[Gründerstory] Airbnb: Auf der ganzen Welt zu Hause

Vermitteln statt verkaufen: Immer wieder erobern Internet-Start-ups die ersten Plätze in Sachen Erfolg, die sich bewusst dafür entschieden haben, keine Güter im Netz zu verkaufen, sondern stattdessen Leistungen zu vermitteln und Menschen miteinander in Kontakt zu bringen. In unserer Gründerstory lernen Sie Airbnb kennen, bei denen sich alles um einzigartige Unterkünfte in aller Welt dreht.

 

Unterkünfte, Ferienwohnungen, Entdeckungen und Orte

In unseren Gründerstorys stellen wir Ihnen häufig Unternehmen vor, die zwar eine große Zukunft vor sich haben, bislang aber nicht sonderlich bekannt sind. In dieser Ausgabe ist das ganz anders. Wir sind uns sicher, dass Sie Airbnb kennen und die Plattform mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit sogar schon selbst genutzt haben. Grund genug, den Werdegang dieses außergewöhnlichen Start-ups einmal näher zu betrachten und für unsere Leser nachzuzeichnen. Sie lernen die drei Gründer aus den USA kennen, erfahren alles über das bahnbrechende Geschäftskonzept, erleben die bisherigen Stationen und Meilensteine aus erster Hand und werfen einen inspirierenden Blick auf die entscheidenden Erfolgsfaktoren.

 

Schritt für Schritt in Richtung internationaler Erfolg

Airbnb wurde im Jahr 2008 im kalifornischen Silicon Valley von Brian Chesky, Joe Gebbia und Nathan Blecharcyzk gegründet. Brian Chesky ist Geschäftsführer von Airbnb. Seine Zuständigkeit im Unternehmen: Vision, Strategie und Wachstum. Darüber hinaus verantwortet er die riesige Community von Airbnb, der Millionen von Gastgebern auf der ganzen Welt angehören.

 

In Joes Gebbias Wohnung hat 2008 alles begonnen. Der studierte Grafikdesigner und Industriedesigner interessierte sich schon immer für Kunst. Als CPO von Airbnb ist es heute seine hauptsächliche Aufgabe, das Design der Plattform unverwechselbar zu gestalten und an neuen Wachstumsmöglichkeiten für die Zukunft zu arbeiten. Nathan Blecharcyzk ist Chief Strategic Officer bei Airbnb und spielt dabei vor allem eine entscheidende Rolle, wenn es um die Umsetzung zentraler strategischer Initiativen auf dem weltweiten Markt geht. Als Harvard-Absolvent durchlief der studierte Informatiker eine Reihe von beruflichen Stationen, bis er gemeinsam mit Brian Chesky und Joe Gebbia Airbnb aus der Taufe hob.

 

Der Werdegang von Airbnb ist vor allem von einer ganzen Reihe an spektakulären Investitionen gekennzeichnet. Das Start-up galt schon früh als Einhorn. Mit diesem Begriff werden in der Finanzierungsszene Unternehmen bezeichnet, die bereits vor einem Börsengang oder einem Exit einen Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar erreichen. Die erste Investition erfolgte im Jahr 2009 in Höhe von 20.000 US-Dollar und stammte von dem Gründerzentrum Y Combinator. Im selben Jahr folgte bereits einen Finanzierung von 600.000 Dollar durch die Risikokapital-Beteiligungsgesellschaft Sequoia Capital. Das Interesse von Seiten finanzstarker Investoren stieg nun stetig an. Im Jahr 2012 konnten 7,2 Millionen US-Dollar eingeworben werden. 2011 waren es bereits 112 Millionen und im Jahr 2013 200 Millionen. Der bisherige Höhepunkt war die Finanzierungsrunde im Jahr 2015, die dem Start-up sagenhafte 1,5 Milliarden US-Dollar in die Kassen spülte. Und bereits im Folgejahr wurde wiederum eine Milliarde US-Dollar eingeworben.

 

Das deutsche Büro von Airbnb in Hamburg war übrigens die erste Niederlassung außerhalb der USA. Heute befindet sich der deutsche Stützpunkt in Berlin. Der europäische Kundenservice wird von Irland aus abgewickelt. Insgesamt fiel die Expansionsstrategie von Airbnb immer wieder dadurch auf, dass das Start-up andere Unternehmen übernahm und auf diese Weise strategische Vorteile für sich in Anspruch nehmen konnte. Kritische Debatten über die Zweckentfremdung von Wohnraum durch die Nutzung von Airbnb, den teilweise nicht sonderlich ausgeprägten Datenschutz zwischen Gast und Gastgeber oder die eigenwillige steuerliche Behandlung der Airbnb-Anbieter in vielen Ländern konnten dem Start-up und seinem weltweiten Erfolg nicht schaden.

 

Vertrauenswürdigkeit ist das eigentliche Kapital

Airbnb ist ein Community-Marktplatz, bei dem sich alles um gegenseitiges Vertrauen und aktives Engagement dreht und genau in dieser Form der Konstruktion ist ein erheblicher Erfolgsfaktor zu sehen. Das ganze Geschäftskonzept basiert darauf, dass sich die Mitglieder der Community gegenseitig unterstützen, aber auch eine Form der sozialen Kontrolle ausüben, die sowohl Gastgeber als auch Gäste vor negativen Erfahrungen schützt.

Das Start-up selbst hat es geschafft, eine technische Infrastruktur aufzubauen und zur Verfügung zu stellen, die Informations- und Buchungsvorgänge nicht stört oder behindert, sondern sehr klug und durchdacht unterstützt. Es macht großen Spaß, sich bei Airbnb auf Entdeckungstour zu begeben und die nächste spannende Reise zu planen und vorzubereiten. Dies alles wäre nicht sinnvoll möglich, wenn Airbnb nicht mittlerweile eine wirklich beeindruckende Größe erreicht hätte und unzählige Unterkünfte auf der ganzen Welt anbieten würde. Diese enorme Reichweite war wiederum nur durch die ausgesprochen erfolgreiche Finanzierungspolitik des Unternehmens möglich, dem es von der Gründung bis heute immer wieder gelungen ist, Investoren zu begeistern und zu überzeugen.

 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.