation erreichbar ist. Hier erhält man nicht nur viele Anregungen und Ideen, sondern auch informative Anwendungshinweise und Tipps. Besonders praktisch ist der integrierte Geschenke- Finder, mit dem sich schnell passende Präsente für jeden Geldbeutel und jeden Geschmack entdecken lassen.

Eine glänzende Idee im Shop sind spezielle Abo-Boxen, die interessierte Besteller ganz regelmäßig mit neuen Produkten und Ideen für ein spannendes, originelles und erfülltes Liebesleben versorgen. Darüber hinaus liefert Amorelie einen kostenlosen Loveguide, der Frauen, Männern und Paaren ein gut gemachtes Weiterbildungsprogramm in Sachen Erotik und Leidenschaft bietet. Für besonders engagierte Freunde erotischer Produkte stellt last but not least die Amorelie Toypartys bereit. Nach dem Vorbild der legendären Tupperpartys hat man hier die Möglichkeit, erotische Verkaufsveranstaltungen im privaten Rahmen zu erleben.

 

Glamourös statt düster: Die Erfolgsfaktoren im Überblick

Denkt man an den bahnbrechenden Erfolg von Beate Uhse, die in Deutschland ab den frühen 1950er-Jahren ein wahres Imperium im Bereich des erotischen Zubehörs startete, dann erscheint die Idee, mit Erotikprodukten zu handeln, nicht gerade als innovativ. Im Falle von Amorelie ist daher auch nicht der eigentliche Geschäftsgegenstand das Novum, sondern die konkrete Form der Umsetzung. Lea-Sophie Cramer und Sebastian Pollok ist es mit ihrem Shop gelungen, den Handel mit Sexartikeln ins nächste Jahrtausend zu katapultieren. Anmutung und Design sind dabei weder düster und schmuddelig noch grell und billig. Stattdessen begegnet Amorelie seinen Besuchern und Kunden stilvoll, elegant, offen und aufgeklärt.

Alle Artikel im Sortiment sind in Bild und Wort hervorragend präsentiert. Die Produkttexte informieren umfassend, ohne auf der einen Seite zu wissenschaftlich oder auf der anderen Seite zu ordinär zu wirken. Besonders überzeugend sind die zahlreichen Zusatzangebote und Informationen. Hiermit bieten Lea-Sophie Cramer und Sebastian Pollok ihren Besuchern und Kunden viele gute Gründe, sich lange auf den Amorelie-Seiten aufzuhalten und den Shop immer wieder zu besuchen. Bei aller gebotenen Offenheit hat der moderne Sexshop dennoch ein gutes Gespür für das angemessene Maß an Diskretion. So erfolgt die telefonische Beratung anonym und die Versandverpackungen des Unternehmens enthalten keinerlei sichtbare Hinweise auf ihren pikanten Inhalt. Insgesamt handelt es sich bei Amorelie um ein Erfolgskonzept, das auf beeindruckende Weise zeigt, wie sich ein Produktbereich, der mit unzähligen negativen Klischees behaftet ist, in eine ganz neue Form bringen lässt, die Verbraucher wie Investoren gleichermaßen anspricht und überzeugt.

 


 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.